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Tilman Trebs 09.08.2011 16:18 Uhr - Aktualisiert 22.08.2011 16:31 Uhr

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Wo die Grenze zur Idylle wurde

Hennigsdorf (MOZ) Als im November 1989 die Berliner Mauer fiel, gewannen die Hennigsdorfer Bürger nicht nur ihre Freiheit, sondern nach und nach auch einen See und die Nähe zu Berlin zurück.

  Unbehelligt: Wo sich früher der Todesstreifen befand, können Radler heute ihre Touren drehen. © HGA

Den Hennigsdorfern wurde beim Mauerbau vor 50 Jahren das Unglück zuteil, dass der „antifaschistische Schutzwall“ am Westufer des Nieder Neuendorfer Sees errichtet wurde. Damit wurde ihnen der kurze Weg nach Berlin genommen und der Zugang zum See in der eigenen Stadt. Heute ist der ehemalige Grenzstreifen ein beliebtes Ausflugsziel. Mehrere Badestellen gibt es am Ufer. Zudem führt dort der Berliner Mauerradweg entlang.

Der Startpunkt dieser Tour liegt direkt vor dem Rathaus auf der Ostseite des Bahnhofes. Bevor es auf den Mauerradweg geht, kann man eine kleine Runde durch den alten Ortskern drehen. Es geht vorbei am Alten Bahnhof, der heute als Bibliothek genutzt wird, am Alten Rathaus und der Alten Feuerwache, die inzwischen als Bürger- und Kulturzentrum dient, sowie am Denkmal für den Volksaufstand am 17. Juni, an dem sich 1953 auch viele Hennigsdorfer Arbeiter beteiligten. Gleich danach geht es an die Havel-Oder-Wasserstraße, wo sich die Stadt gleichermaßen als Naturidylle und großer Industriestandort präsentiert. Links des Weges die naturerhaltene Wasserstraße, rechts das weitläufige Werksgelände des kanadischen Bahnherstellers Bombardier.

Gleich danach sieht man den ersten, kaum noch erkennbaren Hinweis auf die Mauerzeiten. Auf der schmalen Landzunge am Beginn des Nieder Neuendorfer Sees, die heute vor allem von Reihern besiedelt ist, befand sich von 1949 bis 1990 eine Wasserkontrollstelle für Güterschiffe, die zwischen Westberlin und Polen. Am Wegesrand blickt eine Informationstafel mit Fotos auf diese Zeit zurück.

Ein paar Minuten später wird der Grenzturm Nieder Neuendorf erreicht. Auf dem Mauerweg geht es dann weiter bis zur Bürgerablage an der Grenze zu Berlin-Spandau. Dort biegt man auf den Havellandradweg in Richtung Schönwalde ab. Danach geht es über Perwenit, die Alte Hamburger Poststraße, durch den Krämerforst und über die Ortschaft Bötzow zurück nach Hennigsdorf.

Strecken-Spickzettel

Länge: 50 Kilometer

Schwierigkeit: leicht und für Kinder ab acht Jahre geeignet, keine Sandwege und größere Höhenunterschiede Parkmöglichkeit: Rathausparkplatz, die Wege zum Rathaus sind ausgeschildert Alternative Anreise: mit der S 25 aus Richtung Berlin, mit dem RE 6 aus Richtung Neuruppin, mit der RB 22 aus Richtung Oranienburg und dem RB 55 aus Richtung Kremmen und Velten

Tourverlauf: Vom Hennigsdorfer Rathaus geht es zunächst in den alten Ortskern der Stadt, von dort auf kurzem Wege zum Hafen und dann auf den Mauerweg entlang der Havel-Oder-Wasserstraße. Dem Weg folgt die Tour vorbei an der Wasserkontrollstelle und dem Nieder Neuendorfer Grenzturm bis zur Bürgerablage an der Grenze zu Berlin-Spandau. Dort biegt die Tour auf den Havellandradweg in Richtung Schönwalde ab. Die Mittagspause wird in der Waldschule Pausin eingelegt. Von dort geht es über Perwenitz in den Krämer Forst auf die Alte Hamburger Poststraße – und schließlich über Bötzow zurück nach Hennigsdorf.

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