Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bergfelde: Die Lehrerin und Naturschützerin Helga Garduhn wird heute 75 Jahre alt

09.08.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 09.08.2011, 06:13
bergfelde () Bergfelde – Sie muss nicht mehr jeden Tag die steile Stiege bis aufs Dach klettern und auch nicht bei jeder Pflanzaktion dabei sein. Doch melden sich Schmetterlinge und Eidechsen im Frühjahr stets persönlich bei Helga Garduhn zurück, und nach wie vor widmet die Frau mit dem grünen Daumen dem Bergfelder Naturschutzturm viel Zeit. Von Heike Weißapfel

Heute wird Helga Garduhn 75 Jahre alt. Am Turm ist sie nicht anzutreffen. Denn neben dem Wald lockt sie auch immer wieder die Steilküste der Ostsee. Dorthin werden ihr die besten Wünsche von Freunden, Fans, ehemaligen Schülern und Kollegen also nacheilen.

Statt vielen Grüßen verschickt Helga Garduhn in ihren Briefen gerne grüne Grüße. Dass ihr lebenslanges konsequentes Engagement für den Naturschutz über alle widrigen Umstände und staatlichen Grenzen hinweg Bestand hat und dabei sehr wohl ein gesellschaftspolitisch relevantes Anliegen ist, wurde über die Jahre zum Glück erkannt und mehrmals gewürdigt. Helga Garduhn hat 1999 das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen. 2006 erhielt sie vom Kreis den Barbara-Zürner-Umweltpreis und 2010 den Berliner Naturschutzpreis.

„Eigentlich müsste man ihr keinen Geburtstagsbaum pflanzen, sondern einen ganzen Geburtstagswald“, zollt Marian Przybilla, der mit Helga Garduhn am Naturschutzturm gemeinsame Sache macht, der Freundin größten Respekt.

„Ich habe gleich gewusst, dass wir uns verstehen werden“, erinnert er sich noch genau an die erste Begegnung am 24. Mai 1990. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden nicht nur der 9. August als Geburtstag und der Job als Biologielehrer verbindet, sondern auch die innere Haltung und der Wunsch, sich für die Umwelt einzusetzen. Dazu gehörten politische Aktionen gegen Eingriffe in die Natur ebenso wie die Aufforstung im ehemaligen Grenzstreifen und die tägliche Plackerei, dem Turm ein ansehnliches grünes Umfeld zu verschaffen.

Dass sie einmal das 20-jährige Bestehen ihres ehemaligen „Stücks Führungsstelle“, wie der Turm im NVA-Deutsch hieß, als Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend feiern würden, daran hat sie damals wohl noch nicht gedacht, obwohl es nur folgerichtig und durchaus vorhersehbar gewesen wäre. Die vielen Glückwünsche und Kindergemälde zum Turm-Jubiläum werden nun sorglich aufbewahrt und gelegentlich stolz vorgezeigt.

Heute ist der Turm ein durch seine Lebendigkeit symbolträchtiger Ort und zum Prestige-Objekt der Region avanciert. Damals war er schlicht ein Ersatz für den Verlust der Bleibe ihrer Öko-Kellerkinder, jener Generationen von Schülern, denen Helga Garduhn den Naturschutz als schöne Freizeitgaufgabe nahegebracht hat. Den schmerzlichen Verlust ihres Hohen Neuendorfer Hauses wegen Rückübertragungsansprüchen hat sie im nahen Frohnau nur langsam überwunden. Seit 1967 war die Berlinerin in Hohen Neuendorf zuhause gewesen. In den 70er Jahren hatte sie die Naturschutzjugend aufgebaut, auch beim Deutschen Roten Kreuz der DDR war sie aktiv.

Vor 15 Jahren hat Helga Garduhn ihren Dienst in der Oranienburger Rungeschule quittiert. Ihr Anliegen, Kinder an die Schönheiten der Natur heranzuführen, hat die zweifache Mutter, die vier Enkel und zwei Urenkel hat, aber keineswegs aufgegeben.

Wenn heute Zehnjährige aus der Bergfelder oder der Hohen Neuendorfer Grundschule erwartungsvoll vor ihr stehen, erzählt Helga Garduhn, warum es wichtig ist, achtsam mit Pflanzen und Tieren umzugehen. Dann bekommt jeder eine Gießkanne, und los geht‘s. Ihre eigene Begeisterung steckt immer noch an.

Grüne Glückwünsche! Viele.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG