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Jens Sell 04.11.2011 18:34 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Hinreißende Gründungspremiere

Bad Freienwalde (MOZ) Die Wanderoper Brandenburg, Verein für kulturelle Bildung, und die Stadt Bad Freienwaldehaben mit einer fulminanten Gründungspremiere am Donnerstagabend einen kulturellen Glanzpunkt gesetzt. Hunderte Freienwalder feierten die Aufführung der Oper „Hänsel und Gretel“.

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Die Mutter kommt: Hänsel (Alexandra Parshina) und Gretel (Nora Lentner/r.) haben herumgetobt und getanzt, statt ihre Arbeit zu erledigen. Die Mutter (Christiane Mikoleit) schimpft mit ihnen und schickt sie schließlich zum Beerensammeln in den Wald.

© MOZ/Oliver Voigt

Wenn es stimmt, dass der Applaus das Brot des Künstlers ist, dann muss das Ensemble der Wanderoper Brandenburg, das am Donnerstagabend Premiere mit Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ gefeiert hat, um seine schlanke Linie fürchten: Die Bad Freienwalder Opernfreunde spendeten den Darstellern, Musikern, allen Leuten vor und hinter der Bühne gleichgetan minutenlang rhythmischen Beifall, ein Teil erhob sich von den Plätzen, es gab Fußgetrappel und Bravo-Rufe, begeisterte Pfiffe. Einen solchen Beifallssturm erlebt das Kurtheater mitunter beim Karneval. In dieser anhaltenden Intensität nach einer Opernaufführung gleicht er einer Sensation.

Das Ensemble hat sich von den ersten Minuten an in die Herzen der Bad Freienwalder gespielt. Das von Bernd Wefelmeyer behutsam geleitete Kammerorchester der Wanderoper gab nach dem Vorspiel einen stimmigen instrumentalen Hintergrund zu den absolut überzeugenden Stimmen der Darsteller. Arnold Schremm hat der Humperdinck-Oper den märchenhaften Glanz gelassen. Sehr gut kam das prächtige Bühnenbild an.

Hänsel und Gretel mit Alexandra Parshina und Nora Lentner füllten ihre tragenden Rollen mit Bravour aus. Die mit Augenzwinkern in Disko-Tanzfiguren schwelgenden Kinder beim „Brüderchen, komm tanz mit mir“ amüsierten das Publikum köstlich. Überhaupt zeigten die poppigen Kopfhörer bei Gretel wie auch die Jugendzeitschrift in Hänsels Gesäßtasche, dass hier keine verstaubte Oper aufgeführt wurde. Der Schwung der beiden und auch ihr Zagen im nächtlichen Wald schlug die Zuschauer in ihren Bann. Die populären Kinder- und Volkslieder Humperdincks rissen das Publikum mit.

Elke Schulz aus Wriezen hat die Karten bei der MOZ-Verlosung gewonnen. Sie hat ihre Mutter Irene Wiesner aus Bliesdorf mitgebracht. „Wir sind sehr angenehm überrascht, auf welch hohem Niveau die Oper hier gespielt wird. Die Darsteller haben fantastische Stimmen, die Kulissen sind wunderschön.“

Auch erfahrene Opernfreunde sind des Lobes voll: „Die Wanderoper bringt das große Werk Humperdincks wirklich gut auf diese kleine Bühne“, sagt Manfred Türschmann. Der Inhaber des Restaurants Stadtmitte hat zu DDR-Zeiten im Kinderchor der Deutschen Staatsoper auch bei der Aufführung der Oper „Hänsel und Gretel“ gesungen. Nach der Wende besuchte er eine Vorstellung des Humperdinck-Werkes in der Deutschen Oper Berlin: „Die heutige Inszenierung ist hoch professionell gemacht, da ist nichts dran auszusetzen. Sehr gute Sänger, das kleine Orchester, Bühnenbild – alles stimmt.“

Für das Ensemble gefreut hat sich Pia Stach. Sie spielt Theater im Ensemble „Märkisch-Hoffnungsland“ und war sowohl vom Spiel als auch von der Resonanz begeistert: „Ich bin so froh darüber, dass das Kurtheater so voll ist und die Zuschauer so mitgehen. Da macht es auf der Bühne richtig Spaß, das weiß ich.“

Die Oper „Hänsel und Gretel“ ist am Freitagvormittag ausverkauft vor Schulklassen wiederholt worden. Sie wird in den nächsten Wochen in Eberswalde, Fürstenwalde und zweimal in Strausberg aufgeführt.

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