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Hoppegarten bekommt den Titel „Familienfreundliche Gemeinde“ / Präsentation der Jugendwerkstatt gab den Ausschlag

Viele Ideen fürs Areal am Haussee

Von hier bis da: Detlef Grabsch, Bürgermeister Klaus Ahrens, Anja Pleinert und Stefan Döbrich (v. l.) vor dem Grundstück in der Hönower Dorfstraße, für das die Jugendwerkstatt einen langfristigen Pachtvertrag mit der Gemeinde hat.
Von hier bis da: Detlef Grabsch, Bürgermeister Klaus Ahrens, Anja Pleinert und Stefan Döbrich (v. l.) vor dem Grundstück in der Hönower Dorfstraße, für das die Jugendwerkstatt einen langfristigen Pachtvertrag mit der Gemeinde hat. © Foto: MOZ Gerd Markert
Irina Voigt / 04.11.2011, 07:45 Uhr - Aktualisiert 04.11.2011, 09:50
Hönow (MOZ) Hoppegarten hat eine Einladung in die Staatskanzlei. Die Kommune wird am 17. November als „Familienfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet. Den i-Punkt auf die Bewerbung – und für die Bewertungskommission den Ausschlag – hatte die Präsentation der Jugendwerkstatt gegeben.

Die Information, die Bürgermeister Klaus Ahrens (CDU) gestern mit in die Jugendwerkstatt brachte, löste dort große Freude und auch ein Stück Zufriedenheit und Zuversicht aus. Hoppegarten wird in den Kreis der besonders familienfreundlichen Gemeinden aufgenommen, berichtete Ahrens. Die Gemeinde hatte sich im Frühsommer um diese Auszeichnung beworben. Bei der Bewerbung spielte die Vielfalt der Angebote für Familien von Waldesruh bis Hönow eine große Rolle. Die zahlreichen Initiativen gefielen, aber „besonderen Eindruck bei der Bewertungskommission“ machte der Besuch in der Jugendwerkstatt in Hönow. „Das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können“, hieß es.

Der jetzt nach über einjähriger Debatte in den Gremien unterzeichnete langfristige Pachtvertrag über den Vier-Seiten-Hof in der Dorfstraße ermöglicht der Jugendwerkstatt, Träger der freien Jugendarbeit, nun langfristig wie nie zuvor planen zu können.

Dass die Entscheidung, die Mahlsdorfer Straße 56 (den vorherigen Sitz des Vereins) zu verkaufen, so viele positive Effekte mit sich bringen würde, hatte bei allem Optimismus kaum einer vorhersagen wollen. „Die Jugendwerkstatt mit Projektentwickler, Sozialpädagogen und ihren engagierten Mitarbeitern hat die Chance, die dieses Areal am See bietet, erkannt“, lobte der Bürgermeister, der sich von Anfang an für den Standort eingesetzt hatte. Er hatte 2004 den Verkauf des Vier-Seiten-Hofes zu Beginn seiner Tätigkeit als Bürgermeister der Großgemeinde gestoppt. Viele der jetzt aktuellen Projekte und Vorhaben wären am alten Standort gar nicht umsetzbar gewesen.

Detlef Grabsch, Projektentwickler, nutzte die Gelegenheit des Bürgermeisterbesuchs, um ihm ein Konzept eines Familienzentrums mitzugeben. Daszu erarbeiten er vor einem Jahr aufgefordert worden war. „Wir haben uns genau damit befasst, was brauchen Väter, was brauchen Mütter, was brauchen Kinder“, erläutert er. Bei Gesprächen mit Kita-Leuten, Fördervereinen, Einrichtungen, Schulsozialarbeitern sei herausgekommen, dass Projektarbeit nur ein Teil sein könne. Vielmehr müsse man auf kontinuierliche Angebote setzen. Die Nachfrage in der Jugendwerkstatt bei „Mädchen in Aktion“, den Scoutkids oder dem berufsorientierenden Werkstattkarussell steige kontinuierlich. Auf dem Areal der Jugendwerkstatt könnten sich die Mitarbeiter viele Dinge vorstellen. „Wo gibt es denn Angebote, dass mehrere Familien mit Kindern gemeinsam feiern könnten“, sagt er. Auch die Jugendwerkstatt werde auf Dauer nicht ohne eigene Einnahmen überleben können, das heißt, „wir brauchen auch Angebote, für die die Leute bereit sind, Geld auszugeben“.

So werde auch darüber nachgedacht, wie man den vorhandenen Raum eventuell für Übernachtungen von Klassen oder Gruppen nutzen könnte. „Wir werden alles nach und nach angehen und umsetzen“, sagt er. Besonders freut es die Jugendwerkstatt, dass sich Hönower einbringen und unterstützen, wie der pensionierte Architekt aus der Nachbarschaft, der ihnen schon mit Rat und Tat bei den erforderlichen Arbeiten zur Seite steht.

Derzeit werden das Hauptgebäude trockengelegt und Regenrinnen erneuert, dann sind Dämmarbeiten an der vermieteten Villa nötig. Und es braucht neue Sanitäranlagen. So ist es für alle ganz normal, wenn sie immer wieder in Arbeitsklamotten schlüpfen, um am Mischer zu stehen und ganz handfest zupacken. „Das ist ein großes Plus eines Erbbaupachtvertrags“, sagt Ahrens. Als Pächter könne der Verein ganz andere Wege gehen und mit viel mehr Eigeninitiative die komplette Verantwortung fürs große Grundstück ausschöpfen.

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