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Völlig losglöst: Astronaut Reinhold Ewald über seinen Flug zur Raumstation MIR

(MOZ) An Außerirdische glaubt er nicht – aber er hätte große Lust, sich auf die Suche nach ihnen zu machen. „Als Wissenschaftler glaube ich erst mal gar nichts, sondern suche Beweise. Bislang haben wir für Leben auf anderen Planeten noch keine Beweise. Das könnte aber auch heißen, dass wir nicht gründlich genug gesucht haben.“

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  Baumeln im Weltall: Scheint Spaß zu machen! © picture-alliance/ dpa

18 Tage lang war der Physiker und Astronaut Reinhold Ewald 1997 im Weltall, auf der Raumstation MIR. Abgesehen von seiner Frau und den drei Kindern sei das „das tollste Erlebnis seines Lebens“ gewesen. Er kannsich noch genau daran erinnern, wie die Erde von oben aussieht. Jeder Kontinent schimmere in einer eigenen Farbe: Australien rötlich, Afrika bräunlich, Asien eher schwarz. „Das vergisst man nie“, sagt der heute 54-Jährige. Theoretisch könnte er noch mal ins All, aber da im Jahre 2009 sechs neue Astronauten fürs europäische Astronautenkorps ausgesucht wurden (beworben hatten sich über 8000!), werden beim nächsten Start wohl eher die Jüngeren drankommen.

Ewald hatte damals in der Zeitung gelesen, dass Raumfahrt-Nachwuchs gesucht wird. Da war er gerade mit der Universität fertig und hatte „Abenteuerlust“. Genommen wurde er erst beim zweiten Versuch, und dann musste er noch mal sieben Jahre auf seinen Start warten. Als klar war, dass er in einer russischen Rakete fliegen wird, hat er wie wild Russisch gebüffelt.

Was braucht man sonst, um Astronaut zu werden? „Man sollte jemand sein, mit dem in einer Jugendherberge alle gern das Zimmer teilen“, sagt Ewald – in einer Rakete müsse man schließlich auf sehr engem Raum klarkommen.

Und etwas mit Naturwissenschaft oder Technik sollte man studieren – Physik, Maschinenbau oder Medizin. Denn die Astronauten sollen ja nicht nur fliegen, sondern im All Experimente durchführen.

Fit sein muss man auch und nicht zimperlich: Während des Starts liegen die Raumfahrer stundenlang mit angezogenen Knien auf dem Rücken – aufs Klo gehen, geht da nicht. Deswegen tragen alle eine Art Riesenpampers. Viel schlimmer, findet Ewald, sei aber das Nichtstun gewesen. „In so einem Raumschiff gibt es immer wieder Phasen, wo du einfach nichts tun kannst, das fand ich schrecklich.“

Dankbar sind Astronauten übrigens für die Erfindung des Klettverschlusses: Damit wird an Bord alles mögliche angeklettet, damit es in der Schwerelosigkeit nicht wegfliegt!

Reinhold Ewald sitzt in der Jury für den Malwettbewerb „Galileo“ – wer da gewinnt, nach dem wird ein echter Satellit benannt, der ins All geschickt wird! Mitmachen können (bis 15.11.) Kinder von neun bis elf; ?www.galileocontest.eu

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