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Karsten Knobbe (Linke) und Moritz Felgner (SPD) vor der Stichwahl

Gejubelt wird erst in zwei Wochen

Irina Voigt / 13.09.2011, 07:45 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Jubel gab es Sonntagabend nach dem Auszählen der Stimmen aus dem letzten Wahllokal im Foyer der Gemeindeverwaltung keinen. „Es war doch ungewohnt still“, bemerkt Bürgermeister Klaus Ahrens, vielleicht auch, weil erstach dem Eintreffen der Ergebnisse aus dem letzten Wahllokal der bis dahin vorn liegende CDU-Kandidat Kay Juschka mit zwölf Stimmen gegenüber Moritz Felgner (SPD) unterlag.

„Für mich ist nach der Wahl jetzt erst recht vor der Wahl“, erklärt der Wahlsieger dieses ersten Durchgangs Karsten Knobbe (Linke). Zwar sei er mit einem Quorum von 12,84 Prozent am dichtesten an den nötigen 15 Prozent der erforderlichen Wählerstimmen dran, aber die Entscheidung werde erst im zweiten Wahlgang von den Wählern getroffen. „Deshalb ist es wichtig, dass die Hoppegartenerinnen und Hoppegartener am 25. September hingehen zur Stichwahl“, sagt Knobbe. „Es liegt noch ein gehöriges Stück Arbeit vor mir, das ich nicht unterschätzen werde“, sagt der Rechtsanwalt.

„Ich bin zufrieden, in die Stichwahl gekommen zu sein“, wertet Moritz Felgner am Morgen danach das Ergebnis. Und wenn er schon so weit gekommen sei, werde er nun auch nicht nachlassen, und die beiden nächsten Wochen nutzen, um dann tatsächlich Bürgermeister zu werden, sagt der Lehrer. Zumal er bei den bisherigen Gesprächen mit den Bürgern bestärkt worden sei, sich einzubringen.

Einen Politikercheck hatte eszwei Tage vor der Bürgermeisterwahl bei einem Kandidatenforum in der Jugendwerkstatt Hönow gegeben. Da hatten knapp 60 Teilnehmer der Veranstaltung – zumeist Jugendliche – die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben.

Als Wahlsieger dieses Tests war Kay Juschka hervorgegangen. „Ein bisschen, aber nicht sehr enttäuscht war ich schon nach dem Ergebniss, vor allem, weil es doch knapp war“, sagt Juschka. Er werde sein Wahlprogramm dem neuen Bürgermeister auf den Tisch legen und wolle als Gemeindevertretervorsteher weiterhin an der Umsetzung möglichst vieler Inhalte arbeiten.

Einen dringlichen Aufruf zur Teilnahme an der Stichwahl am 25. September startet Bürgermeister Klaus Ahrens, der bis zum 31. Dezember dieses Jahres im Amt sein wird. „Das ist die einzige Wahl, bei der die Bürger die Person wählen können, die ihnen am besten geeignet erscheint, die nächsten acht Jahre das Rathaus zu lenken und zu leiten“, sagt er gegenüber der MOZ. Falle die Wahlbeteiligung zu gering aus, wird der Bürgermeisterposten ausgeschrieben. In diesem Falle entscheidet die Mehrheit der Gemeindevertreter über einen Zuschlag .

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Dagmar Kaiser 17.09.2011 - 17:13:07

Knappes Stimmergebnis - bitterer Beigeschmack

Ein demokratisches Stimmergebnis gilt es zu respektieren. Dazu gehört auch, dass auch 12 Stimmen Vorsprung reichen, um in die Stichwahl zu kommen. Für mich gibt es dadurch aber keinen wählbaren Kandidaten mehr. Schade, dass es nun nur noch die Wahl zwischen rot und dunkelrot gibt. Als bürgerlicher Wähler gehe ich aber trotzdem zur Wahl, damit die Wahlbeteiligung nicht zu miserabel wird. Wie ich meinen Stimmzettel gestalte (Zeichnung, Witz, ...), überlege ich mir aber noch. Denn eine gültige Stimme werde ich mit Sicherheit nicht abgeben. PS: Wie kommt es eigentlich, dass Herr Felgner gerade im Seniorenheim in Hönow so abräumen konnte? Solche "Phänomene" lassen ja immer stutzig werden.

Ernst Becker 15.09.2011 - 23:38:13

Auch am 25.09. kein Grund zum Jubeln

Auch nach der Stichwahl wird es keinen Grund zum Jubeln geben. Jede denkbare Alternative hat einen bitteren Beigeschmack: Entweder wird ein Stasi-Genosse Bürgermeister oder ein frisch zugezogener Lehrer, der Hoppegarten kaum kennt, oder es kommt zur Abstimmung in der Gemeindevertretung. Dann hätten die Bürger deutlich ihr Desinteresse an der Wahl bekundet. Denn letztlich ist es doch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sehr traurig, dass die MOZ mit ihrem Pro-Knobbe-Artikel kurz vor der Wahl so massiv im Wahlkampf Partei ergriffen hat. So einen freundlichen Artikel gab es für Herrn Juschka nicht. Sollte Knobbe zum Bürgermeister gewählt werden, ist das jedenfalls kein Grund zur Freude, sondern ein rabenschwarzer Tag für diejenigen, denen Demokratie und Rechtsstaat am Herzen liegen. Es wird Zeit, dass die Stasi-Seilschaften endlich von der Bildfläche verschwinden: von der politischen wie auch von der journalistischen.

Wofgang 13.09.2011 - 20:09:13

Kein Anlass zum Jubeln

Was gibt es da zu Jubeln?Wieder ein Ex-Stasi Mann und ein Lehrer der wahrscheinlich gar keiner ist. Keiner von beiden wird dem Ort gut tun.

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