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Doris Steinkraus 18.11.2011 06:23 Uhr
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Münzfunde beim Straßenbau

Gusow (MOZ) Die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt der B 167 in Gusow gehen schneller voran als erwartet. Möglicherweise kann sie für die Winterzeit vorübergehend wieder für den Verkehr geöffnet werden. Das hängt allerdings vom Wetter ab.

  Münzfund: Die Archäologen Dirk Friebe (l.) und Christian Bildt mit einer in Gusow gefundenen Münze. © Johann Müller

Enrico Lemke ist zufrieden. Der Bauleiter des Landesbetriebes Straßenwesen bescheinigt den Männern von Oevermann eine gute und zügige Arbeit. Man sei schon weiter im Zeitplan als zunächst erwartet. „Die Tiefbauarbeiten im derzeitigen Bauabschnitt sind abgeschlossen“, so Lemke. „Was jetzt noch an Medienverlegung nötig ist, erfolgt per Handschachtung und außerhalb der Borde, die bereits gesetzt sind.“ Vor allem die Pflasterer, die derzeit den Gerinnestreifen links und rechts der Straße legen, seien gefordert. „Bei dieser Witterung verlangt das einiges von den Männern“, sagt der Bauleiter. Ziel sei es, in der 48. oder 49. Kalenderwoche die Decke zu schütten. Das mache allerdings eine durchgehende Temperatur am Unterbau von mindestens fünf Grad nötig. Wenn noch geschüttet werden kann, will der Landesbetrieb die Ortsdurchfahrt den Winter über für den Verkehr kurzzeitig öffnen. Dieinnerörtliche Umleitungsstrecke über die Schäferstraße und die Siedlung befindet sich jetzt schon in einem sehr schlechten Zustand.Für den Winterdienst würde es hier kompliziert. Im Frühjahr würde die Straße aber noch einmal gesperrt, um Rad- und Gehwege sowie die Nebenanlagen fertig zu bekommen.

Dass die Arbeiten schon so gut vorangegangen sind, liegt auch daran, dass es doch nicht so umfangreiche archäologische Funde gab wie erwartet. Es gebe natürlich immer wieder einiges, soDirk Friebe von der Berliner Archäologiefirma AAB. Derzeit arbeiten sie im ersten Teil des vierten Bauabschnitts zwischen Karl-Liebknecht-Platz und Einmündung Pestalozzistraße. Der Bereich liegt unweit der Kirche, die das Zentrum einer mittelalterlichen und neuzeitlichen Stadt bildet. Hier hatten die Archäologen mit einer hohen Anzahl von Bebauungsresten und Straßenhorizonten gerechnet. „Wir haben teilweise Hausgruben, aber auch Gründungen der Häuser auf Feldsteinen gefunden“, so Dirk Friebe. „Die Profile zeigten neben den Hausgruben auch Straßenhorizonte mehrerer Zeitstellungen.“ So wurde im Bereich der Einmündung in die alte Oderstraße ein barocker, etwa 20 Meter langer Straßenhorizont mit einem anschließenden Gebäuderest freigelegt. Der Straßenhorizont zeigte die für einen Weg typischen Nutzungsspuren durch Kutsch- und Wagenräder. Der Abschnitt wurde mit Metalldetektoren begangen.

„Es zeigte sich, dass auch in der barocken Zeit den Leuten das Geld aus den Taschen gefallen ist“, berichtet Friebe. Mehrere Münzen wurden mit der Aufschrift Frederico Rex 1777 (Friedrich der Zweite) gesichert, zudem auch ältere Münzprägungen des 14. bis 15. Jahrhunderts. „Durch diese Funde bekommen wir einen kleinen Einblick in die ehemalige Bebauungstruktur des 15. bis 18. Jahrhunderts und somit in das frühere Aussehen von Gusow“, ist sich Friebe sicher.

Die Archäologen fanden zudem fast auf der gesamten Länge des Bauabschnittes im Regenwasserkanal Hinweise auf eine landwirtschaftliche Nutzung. Hier gab es früher also nur Ackerflächen. Besonders gut zeigte sich das im letzten Teil des Karl-Liebknecht-Platzes. Bei den Baggerarbeiten stießen die Archäologen auf eine kleine Brandschicht. Als diese entfernt worden war, zeichneten sich im Boden Kreuzpflugspuren ab. Der Archäologe sieht in der Brandschicht nichts Besonderes, da man auch zur damaligen Zeit dem Boden Nährstoffe zufügte, um die Erträge zu verbessern.

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