Strausberg (MOZ) Ein innovatives Unternehmen will in der Stadt seinen Standort erweitern. Die Padelt 3D Systeme GmbH aus der Müncheberger Straße investiert demnächst im Gewerbepark Nord und vergrößert dort ihre Produktion.
Arbeit mit High-Tech-Gerät: Peter Schulz von der Padelt 3D Systeme GmbH legt am Firmensitz in der Müncheberger Straße ein Teil bereit, das der 3D-Scanner erfassen soll.
Mit einer defekten Lichtmaschine für seinen alten VW fing damals alles an. „Die Werkstatt wollte 400 D-Mark für eine Neue haben“, erinnert sich Unternehmer Steffen Padelt. „Ich ließ die Kohlen der alten wechseln, und die lief noch jahrelang. Von da an entwickelte ich Konzepte, wie man in der Industrie kostengünstig Ersatzteile herstellen kann“, so der studierte Physiker.
1998 zog Steffen Padelt von Berlin nach Strausberg, machte sich später, als die Computertechnik den erforderlichen Stand erreicht hatte, mit seiner innovativen Geschäftsidee selbstständig. Die dreidimensionale Messtechnik steckte damals allerdings noch in den Kinderschuhen. „Nur eine Handvoll Experten wusste von ihrem Potenzial für Industrie und Handwerk“, so der 43-Jährige. „Die wenigsten konnten sich damals vorstellen, was wir so machen.“ Der erste Firmensitz war seinerzeit ein Raum im Stic, später kam ein Zweiter hinzu, und als sich das Computer-Duo Binder & Carl trennte und in der Müncheberger Straße Räume frei wurden, griff Padelt zu. Inzwischen hat die Firma in Strausberg drei Mitarbeiter und weitere drei in „Außenstellen“ in Hamburg, bei Köln und bei Stuttgart. Die Kunden suchten Anprechpartner in der Nähe, erklärt der Chef.
Kunden sind etwa 500 Unternehmen vor allem aus der Industrie – Fahrzeug-, Flugzeug- und Medizintechnik, Produktdesign, Werkzeug- und Maschinenbau, Kunststoff- und Gießereitechnik. Padelt 3D Systeme gehört zu den bundesweit wenigen Firmen, die in kurzer Zeit kostengünstig Werkzeuge aller Art exakt nachbauen. „Wenn beispielsweise in der Automobilindustrie ein wichtiges Maschinenteil verschlissen ist, können wir es mit unserer Technik rekonstruieren und nachproduzieren“, erklärt Steffen Padelt. „Das spart Zeit und Kosten.“ Aufgrund fehlender Teile könnten sonst ganze Produktionsstraßen tagelang stillstehen und damit Ausfälle in Millionenhöhe verursachen.
Auch bei der Qualitätskontrolle von Verschleißteilen kommt man an der auf hundertstel Millimeter genauen Technik nicht mehr vorbei. Nur wenn man am Computer exakt rekonstruieren könne, wie sich ein wichtiges Werkzeugteil abnutzt, seien Optimierungen möglich.
Auch aus der Baubranche bekommt das Strausberger Unternehmen Großaufträge. Innenarchitekten greifen auf die Firma zurück, um möglichst naturgetreue Oberflächennachbildungen für Verschalungen herstellen zu lassen. So findet man zum Beispiel „künstliche“ Schieferplatten, die auf die Padelt-Technik zurückgehen, in Flughafenhallen oder Vertäfelungen aus nachgestaltetem Tropenholz in Eingangsbereichen von Hotels im In- und Ausland.
Die Technik bietet aber noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten. „Wir machen fast alles, was denkbar ist“, sagt der Chef, der auch schon mal Nächte in der Firma verbringt, wenn es eine Nuss zu knacken gilt. Für die Deutsche Oper Berlin wurde aus einem kleinen Modell ein zehn mal drei Meter großer Kopf des Trojanischen Pferdes für ein Bühnenbild. Für das Neue Museum Berlin wurden nach alten Mustern Platten für die Restaurierung einer ägyptischen Grabkammer gefertigt, für Heinrich Manns Geburtsstadt Lübeck entstand innerhalb kurzer Zeit ein Reliefporträt des Schriftstellers.Seit Neuestem gehören auch exklusive, individuell gefertigte Schmuckkollektionen zum Portfolio. Hier arbeitet das Unternehmen mit namhaften Designern zusammen. Alle künstlerischen Entwürfe sind Unikate. „Wir gehen auf sämtliche Bedürfnisse unserer Kunden ein. Das zählt zu unseren großen Stärken“, so der Chef.
Da sich die Auftragslage gut entwickelt hat, hat die Padelt 3D-Scantechnik im Gewerbepark Nord ein 1540 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Die Stadtverordneten haben bei ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Das Unternehmen investiert mehrere 100 000 Euro in eine Produktionshalle mit Geräten neuester Generation. Damit ließen sich Objekte bis zu 3,20 mal 1,60 Meter fertigen. Padelthält den Standort Strausberg für High-Tech-Unternehmen wie das seine für „weiterhin sehr interessant“. Es gebe Unterstützung aus dem Rathaus und die Gewerbemieten und Grundstückspreise seien akzeptabel. „Wir fühlen uns in Strausberg sehr wohl“, bescheinigte er. Und Pläne für eine weitere Vergrößerung hat der Firmenchef schon in der Schublade.
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Neueste Kommentare
21.05.2012 18:08:40 Skeptiker
Wenn er recht har, hat er recht!
21.05.2012 18:05:38 Martin Hampel
Sprachkompetenz
21.05.2012 18:02:48 Ulrike
Unfaßbar....
21.05.2012 17:53:06 Lothar
Wahrheit
21.05.2012 17:48:53 Pro SMC-Ausbau
@ Marco Habeck