Schwedt (MOZ) 65 Laboranten,?die 1964 beim Anfahrbetrieb im Erdölverarbeitungswerk (EVW) dabei waren, haben sich jetzt wiedergesehen. Das Treffen war ein emotionaler Tag, der von Umarmungen und nicht enden wollenden Erzählungen und Lächeln für die Kameras gekennzeichnet war.
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Schwedt,111014: Ehem. Laboranten des Anfahrbetriebes des ehem. Erdölverarbeitungswerkes treffen sich in Pension Grothe
Edith Pawlicke aus Berlin hat wie viele andere Laboranten der ersten Stunde in Lützkendorf gelernt und 1964 im EVW angefangen, der heutigen PCK Raffinerie GmbH. Das EVW war das erste Werk in der DDR, in dem Erdöl verarbeitet wurde. Gern halten es sich diese Laboranten zugute, dass sie zu denen gehören, die das Werk zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine der modernsten Raffinerien in Deutschland.
Ehe man 1964 überhaupt von einer laufenden Produktion sprechen konnte, haben die Laboranten Kraftstoffkomponenten, Gase und Heizöl untersucht. Sie haben alle Zwischenprodukte bis hin zum Endprodukt unter die Lupe genommen. Ihre Analysen waren für die Produktion wichtig, damit Qualitätsparameter eingehalten werden konnten.
Edith Pawlicke war 41 Jahre nicht in Schwedt. Für sie und viele andere brachte das Laborantentreffen einen Schwall vonEmotionen mit sich. „Ich habe einen Teil meiner Kollegen sofort wieder erkannt. Das ist ein tolles Gefühl, hier dabei zu sein“, erzählte sie, um sich gleich wieder ihren Nachbarn zuzuwenden. Der Satz „weißt du noch, damals ...“ war vermutlich die am meisten gebrauchte Redewendung bei diesem Treffen.
Die Schwedterin Gertraud Schädler war 19 Jahre jung, als sie aus Bad Freienwalde nach Schwedt kam. Sie hat das Laborantentreffen angeschoben und ließ nicht locker, um so viele Kollegen wie möglich von 1964 aufzuspüren.
„Überall im Werk wurde damals noch gebaggert. Die Baustäbe saßen in Baracken, das Hauptlabor stand schon“, erinnert sich Gertraud Schädler. „Nach unserer Lehre waren wir neugierig, was es in Schwedt zu tun gab. Nun durften wir Verantwortung tragen. Und obwohl wirvon überall her kamen, war jeder offen dafür, gemeinsam zu arbeiten.“
Gertraud Schädler hat noch genau vor Augen, wie zerstört die Stadt Schwedt 1964 war. Es gab nur wenige Neubaublöcke, die Dreiklang-Schulen standen gerade einmal auf dem Reißbrett. Gertraud Schädlers erste Bleibe war eine zweieinhalb-Zimmer-Wohnung, die sie sich mit sechs Frauen und einem kleinen Kind teilte. Zum Einkaufen ging man in eine Baracke im Werk, Freizeitangebote gab es kaum.
Die Geschichte des Erdölverarbeitungswerkes ist auch die Geschichte der Stadt Schwedt. Die jungen Erbauer brachten ihre Liebsten mit. Auf die Hochzeitswelle folgte der Babyboom. Die Stadt baute Kindergärten und Schulen, ganze Wohnviertel, ?ein Krankenhaus und sogar ein Theater.
Immerhin 47 jener Leute, die damals in den ersten EVW-Labors saßen, sind bis heute in Schwedt geblieben. Zu ihnen gehört Günter Heubner. Er kam schon 1963 nach Schwedt und hatte bereits in Böhlen jene Labors mit projektiert, die er einmal in Schwedt leiten sollte.
„Alle Laboranten, die damals in der DDR verfügbar waren, wurden für das EVW abgeworben“, erinnert er sich. „Sie kamen aus Böhlen, Leuna und Zeitz.“ Heubner hat im Laufe seines Berufslebens mehr als?1000 Laboranten die Prüfung abgenommen. Heute ist er ?75 und engagiert sich für den Erhalt uckermärkischer Kirchen. Auch Gertraud Schädler ist längst im Ruhestand. Sie sagt: „Wir haben die Raffinerie geliebt und gern dort gearbeitet.“ Günter Heubner nickt.
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Neueste Kommentare
21.05.2012 18:08:40 Skeptiker
Wenn er recht har, hat er recht!
21.05.2012 18:05:38 Martin Hampel
Sprachkompetenz
21.05.2012 18:02:48 Ulrike
Unfaßbar....
21.05.2012 17:53:06 Lothar
Wahrheit
21.05.2012 17:48:53 Pro SMC-Ausbau
@ Marco Habeck