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Stefan Lötsch 24.08.2011 21:00 Uhr - Aktualisiert 25.08.2011 09:54 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Stadt will sich Zuschuss sparen

Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Stadt Eisenhüttenstadt will ihren jährlichen Zuschuss in Höhe von 76 700 Euro an das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ab 2013 streichen. Auch soll das Gebäude Erich-Weinert-Straße 4 als Depot nicht mehr zur Verfügung gestellt, sondern verkauft werden.

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Ungewisse Finanzierung: Die Stadt will für das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ab 2013 keinen Zuschuss mehr zahlen. Bisher teilen sich das Land, der Landkreis und die Stadt Eisenhüttenstadt die Kosten.

© MOZ/Gerrit Freitag

Schon im ersten Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes, das Einsparpotenziale im Bereich der freiwilligen Leistungen der Stadt Eisenhüttenstadt auflistete, war auch das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (DOK-Zentrum) erwähnt. Damals ging es nur um die Minimierung des jährlichen Zuschusses in Höhe von 76 700 Euro. Jetzt soll nach Vorschlägen der Verwaltung der komplette Zuschuss eingespart werden. Nicht nur das: Das Gebäude Erich-Weinert-Straße 4, das neben dem ehemaligen Schulgebäude in der Karl-Marx-Straße als Depot genutzt wird, soll von der Einrichtung geräumt werden. Die Stadt will das Objekt verkaufen, hofft auf Erlöse von bis zu 150 000 Euro.

Frank-Uwe Gerlach, Fachbereichsleiter Kultur und Sport,verwies in Ausschüssen darauf, dass die Stadt künftig dem DOK-Zentrum das Schulgebäude in der Karl-Marx-Straße kostenlos zur Verfügung stellt. Bisher würde dafür ein geringer Obolus bezahlt, der die anfallenden Kosten aber nicht deckt. Gerlach beziffert die indirekte Unterstützung durch mietfreie Nutzung auf 33 000 Euro pro Jahr, wenn eine Miete genommen würde, wie bei anderen Vereinen. Gerlach sagte, dass der Trägerverein versuchen solle, an eine andere Finanzierung heranzukommen und damit den Anteil der Stadt zu ersetzen.Die Finanzierung solle auf „höhere Füße“ gestellt werden, also auch Bundesmittel mit einbeziehen. Gerlach verwies darauf, dass jetzt schon Bundesmittel für Projekte zur Verfügung stünden. „Es ist meine Meinung seit eh und je, dass der Verein mehr aktiv werden muss“, gab Friedrich Schmidt (Die Linke) Gerlach in dem Punkt recht. Das DOK-Zentrum sei zwar schön, aber nichts Außergewöhnliches, meinte der Fachbereichsleiter zu der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Einrichtung.

Bisher beteiligen sich das Land, die Stadt und der Landkreis zu jeweils einem Drittel an der Finanzierung des DOKZentrums. Aus Sicht von Ingrid Siebke, Vorsitzende des Trägervereins, sei es auch gar nicht so ohne weiteres möglich, aus der Finanzierung auszusteigen. „Wenn die Stadt etwas ändern will, muss sie in Verhandlungen treten.“ Ob das möglich ist, ist fraglich. Auch ist unklar, ob die anderen Geldgeber bei ihrer Unterstützung bleiben, wenn das Gesamtpaket aufgeschnürt wird. Ingrid Siebke verwies darauf, dass im nächsten Jahr die Ausstellung für 400 000 Euro komplett erneuert wird, wofür es auch die besagten Fördermittel des Bundes gibt.

„Das kann man sich ausrechnen“, sagte die Vorsitzende auf die Frage, welche Folgen die Mittelkürzung hätten. Auch das Depot in der Weinert-Straße werde benötigt. Dort befindet sich ein besonderer Schatz: Alle Erstausgaben des Verlages Volk und Welt seit 1949 bis zur Wendezeit. Auch die Bibliothek der FDJ-Jugendhochschule Bogensee ist dort fast komplett gelagert. Beide Bestände, wie auch das DOK-Zentrum allgemein dienen der wissenschaftlichen Forschung.

Ingrid Siebke kritisierte den Zustand des Gebäudes, das alsDepot dient. Schon seit längerem regne es dort rein. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Gebäude verkauft werden soll“, so die Vorsitzende.

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