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18.07.2011 06:13 Uhr - Aktualisiert 18.07.2011 06:13 Uhr

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Die Korsofahrt in Alt Ruppin findet am 6. August zum 90. Mal statt

Neuruppin . Alt Ruppin (jvo) – Die 90. Alt Ruppiner Korsofahrt – das ist natürlich ein Grund zum Feiern. Doch nicht nur das: Es ist auch eine Mammutaufgabe für den Korsofahrtverein, der mitten in den Vorbereitungen für den 6. August steckt.

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Beim 89. Mal war auch viel los. Archiv-

© Bandoly

„Wir kriegen langsam kribblige Finger“, gab gestern Andy Röbel, der stellvertretende Vorsitzende des Korsofahrtvereins zu. Ein paar Tage, bevor die Fahrt losgehen kann, gibt es noch einmal eine „Krisensitzung“ der Vereinsmitglieder, wie Röbel meint. „Da reden wir dann über die letzten Sachen, aber von der Anmeldung bis zur Organisation des Lichtes ist bisher alles erledigt.“.

Wenn das Wetter stimmt, rechnet der Verein mit 3 500 Gästen. „Damit wären wir auch zufrieden“, meint Röbel. Es solle jedenfalls nicht so sein, dass 5 000 Leute kommen und es in Strömen regnet. „Das Wetter muss schon mitspielen“, sagt Röbel. Bei Einbruch der Dunkelheit sollen die Boote auf dem Rhin starten. Der Korsofahrtverein arbeitet dafür, dass dann wirklich alles rund läuft.

Einen tiefen Einschnitt gab es aber in diesem Jahr: Der plötzliche Tod von Traugott Kuhnt, der nicht nur Pfarren in Alt Ruppin war, sondern auch die Korsofahrt organisierte, hat den Verein geschockt. „Ihm zu Ehren soll die Fahrt auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg werden“, sagt Röbel. Kuhnt sei schwer ersetzbar und habe eine Lücke hinterlassen. „Wir wollen, dass er von oben runterguckt und stolz auf das Jubiläum ist.“

Andy Röbel, der selbst auch aus Alt Ruppin stammt, erinnert sich noch ganz genau an die Geschichten, die ihm zum Ursprung der Korsofahrt erzählt wurden. „Eigentlich ist sie ja auch viel älter als 90 Jahre“, sagt er. Allerdings fiel die Veranstaltung während der Kriegsjahre aus. „Die Gefahr von Luftangriffen durch die Beleuchtung war wohl zu groß“, mutmaßt der stellvertretende Vorsitzende. Schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die bunte Fahrt über den Rhin ins Leben gerufen – als Sommerfest der Anlieger: „Die Uferbewohner wollten ein Fest an einem Wochenende zusammen feiern“, erzählt Andy Röbel. Jeder wollte dafür sein Uferstück schmücken. „Und dann wurden alle natürlich neugierig und guckten sich mit dem Boot an, wie die Grundstücke der anderen aussahen.“ Um der Feststimmung gerecht zu werden, wurden nach und nach auch die Boote für die Erkundungstouren verschönert und fertig war die Korsofahrt. Zu DDR-Zeiten hatte sie übrigens immer ein Motto. „Aber das haben wir nach 1990 abgeschafft, denn es hätte ja die Kreativität doch sehr eingeschränkt.“

Das, was Röbel und seine Mitstreiter nun auf die Beine stellen, ist von der ursprünglichen Fahrt doch etwas entfernt: Die Korsofahrt ist größer geworden. Wieviele Boote und Uferstücke in diesem Jahr dabei sein werden, ist aber schwer einzuschätzen. Der Grund sind die Geheimniskrämereien, die die Feier begleiten. Sie bedingen, dass Röbel gestern noch nicht wusste, wie viele Teilnehmer es geben wird. „Wir würden uns Voranmeldungen wünschen, aber es kommen keine“, sagt Andy Röbel. „Alles ist bei der Korsofahrt immer sehr spontan und viele legen Wert auf den Überraschungseffekt.“ Das kenne er auch von sich selbst: Immer wieder fragen ihn Leute, wie denn sein Boot aussehen wird, doch Röbel hüllt sich in Schweigen, will nichts verraten. „Jeder hält sich lieber bedeckt, daher melden sich die Fahrer erst am Abend, wenn es losgeht.“ Derweil wird im Geheimen gewerkelt. Dabei würde eine Voranmeldung für alle Vorteile bringen: „Die Leute könnten ihre Startnummern besser in Szene setzen, wenn sie sie vorher schon hätten“, ist sich Röbel sicher. Doch bisher hat er vergebens an die Teilnehmer appeliert.

Dieses Jahr wird es anlässlich des Jubiläums auch eine Ausstellung zur 90. Korsofahrt geben. Die Entwicklungs- und Arbeitsfördergesellschaft Neuruppin (EAN) hat sie konzipiert. Zu sehen sind Bilder, Starterlisten und alte Berichte zur Fahrt. „Außerdem gibt es ein paar Videoszenen, die wir als Endlosschleife zusammenschneiden wollen“, verrät EAN-Geschäftsführerin Monika Goldschmidt. Allerdings sollen die Bilder nicht auf einer riesigen Leinwand laufen: „Wir wollen ja dem Spektakel auf dem Rhin keine Konkurrenz machen.“ Ob die Ausstellung auch nach dem 6. August noch zu sehen sein wird, ist noch nicht klar.

Was heute schon feststeht, ist, dass der Korsofahrtverein noch dringend Spender braucht, die ihn unterstützen. „Wir sind auch über Sachspenden glücklich“, sagt Andy Röbel. Schließlich bekommen die Gewinner der Korsofahrt Preise und auch die müssen von irgendwoher kommen. „Wurfpreise können wir auch gut gebrauchen“, so Röbel. Die Jury, die ebenfalls mit dem Boot über den Rhin schippert, wirft traditionell Bonbons und andere Kleinigkeiten in die Menge – auch das ein Posten, der mit der Zeit ins Geld geht.

Wenn auch die letzten Details geplant, die letzten Zelte aufgebaut und die letzten Boote angemeldet sind, steht der Korsofahrt nichts mehr im Wege. Der Ruppiner Anzeiger wird dabei die Vorfreude noch verstärken: Wir drucken von nun an jeden Tag historische Fotos – sodass sich wirklich alle Leser ein Bild davon machen können, wie die Korsofahrt vor vielen Jahren gefeiert wurde.

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Spenden für den Korsofahrtverein sind immer willkommen. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin hat die Kontonummer 17 60 00 10 46. Die Bankleitzahl ist die 16 05 02 02. Informationen dazu gibt es auch unter ✆ (0 33 91) 40 03 35 bei Andy Röbel oder auf der Internetseite http://www.korsofahrt.de

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