Angermünde (MOZ) Angermünde. Amerikanische Krimiserien machen es vor: Tätersuche mittels genetischem Fingerabdruck. Wie selbst Schüler auf Spurensuche gehen und dabei Lust auf Laborarbeit bekommen, zeigt ein Projekt der Hochschule Lausitz, das im Angermünder Gymnasium Station macht.
Weiße Kittel, blaue Handschuhe und Laborbrillen auf der Nase, dazu vor Aufmerksamkeit gespannte Schüler – auch das kann Unterricht sein. „DNA-Fingerprinting – Wir ermitteln den Täter!“ heißt das Projekt des mobilen Schülerlabors Science on Tour Lausitz, mit dem die Hochschule Lausitz naturwissenschaftlichen Nachwuchs begeistern will. Dass man das Experiment für Schüler der 10. bis 13. Klassen als eine Tätersuche aufbaut, hat dabei ganz praktische Gründe. „Das Experiment ist der Renner, jeder ist froh, einmal selbst ein kleiner Kriminalist zu sein. Unter den zahlreichen Angeboten, die wir den Schulen mit dem mobilen Labor anbieten, ist dieser Versuch das mit der größten Resonanz“, sagt Karl-Heinz Krötzschmer, Diplom-Chemiker der Hochschule Lausitz.
Bei dem Biologie-Experimenterhalten die Schüler sechs farblich sortierte DNA-Proben. Einer davon stammt vom Tatort, die anderen fünf Proben von potentiellen Verdächtigen. Wie im Film soll nun durch den Vergleich herausgefunden werden, ob es sich bei einem der Verdächtigen auch um den Täter handelt. Dabei können die Schüler selbst DNA-Fragmente in ein Gel pipettieren. Anschließend werden diese nach ihrer Größe durch das Fließen elektrischen Stroms aufgetrennt. Nach der sogenannten Gelelektrophorese werden durch das Anfärben des Gels und den anschließenden Waschungsprozess bestimmte Bandenmuster sichtbar, die jetzt nur noch vergleichen werden müssen. Ein Experiment mit praktischem Bezug,das fast schon nebenbei die Grundlagen der Genetik bei den Schülern auffrischt. „In Klasse 13 ist die Genetik ein großes Thema. Es ist uns wichtig, dass nicht nur Grundwissen vermittelt wird, sondern die Schüler auch Einblick in die neueste Forschung nehmen können“, erklärt Biologielehrerin Jana Maier. „Außerdem ist es natürlich etwas ganz anderes, wenn nicht nur referiert wird, sondern die Schüler auch selbst den Täter bestimmen können.“
Zweieinhalb Stunden dauert das Experiment, dann steht der „Täter“ fest. Für die Schüler ist das Projekt eine spannende Ergänzung zum Unterrichtsalltag: „Obwohl ich nicht in die Richtung gehen will, macht es Spaß“, sagt Schülerin Anne Schubert. Auch ihre Mitschülerin Luise Kays ist begeistert: „Hier wird nicht nur Theorie, sondern auch Praxis vermittelt. Das hilft sicher auch in den Abiturprüfungen.“
Was den jungen Leuten aber besonders gefällt, sind die umfangreichen Informationen über die Hochschule in Senftenberg, berichtet die Studentin Diana Retschke. Weil für einige der Schüler ein Jahr vor dem Abitur der zukünftige Weg noch unklar ist, gibt es viele Fragen an die Biotechnologiestudentin. Verdienst, Jobchancen nach dem Studium, aber auch das studentische Leben und die Gemeinschaft an der Hochschule sind für die künftigen Abiturienten von Interesse. „Die Hochschule ist klein, aber überfüllte Hörsäle muss man hier nicht fürchten. Und da die Ausbildung sehr praxisorientiert ist, stehen die Chancen, nach dem Studium eine Stelle zu bekommen, sehr gut“, erklärt Diana Retschke. Außerdem gehört die Hochschule Lausitz zu den drei besten Hochschulen im Fach Biotechnologie.
Wissenschaftlichen Nachwuchs zu werben und sich auch denjenigen vorzustellen, die sich noch nicht vor Ort von der Hochschule überzeugen konnten, ist das große Ziel des mobilen Schülerlabors. Zehn unterschiedliche Versuche in den Fächern Biologie, Chemie und Informatik für Schüler der 9. bis 13. Klassen stehen zur Auswahl. Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds, die Bundesagentur für Arbeit und das Land Brandenburg gefördert. Für die teilnehmenden Schulen ist das Angebot völlig kostenfrei. So reisen die Wissenschaftler und Studenten durch ganz Brandenburg, besuchten bereits die Schulen in Eisenhüttenstadt, Eberswalde und Prenzlau. In Angermünde stellten sie sich zum ersten Mal den Schülern vor.
Informationen zur Hochschule Lausitz in Cottbus und Senftenberg sowie zum mobilen Schülerlabor im Internet unter ?www.scienceontourlausitz.de
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Neueste Kommentare
21.05.2012 18:08:40 Skeptiker
Wenn er recht har, hat er recht!
21.05.2012 18:05:38 Martin Hampel
Sprachkompetenz
21.05.2012 18:02:48 Ulrike
Unfaßbar....
21.05.2012 17:53:06 Lothar
Wahrheit
21.05.2012 17:48:53 Pro SMC-Ausbau
@ Marco Habeck