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Heike Weißapfel 07.12.2011 16:45 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Max, der Dachs, ist jetzt Berliner

Bergfelde (MZV) Ein wenig geschützt im Hintergrund, aber selbstbewusst scheint Max, der Dachs auf die Museumsgäste und die vier Bilder der Fotografin Annette Jedwabski zu schauen. Von der Künstlerin Elinor Weise ursprünglich für die Initiative „Hertha darf nicht sterben“ entworfen sowie von Dirk Hartung erworben und rechtlich geschützt, rückt die Figur inzwischen mit den Mitstreitern der BI immer dann auf den Plan, wenn es darum geht, Schutzwald um Hohen Neuendorf oder Birkenwerder vor großflächiger Abholzung zu bewahren, sei es für Tank- und Rastanlagen oder für riesige Strommasten.

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Da grüßt der Dachs: Im Deutschen Historischen Museum in Berlin berichtet das Maskottchen der Hohen Neuendorfer Bürgerinitiative über die Arbeit der Waldschützer

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Über die Stiftung Naturschutz Berlin hatte sich der Museumsmitarbeiter Robert Kluth an Marian Przybilla von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gewandt. Der Naturschützer und Stadtverordnete (Die Linke) hatte die Idee, Max als stillen Botschafter ins Museum zu schicken. Auf diese Weise wird der mannshohe junge Dachs Teil einer 250-jährigen Kulturgeschichte des deutschen Waldes, die im Pei-Bau anhand von 400 Exponaten dargestellt ist. Entsprechend begeistert waren am Donnerstag die anwesenden Bergfelder.

Das Verhältnis der Deutschen zum Wald habe sich zwar im Lauf der Jahrhunderte gewandelt, sei dabei aber stets ein Besonderes geblieben, das sich vom Verhältnis anderer Länder zu ihren Wäldern deutlich unterscheide, ist der Stiftungspräsident des Deutschen Historischen Museums, Professor Dr. Alexander Koch, überzeugt. Dieses Verhältnis zu beleuchten, sei Anliegen der Ausstellung.

Gemälde, Gedichte, Filme Texte und Plakate veranschaulichen die Vielfalt der Betrachtung und den Wandel in der Wahrnehmung.

Nach dem Krieg wird die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegründet, die sich bis heute erhalten hat und den Wald als Erlebnis- und Naturraum bewahren will. In einem 1952 verfassten Brief versichert der damalige Regierende Berliner Bürgermeister Ernst Reuter dem Präsidenten der Schutzgemeinschaft, Dr. Ferdinand Friedensburg: „Wie jedem von uns, so liegt natürlich auch mir unser Wald am Herzen.“ Mit der Teilung der Stadt wird dieser als Erholungsort für die West-Berliner umso wichtiger.

Den Brief, eine Fahne sowie einige Hefte der SDW hat ebenfalls Marian Przybilla zur Verfügung gestellt. Seit den 50er-Jahren engagierte sich Kurt Kretschmann aus Bad Freienwalde für die Umwelt in der DDR. Er hat das Naturschutz-Zeichen mit der Waldohreule entwickelt, die heute gesamtdeutsches Symbol des Naturschutzes ist.

Seit den 80er Jahren stirbt der Wald – oder zum Glück eben auch nicht. Das „Waldsterben“ wird jedenfalls zum Mittelpunkt einer politischen Bewegung und verwundert verfolgt von anderen Ländern, die den deutschen Begriff zum Teil in ihren Wortschatz aufnehmen.

Auch anhand der Aktivitäten der Bürgerinitiative „A 10 Nord“ wird exemplarisch gezeigt, wie sich das Verhältnis zum Wald längst vom verbrämten Nationalstolz zum schützenswerten Natur- und Kulturgut gewandelt hat und wie der Kampf um dessen Erhalt immer wieder kreativen Ausdruck findet. Der Wald im 21. Jahrhundert: Nach wie vor erregt er die Gemüter. Er muss geschützt oder gerettet werden.

Insofern sehen die Bergfelder sich und ihren Max perfekt eingeordnet und sind erklärtermaßen stolze Leihgeber. „Das ist eine ganz tolle Sache“, spricht es der Stadtverordnete Matthias Schwanke (Stadtverein) auch mit Blick auf die Breitenwirkung aus. Auch wenn Naturschützer und Initiativen heute aufmerksam verfolgten, wer was mit welchem Wald vorhabe – dank moderner Technik seien tiefe Schneisen ebenfalls schneller geschlagen als je zuvor, so Schwanke. Deshalb kann Max der Dachs im Museum auch nur ein Gastspiel geben. Denn er wird im Wald noch gebraucht.

Die Ausstellung „Unter Bäumen – Die Deutschen und der Wald“ ist Teil des diesjährigen „Internationalen Jahres der Wälder“. Die Ausstellung ist bis zum 4. März 2012 im Deutschen Historischen Museum, Unter den Linden 2, in Berlin zu sehen.

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