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Uwe Wuttke 04.12.2011 20:58 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

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Gedämpfte Aufstiegshoffnung

Schöneiche (MOZ) Ein bisschen ist bei den Oberliga-Fußballern von Germania Schöneiche der Wurm drin, seit sie offen über einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga gesprochen haben. Nach dem 0:3 in Wismar setzte es nun zum Abschluss der Hinrunde ein 2:5 (1:1) gegen den BFC Viktoria 89.

  Hält sich den Gegner fern: Der Berliner Doppeltorschütze Timur Özgöz (l.) versucht den Schöneicher Fernando "Kiko" Insa Bohigues abzuwehren. Die Gäste setzten sich zum Abschluss der Hinrunde in Schöneiche mit 5:2 durch. © Uwe Wuttke

Damit liegen die Randberliner bei Halbzeit der Saison mit 23 Punkten auf dem sechsten Rang. Das entspricht exakt dem bisher besten Ergebnis des Klubs aus der Saison 2008/09. Freuen konnte sich der Schöneicher Trainer Dirk Berger darüber aber kaum. Zu sehr schien ihm die Niederlage gegen die ebenso ambitionierten Berliner im Magen zu liegen. "Fakt ist, dass uns das Ergebnis zurückgeworfen hat. Aber von unseren Zielen werden wir nicht Abstand nehmen", so Berger.

Dazu müssen aber den spielerisch guten Leistungen, eben auch positive Ergebnisse folgen. Das war gegen den BFC Viktoria durchaus möglich. Nur in der Anfangsphase hatten die Gäste leichte Vorteile. Allerdings hätte der insgesamt schwache Schiedsrichter Enrico Barsch nach vier Minuten auch schon Elfmeter für die Germania pfeifen können, als Patrick Leutloff Torjäger Miloslav Kousal unsanft in die Parade fuhr. Danach hatten Christian Siemund und Tom Schulz mit Kopfbällen die Schöneicher Führung auf dem Fuß.

Diese gelang dann aber der Viktoria, als Robert Schröder einen Freistoß aus 20 Metern flach ins Eck zirkelte (20.). Schöneiche wirkte davon noch mehr angestachelt. Über Siemund, Michal Dolezal, Christian Gawe und Tom Schulz liefen zahlreiche hübsch anzuschauende Kombination. Aber zunächst scheiterten Siemund am Pfosten (22.) und Christopher Bräuer am starken Torwart Konstatin Filatow, der mit einer tollen Leistung bereits in der vergangenen Saison im Trikot von Tennis Borussia in Schöneiche gesiegt hatte. Unmittelbar vor der Pause aber traf Siemund nach einer scharfen Eingabe von Dolezal und unglücklicher Abwehr des BFC noch zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Was Trainer Berger auf der anschließenden Pressekonferenz dann so richtig beschäftigte war die zweite Halbzeit. "Das war ein verrücktes Spiel, allerdings erklärbar, wenn meine Spieler verrückte Dinge tun."

Wobei er verrückt schon fast gleichsetzte mit Dummheit. Es begann mit einer unnötigen Ampelkarte für den bereits verwarnten Siemund nach einem Trikotzupfer im Mittelkreis (48.). Die Gäste setzten die Bestrafung konsequent fort. Erst traf Ex-Profi Sebastian Bönig nach langem Diagonalschlag freistehend aus fünf Metern zum 1:2 (53.), dann drehte sich der agile Timur Özgöz bärenstark mit der Ballannahme um Thomas Boden und versenkte den Ball zum 1:3 in die Maschen (60.).

Wer aber gedacht hatte, Schöneiche wäre geschlagen, wurde sofort an die Partie gegen Torgelow erinnert, als die Mannschaft nach Rückstand und in Unterzahl noch gewann. Diesmal verkürzte Kousal nach einem Abpraller zum 2:3.

Die Platzherren witterten Morgenluft, erzürnten aber in der Folge mehr ihren Coach, als das sie dem Ausgleich näher kamen. "Einige Dinge sind nicht akzeptabel. Wir haben zu viele Undisziplinierheiten und zu wenig taktische Disziplin bewiesen", fand Berger. Dabei schien sich zunächst die Lage für Schöneiche zu verbessern, als Bönig nach Dolezal trat und dafür Rot sah (73.). "Eine zu harte Entscheidung", sagte Viktoria-Trainer Thomas Herbst. Sie nutzte der Germania nichts, weil Shane Recklett sich als Spielgestalter und Abräumer schwach blieb. Und Dolezal oder Gawe - wie Berger kritisierte - vergaßen, einfach zu spielen. Berger: "Dabei entsteht Großes oft aus einfachen Dingen." Dazu war sein Team am Sonnabend nicht in der Lage. Stattdessen sorgte Bräuer mit einer dauerhaften Meckerei nach einem von ihm verursachten Foul für seinen Gelb-Rot bedingten Ausschluss und die Gäste mit zwei Kontertoren durch Burak Mendes und Özgöz für den 5:2-Endstand.

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