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Leiter Andreas Ludwig kritisiert Vorgehen der Stadt / Streichung des Zuschusses gefährdet Einrichtung

Aushängeschild „DOK-Zentrum“

Rundgang durch die Vergangenheit: Berliner Studenten schauten sich am Freitag im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in der Erich-Weinert-Allee um. Dessen Leiter wünscht sich ein noch größeres Interesse von Schulklassen.
Rundgang durch die Vergangenheit: Berliner Studenten schauten sich am Freitag im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in der Erich-Weinert-Allee um. Dessen Leiter wünscht sich ein noch größeres Interesse von Schulklassen. © Foto: MOZ
Janet Neiser / 16.09.2011, 23:02 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Vom finanziellen Streichkonzert im Rahmen der Haushaltskonsolidierung ist unter anderem das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR betroffen. Ab 2013 will die Stadt den jährlichen Zuschuss von 76?700 Euro nicht mehr zahlen. Der Leiter des DOK-Zentrums zeigt sich „zutiefst betroffen“. Er spricht von „gravierenden Folgen“.

„Die Kollegen sind alle bedient“, betont Andreas Ludwig, Leiter des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, in dieser Woche bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der Linken zum Thema Haushaltseinsparungen. „Kein einziger Mitarbeiter der Verwaltung hat sich bei uns sehen lassen.“ Da werde etwas vom Rathaus festgelegt und dann ist es in der Welt. Vom konkreten Sparvorhaben bezüglich des DOK-Zentrums habe er aus dem Internet erfahren. Auch nach außen hin mache das keinen guten Eindruck. Erste besorgte Anrufe von interessierten Leuten habe er bereits bekommen. „Alle die, die man motiviert hat, sich für das DOK-Zentrum einzusetzen, sind wie vor den Kopf gestoßen. Das macht mich zutiefst betroffen“, sagt Ludwig – auch mit Blick darauf, dass das Haus sogar in der Gedenkstättenkonzeption des Bundes als wichtige Einrichtung genannt wird.

Sollten die Stadtverordneten dem Haushaltskonsolidierungskonzept zustimmen, habe das gravierende Folgen für die Museumseinrichtung. Denn wenn Eisenhüttenstadt sich mit dem Anteil von 76 700 Euro aus der Dreierfinanzierung von Land, Kreis und Stadt zurückziehe, müsse diese Summe woanders herkommen. „Sie verlassen eine gut funktionierende Konstellation und zerstören 18 Jahre Aufbautätigkeit“, sagte Ludwig in Richtung Rathaus. Von Schließung will er zwar noch nicht sprechen, weil er „Zweckoptimist“ sei und auch schon die neue Dauerausstellung vorbereitet. Aber ohne diese Summe, das haben bereits die Stadtverordneten in den Fachausschüssen anklingen lassen, ist das Dokumentationszentrum akut bedroht und wahrscheinlich bald Geschichte. Dabei sei es einst auf einen Beschluss der Stadtverordneten hin gegründet worden, erinnert Andreas Ludwig.

Als er von der Kämmerin hört, dass die Stadt als Auflage des Kreises 600 000 Euro an freiwilligen Aufgaben sparen muss, um wieder auf das Niveau von 2006 zu kommen, betont er: „Seit 1998 bekommen wir den gleichen Zuschuss von der Stadt.“ Davon werden unter anderem 14 000 Euro Miete für das Haus bezahlt. Sämtliche Mehraufwendungen – beispielsweise für höhere Energiekosten – habe man selbst erwirtschaftet. Seine Kollegen hätten zudem einen Rundverzicht ausgesprochen, werden nicht nach Tarif bezahlt. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren vier feste Arbeitsplätze im DOK-Zentrum geschaffen.

Zudem holte das Haus bislang 900 000 Euro an Fördermitteln in die Stadt – mit projektgebundener Arbeit. Ausstellungen, die hier konzipiert und gezeigt wurden, werden nun in anderen deutschen Städten präsentiert – einzelne Exponate an Film und Fernsehen ausgeliehen. In diesem Zusammenhang fällt dann immer auch der Name „Dokumentationszentrum Eisenhüttenstadt“. Ein Aushängeschild also.

Gegen die Aussage von Frank-Uwe Gerlach, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Kultur , dass das DOK-Zentrum kein Alleinstellungsmerkmal sei und dass es mehr als 100 solcher Einrichtungen gebe, verwehrt sich Andreas Ludwig. Er spricht von bundesweit maximal 20 kleinen Privat- oder Sammlermuseen. Nur in Berlin existiere noch ein großes DDR-Museum. „Wir liefern ein stabiles und inhaltlich verlässliches Angebot“, wirbt Andreas Ludwig für das DOK-Zentrum. „Viele kommen zu uns, weil sie von den Privatmuseen enttäuscht sind“, weiß er aus Gesprächen mit Besuchern.

Auch von Schülern aus nah und fern wird die Einrichtung zur DDR-Alltagskultur genutzt. 30 Gruppen kamen im vergangenen Jahr, sagt Ludwig. Erst am Freitag reisten wieder Berliner Studenten für einen Rundgang durch die „Planstadt“ und das DOK-Zentrum an. „Natürlich wünschen wir uns von den Schulen noch mehr Interesse.“ Regelmäßig informieren würde man diese über das Angebot.

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Marco Habeck 18.09.2011 - 10:45:43

die potenziale der Stadt nicht ausgeschöpft

Die ganze Stadt ist ein Alleinstellungsmerkmal ein großes Museum. Schließlich wird es mit Ihnen Frau Püschel wieder mit dem politischen Kräften regiert die diese Stadt geschaffen haben. Wo gibt es das? Wie Sie mit der Geschichte und eine Chance zur Vermarktung umgehen ist traurig. Klar ihre Partei würde die Bücher gerne umschreiben, klappe zu Affe tot. Gerade wenn man kritisch mit dem Sozialismus umgeht. Das man wo sparen muss ist klar und auch richtig. Doch ohne die betroffenen mit ins Boot zu holen ist schon traurig. In dem man aufeinander zugeht lässt sich bestimmt etwas erreichen ohne das die Arbeitet darunter leidet. Manche Dinge lassen sich immer Umstrukturieren und es lässt sich Geld sparen oder besser einsetzen. Sie haben die Potenziale der Stadt verkannt. Im Berliner DDR Museum werden Millionen verdient. Da wird die DDR verramscht an Touristen. Das kann man besser und interessanter Gestalten und viel Geld in die Stadt holen.

Kulturfreund 17.09.2011 - 23:23:41

Nachahmungseffekt

JA, weg mit dem DOK-Zentrum und hoffentlich auch bald mit den LINKEN!

Janina Kaufmann 17.09.2011 - 12:31:52

Kultur in Eisenhüttenstadt nicht erwünscht?

Prima, Frau Püschel, weiterso. Machen sie ruhig die Kultur in Eisenhüttenstadt gänzlich kaputt und die Kindereinrichtungen schließen sie am Besten gleich alle. So können die restlichen jungen Leute auch noch die Stadt verlassen. Und sie sollen der Stadt noch weitere 7 Jahre als Bürgermeisterin vorstehen? Klar ultra-rot eben. Armes Eisenhüttenstadt. Alle Wahlversprechen dahin. Der Stadt wäre gut getan sie wieder als Musiklehrerin einzusetzen, denn außer den Kindern falsche Noten zu lehren können sie keine anderen größeren Schäden anrichten.

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