Eisenhüttenstadt .
Spa▀ im Sand: Den haben, wie hier beim Familienfest im Innenhof der Karl-Marx-Stra▀e, viele Eisenh³ttenstõdter Kinder. Zumindest das Angebot an Buddel-Plõtzen gilt als ausreichend in der Stadt. Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Eisenhüttenstadt hat 153 Spielplätze. Allerdings sind die in den Wohngebieten und Ortsteilen ungleich verteilt. Auch der Zustand einiger Anlagen lässt zu wünschen übrig. Und es fehlen Alternativangebote für Jugendliche. Diese ersten Erkenntnisse hat die Berliner Planergemeinschaft gewonnen, die derzeit die Spielplatzentwicklungskonzeption erarbeitet. Beim Mitmach-Aktionstag "Hütte spielt", zu dem die Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft am Freitag in den Innenhof in der Karl-Marx-Straße 23 eingeladen hatte, wurden die vorläufigen Ergebnisse der Studie vorgestellt.
Benjamin Könecke zeigt auf den mit vielen Punkten versehenen Stadtplan. Die Anzahl ist für den Mitarbeiter der Berliner Planergemeinschaft Dubach & Kohlbrenner schon beeindruckend. 153 Spielplätze, damit hat die Stahlstadt einen guten Stand. Aber nicht die Masse macht e_SSRq s, wie die umfassende Bestandsaufnahme zeigt. Allein schon die Verteilung ist ein Manko. Jedem der bis zu 18-Jährigen in Eisenhüttenstadt stehen zwar im Schnitt knapp 19 Quadratmeter Spielfläche zur Verfügung, doch die in Fürstenberg lebenden Kinder haben gerade mal ein knappes Viertel dieser Fläche. Dort fehle ein zentraler großer Spiel- und Begegnungsplatz, stellen die Planer fest. Und, dass die Wohnkomplexe I bis V dagegen überdurchschnittlich gut versorgt, Spielplätze hier allerdings mangelhaft ausgestattet sind. Was den Zustand der Anlagen angeht, wurden ebenfalls deutliche Unterschiede festgestellt. Während den zumeist neuen Spielplätzen in bereits modernisierten Wohngebieten eine attraktive Gestaltung bescheinigt wird, sind sie in unsanierten Bereichen desolat.
Nicht nur die Planer haben die Spielplätze unter die Lupe genommen. Auch 400 Mini-Detektive waren unterwegs, haben sich verschiedene Plätze genau angesehen und Noten verteilt. Die Fragebögen sind zwar noch nicht ausgewertet - erste Schlüsse konnte Michaela Hänsel, Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus, aber schon ziehen. Etwa, dass die Sandspielmöglichkeiten für Kleinkinder ausreichend, Schaukeln und Rutschen die Renner sind, während das Angebot für ältere Kinder und Jugendliche durchaus verbesserungswürdig ist. Und es fehlen vielerorts Bänke für Eltern und Großeltern.
Was zu den grundlegenden Problemen zählt, bekommt Planer Könecke am Rande des gut besuchten Festes von einer Anwohnerin brühwarm serviert. Sie erzählt von Jugendlichen, die ihren Treffpunkt haben, vom Lärm in der Nacht und den Glasscherben am Morgen. Zweckentfremdung nennen das die Planer. Sie haben auch festgestellt, dass Vandalismus und Vermüllung nicht selten die Folge sind.
Das beklagt auch Simone Irmer. "Wir haben viel mit Vandalismus zu tun", sagt die Geschäftsführerin der Gebäudewirtschaft (GeWi), die knapp 100 Spielplätze hat. Das Wohnungsunternehmen will weiter in neue Anlagen investieren. 130 000 Euro wurden im vergangenen Jahr ausgegeben für neue Plätze im Wohnkomplex IV, zwei weitere Spielflächen für rund 70 000 Euro sind in diesem Jahr im Wohnkomplex III geplant. Wie die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, die rund 40 Plätze im Bestand hat, bringt sich auch die GeWi in die Spielplatzentwicklungskonzeption ein, die im Juli vorliegen und nach der Sommerpause in der Öffentlichkeit diskutiert werden soll. Man werde, wo sich Bedarf herausstellt, kleinere Maßnahmen sofort realisieren, kündigt Simone Irmer an. Wenn größere Umbauten nötig seien, müsse erst geplant werden. Zu dem, was als nicht ganz so kostenaufwendig gesehen wird, gehören Papierkörbe. Die sind derzeit nur unzureichend vorhanden. Was auch ein Grund dafür ist, dass Unrat oft da landet, wo die Kinder spielen.
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