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Oliver Schwers 26.11.2011 07:22 Uhr - Aktualisiert 29.11.2011 16:51 Uhr
Red. Uckermark, Uckermark

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Zerfledderte Pferdeleichen

Frauenhagen (MOZ) Neue Schreckensmeldungen von herumliegenden toten Tieren nahe Frauenhagen

  Zerschunden nach stundenlangem Überlebenskampf: Dieses Pferd wurde eingeschläfert und blieb eine Woche für jeden sichtbar auf der Wiese liegen. Nachbar und Bauer Maik Manke ist entsetzt über die Zustände. © Oliver Schwers

Herumliegende tote Pferde schockieren Reisende der Bahnlinie Angermünde-Stettin. Krähen fressen verwesende Kadaver an. Seit Jahren laufen Gerichtsverfahren gegen den betroffenen Landwirtschaftsbetrieb in Frauenhagen. Jetzt erschrecken neue Fälle die Anlieger.

Der Anblick ist widerlich. Leere Augenhöhlen, zerfetztes Maul, riesige offene Wunden am Körper und blutige Weichteile. Der Kadaver des Pferdes wird von Krähen stückweise aufgefressen. Überall auf dem Fell sind Kotspuren der Vögel. „Eine einzige Tierquälerei“, schimpft Bauer Maik Manke aus Golm. Er pachtet seit einiger Zeit bei Frauenhagen und Biesenbrow Wiesen und Grünland. Doch was sich auf den Nachbarweiden abspielt, hat Manke noch nie in seinem Berufsleben gesehen. „Die Rinder und Pferde sind sich völlig selbst überlassen, das Futter reicht nicht. Eigentlich müsste bei dem Zustand der Wiesen und der jetzigen Witterung längst zugefüttert werden.“ Doch die Tiere haben solchen Hunger, dass sie dauernd versuchen auszubrechen, um das saftige Grün der Nachbarwiesen zu erreichen.

Der jüngste Todesfall zog sich in die Länge. Offenbar durch eine Krankheit konnte das Pferd mit den Hinterbeinen nicht mehr laufen. Es bemühte sich stundenlang, mit dem Hinterteil hochzukommen. Dann lag es auf der Wiese. Immer wieder beobachtete Maik Manke, wie die Vorderläufe in die Höhe schlugen. Doch niemand kam. Das war schon Mittwoch vergangener Woche. Am Donnerstag informierte der Nachbar das Kreisveterinäramt. Dort kennt man solche Anrufe bereits seit Jahren. Immer wieder die gleichen Fälle, immer wieder Aufregung. Inzwischen laufen Gerichtsverfahren. Für den Eigentümer wurde ein Tierhalteverbot erlassen. Jetzt soll angeblich eine nicht aus dem Landkreis stammende Frau die Wiesen bewirtschaften und die schätzungsweise mehr als 100 Tiere halten.

Doch alle Anrufe auf ihrer Nummer blieben ohne Erfolg. Das Veterinäramt ließ das kranke Pferd von einer Tierärztin einschläfern. Doch der Kadaver blieb liegen. Tagelang. Wieder alarmierte Manke die Kreistierärzte. Die besahen sich den Fall vor Ort und erteilten Auflagen. Dann lag der geschundene und zerflederte Tierkörper plötzlich vor der Koppel. Erst gestern Vormittag rückte der Abdecker an und zog das Pferd an einer Leine auf den Lastwagen.

Doch ebenfalls seit Tagen verwest in Sichtweite ein weiterer Kadaver auf der Wiese. Deutlich erkennbar an dem Krähenschwarm, der auf dem aufgedunsenen Leib herumhackt. Wie dieses Pferd zu Tode kam, lässt sich kaum noch nachvollziehen. Vermutlich wird auch jetzt wieder die gleiche tagelange Prozedur in Gang gesetzt, bevor der Abdecker anrückt. Einen Teil der Kosten übernimmt der Steuerzahler. Bei der Entsorgung von Tierkadavern aus der Landwirtschaft ist das landesweit geregelt.

Bauer Maik Manke bleibt jetzt hartnäckig. Er schwört, dass er wieder und wieder Druck machen will, bis sich die Zustände verwesender Tiere auf den ausgedehnten Wiesen entlang der Bahnlinie endlich ändern. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Zwischenfälle mit den Triebwagen gegeben, wobei sogar Menschenleben gefährdet wurden.

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