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12.09.2011 18:52 Uhr - Aktualisiert 12.09.2011 21:40 Uhr

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Hochschule nimmt Algen-Bioreaktor in Betrieb

Senftenberg (DPA) Das Labor zur Algenforschung an der Hochschule Lausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist nach einem Umbau am Montag wiedereröffnet worden. Die Einrichtung wurde um mehrere Anlagen erweitert, die Algenbiomasse in Fette, Proteine und Kohlenhydrate umwandeln. Das teilte die Hochschule Lausitz mit. Ziel sei es, Kosten bei der Herstellung von Biomasse zu senken. Der Umbau wurde mit Mitteln des Landes Brandenburg gefördert. Das Vorhaben wird von der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH unterstützt. An der Hochschule Lausitz wird seit Jahren die Herstellung von Algenbiomasse erforscht.

Zu der Anlage gehört ein sogenanntes Hochdruck-Extraktionsgerät, das Algenbiomasse in Fette umwandelt. Aus diesem Öl kann Biodiesel oder Biokerosin gewonnen werden. Auch andere Stoffe wie Proteine oder Kohlenhydrate lassen sich durch das Verfahren aus den Algen gewinnen. Proteine werden in der Futtermittel- oder auch Pharmaindustrie verwendet. Schwerpunkt der Senftenberger Algenforschung ist jedoch die Herstellung von Kraftstoff.

"Unser Ziel ist es, die Herstellung von Biodiesel aus Algen rentabel zu machen", sagte Nils Hempel, Arbeitsgruppenleiter der Phototrophen Biotechnologie an der Hochschule. "Bisher stecken wir mehr Energie rein, als wir herausholen." Mit der neuen Anlage könne die Herstellung von Biodiesel im großtechnischen Maßstab getestet werden. "Was im Reaktor passiert, kann man vergleichen mit einem Rapsfeld." Weiter erläuterte der Wissenschaftler: "Wir züchten Algen, ernten und trocknen sie. Dann kommen sie in die Extraktionsanlage, wo aus der Masse Fetttröpfchen rausgepresst werden."

Seit mehr als anderthalb Jahren testen die Forscher rund 150 Algenarten. Hempel: "Wir suchen eine schnellwachsende Alge mit hohem Energiepotenzial beziehungsweise Fettanteil." Ob und wann der Algendiesel wettbewerbsfähig gegenüber gewöhnlichen Biokraftstoffen aus Raps wird, lasse sich noch nicht sagen.

Die Zwischenergebnisse der Algenforschung würden zeigen, dass die Energieausbeute aus Algenkulturen höher ausfallen könnte, als die von herkömmlichen Energiepflanzen wie Mais oder Raps, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Henning Heidemanns bei der Inbetriebnahme des Algen-Breaktors. Heidemanns appellierte, die Algenforschung weiter zu intensivieren. Der Reaktor der Hochschule Lausitz wird mit etwa 214 500 Euro vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten unterstützt. Das Geld stammt aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Die Landesregierung hatte beschlossen, das Geld für Energieforschungsprojekte zu nutzen.

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