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Oderjugendrat sucht nach Mitstreitern

Heike Hahn / 12.09.2011, 07:09 Uhr
Seelow (MOZ) „Vielleicht“, sagt Julius Brand, „geht es uns nicht schlecht genug.“ Der 19-Jährige wundert sich darüber, dass es so wenige deutsche Jugendliche interessiert, was in ihren Orten passiert. Seine Idee vom Oderjugendrat kann nur umgesetzt werden, wenn auch genügend Leute mitmachen. Auf der polnischen Seite gibt es viele Mitstreiter. Die Deutschen machen sich rar.

Der Oderjugendrat wurde im Mai 2010 während der Jugend-Agora in Schloss Trebnitz aus der Taufe gehoben. „Ich hatte das Gefühl, dass es gut wäre, wenn uns wichtige Leute, die Entscheidungen treffen, zuhören“, sagt Julius Brand. Deshalb habe er sich über eine Plattform Gedanken gemacht, die sich schließlich am Prinzip des Seniorenbeirates orientieren sollte.

Zum Beispiel bei der Seelower Stadtfestplanung könnten sich junge Leute einbringen. „Man könnte sich dazu setzen und mitreden“, sagt Julius. Sein Bruder Jakob, der sich auch beim Oderjugendrat engagiert, ergänzt: „Viele an meiner Schule finden das Stadtfest langweilig, weil kaum etwas für sie dabei ist.“ Doch um das zu ändern, müssten sich die Jugendlichen selbst einmischen. Julius und Jakob sind davon überzeugt, dass ihnen zugehört werden würde. „Doch ich glaube manchmal, dass die Jugendlichen sich selbst gar nicht dafür interessieren“, bedauert Julius. Es sei wohl Politikverdrossenheit, die da um sich greife. „Ich weiß nicht, wo die herkommt. Vielleicht leben es auch die Eltern vor“, vermutet er.

Ideen haben sie viele, was sich ändern könnte. Der erste Schritt wäre, in den Gemeinden und Städten Jugendparlamente zu schaffen. Danach wäre ein eigenes Budget für Jugendaktivitäten hilfreich. Doch bis es dazu kommt, liegt noch viel Arbeit vor den beiden Brüdern und ihren Mitstreitern.

Der Oderjugendrat besteht zurzeit aus vier deutschen Jugendlichen und mehr als zehn polnischen. „Die Polen sind sozial sehr stark aktiv und engagieren sich zum Beispiel für den Umweltschutz“, erzählt Julius. Während der Treffen, die alle paar Monate stattfinden, helfen Dolmetscher bei der Verständigung. Ein Lockmittel für neue Mitstreiter sind Exkursionen nach Potsdam und im Oktober nach Brüssel.

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