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Olav Schröder 31.10.2011 18:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Steine ohne Grenzen im Stadtpark

Bernau (MOZ) Viel Zuspruch in der Bevölkerung fand am Sonntag die Eröffnung der Skulpturenlinie „Steine ohne Grenzen“ im Bernauer Stadtpark. Zu einem Eklat kam es jedoch, als der britische Bildhauer Bobb Bud erklärte, er sei enttäuscht von dem Ergebnis, und die künstlerische Leitung kritisierte. Der Berliner Bildhauer Rudolf Kaltenbach wies dies entschieden zurück.

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Spiel mit Licht und Schatten: Die russische Bildhauerin Valentina Dusavitskaya (rechts) stellt ihre Skulptur „Sonnenstrahlen“ vor. Die drei Feldsteine sollen die positive Energie ausstrahlen und Wärme schenken, auch wenn die Sonne einmal nicht scheint.

© MOZ/Sergej Scheibe

Vier Wochen lang haben sieben Künstler im Bernauer Stadtpark an ihren Skulpturen für das internationale Bildhauersymposium „Steine ohne Grenzen“ gearbeitet. Eine achte Skulptur haben sechs Schüler vom Paulus-Praetorius- und vom Barnim-Gymnasium aus einem Sandsteinblock gemeißelt. Das Symposium ist auf Anregung des Bernauer Kunstkurators Prof. Herwig Pöschl auf Beschluss der Stadtverordneten durchgeführt worden und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Es schließt sich an die Idee einer völkerverbindenden Straße der Skulpturen von Paris bis Moskau an, die der Humanist und Bildhauer Otto Freundlich in den 1920er-Jahren entwickelte. Als Organisator wurde „Steine ohne Grenzen“ gewonnen, ein Künstlerprojekt, das zuletzt im Jahr 2001 unter Leitung von Kaltenbach und der Bildhauerin Silvia Fohrer in Hobrechtsfelde einen Skulpturenweg anlegte.

Staatssekretär Martin Gorholt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur bezeichnete das Symposium als „wunderbare und grandiose Idee“. Es stehe im Zeichen der Völkerverständigung, des Friedens und der Menschlichkeit. Darüber hinaus hätte in Bernau die Bevölkerung die Möglichkeit gehabt, den Künstlern bei der Arbeit zuzusehen, die Entstehungsprozesse zu verfolgen und mit den Bildhauern ins Gespräch zu kommen. Eine solch offene Symposiumsform habe erst eine relativ kurze Tradition.

Darüber hinaus lenkte Gorholt auch den Blick auf die in Bernau vorhandenen Skulpturen aus der Waldsiedlung. Er hob hervor, dass die Stadt an einem anspruchsvollen Konzept zur Einbindung der Kunst arbeite. Nicht zuletzt beeindruckte den Staatssekretär besonders die Schülerplastik als Auseinandersetzung mit den Ideen Otto Freundlichs.

Lob gab es allerdings nicht allenthalben. Sowohl Dominika Griesgraber (Polen/Frankreich) als auch Bobb Bud (Großbritannien) kritisierten während der Vorstellung ihrer Arbeiten, dass sie ihr ursprüngliches Konzept, mit dem sie sich beworben und das sie in Bernau umsetzen sollten, nicht realisieren konnten, sondern zunächst ein neues Konzept finden mussten. Als Bobb Bud sich nicht nur über nicht gelieferte Steine beklagte, sondern schließlich auch über Gast-?unfreundlichkeit und Fremdenfeindlichkeit, wies der künstlerische Leiter Kaltenbach diese Vorwürfe strikt zurück. Er nannte die Durchführung des Symposiums als „teilweise mehr als gelungen“. Derartige Bedingungen wie in Bernau habe er nur einmal angetroffen und zwar 2001 bei einem Symposium, das von einer großen Bank unterstützt worden sei. In Bernau habe er allein an Sponsorengeldern mehr als 20?000 Euro einwerben können. Kaltenbach räumte ein, dass der vorgesehene Material nicht für alle zur Verfügung stand. Während es gelungen sei, amerikanischen, portugisischen oder finnischen Stein zu besorgen, habe es in diesen Fällen nicht immer auszuschließende Lieferschwierigkeiten gegeben.

Nicht wenig erstaunt reagierten die Besucher auf den Disput. Mit fragenden Blicken schien sich mancher bei seinem Nebenmann über das gerade Erlebte vergewissern zu wollen. Offensichtlich überrascht waren auch Dagmar Enkelmann, Fraktionsvorsitzende der Linken, und Christine Poppitz (Linke), Vorsitzende des Bernauer Kulturausschusses. Da die Stadtverordneten das Symposium beschlossen hatten, sagten sie zu, diese Irritationen aufzuklären.

Ob die Skulpturen an ihrem jetzigen Standort bleiben, ist noch offen. Auf jeden Fall werden noch Schilder mit Titel und Namen der Künstler sowie Hinweise auf das Projekt „Steine ohne Grenzen“ angebracht.

Mehr über die einzelnen Skulpturen in der morgigen Ausgabe der MOZ.

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