(MOZ) Wenn sich ein türkischer Ministerpräsident entschuldigt, wird man hellhörig. Sofort fällt einem der Völkermord an Hunderttausenden Armeniern vor fast hundert Jahren ein. Aber nicht doch. Der da spricht, ist Recep Tayyip Erdogan, Regierungschef der aufstrebenden regionalen Führungsmacht Türkei. Bei ihm haben selbst Entschuldigungen mit Politik zu tun.
Im Fernsehen verkündete Erdogan, er entschuldige sich im Namen des Staates für die Kurdenmassaker zwischen 1936 und 1939. Das ist insofern erstaunlich, weil die Taten unter Präsident Mustafa Kemal Atatürk begangen wurden, dem von vielen Türken verehrten Staatsgründer. Erdogans Worte waren jedoch nicht an die Kurden gerichtet. Sie sollten vielmehr die Oppositionspartei CHP treffen, Atatürks Partei. Deren Chef solle sich entschuldigen, forderte Erdogan.
Mit den Opfern von damals Schindluder zu treiben, um politische Vorteile zu erzielen, ist allerdings ein Frevel. Und Erdogan führt sich damit selbst ad absurdum. Denn während er spricht, geht sein Militär gegen die heutigen Kurden vor, die wie damals Autonomie verlangen.
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Neueste Kommentare
21.05.2012 18:08:40 Skeptiker
Wenn er recht har, hat er recht!
21.05.2012 18:05:38 Martin Hampel
Sprachkompetenz
21.05.2012 18:02:48 Ulrike
Unfaßbar....
21.05.2012 17:53:06 Lothar
Wahrheit
21.05.2012 17:48:53 Pro SMC-Ausbau
@ Marco Habeck