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Vier Tote bei Sturm in Brandenburg

Ein Baum ist auf ein Auto in Frankfurt (Oder) gestürzt.
Ein Baum ist auf ein Auto in Frankfurt (Oder) gestürzt. © Foto: Renè Matschkowiak
Beate Bias / 06.10.2017, 20:09 Uhr - Aktualisiert 06.10.2017, 21:53
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bei dem schweren Sturm sind am Donnerstag im Land Brandenburg vier Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei meldete Opfer in Oberhavel, Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Ostprignitz-Ruppin. Sie waren von umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Bundesweit starben insgesamt mindestens acht Menschen.

Nach Angaben der Polizei kamen Menschen in  Ragow-Merz sowie in Schönermark (Oberhavel), Hoppegarten (Märkisch-Oderland) und bei Lindow (Ostprignitz-Ruppin) ums Leben. In zwei Fällen fielen Bäume auf fahrende Autos, wie das Innenministerium in Potsdam mitteilte. Einmal schlug ein Ast in die Windschutzscheibe ein. Erschwert wurde die Arbeit der Feuerwehr durch einen defekten Funkkontakt zur Regionalleitstelle in Frankfurt, hieß es am Abend. „Weil wir keinen Rettungswagen rufen konnten, haben Passanten einen Verletzten eingeladen und mitgenommen“, erklärte Spreenhagens Amtswehrführer Klaus-Dieter Decker.

In Brandenburg und Berlin richtete Sturm „Xavier“ fast flächendeckend schwere Schäden an. Bei den Feuerwehren herrschte Ausnahmezustand. Der öffentliche Verkehr kam zum Erliegen. Viele Straßen mussten gesperrt werden. Bahnsprecher Burkhard Ahlert sagte, dass in der Region der Zugverkehr gegen 
16 Uhr eingestellt wurde. Auch auf den Flughäfen in Schönefeld und Tegel starteten und landeten zeitweise keine Flugzeuge.

Besonders betroffen war der nördliche Teil Brandenburgs. In der Uckermark und in Oberhavel kam es zu Stromausfällen. Aber auch im Landkreis Oder-Spree war die Feuerwehr pausenlos im Einsatz. Erkners Wehrführer Rolf Stagneth sagte dieser Zeitung, dass zwischen Erkner und Fangschleuse ein Baum in die Oberleitung der Eisenbahn gestürzt war. In Frankfurt richtete der Sturm ebenfalls schwere Schäden an. Durch den starken Wind wurden Lkw umgerissen.

Pendler hatten am Abend große Schwierigkeiten, von Berlin aus nach Hause zu kommen. In der Bundeshauptstadt hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die S-Bahn gegen 
17 Uhr den Betrieb eingestellt. Auch bei der U-Bahn ging zeitweise nichts mehr. Wegen der massenhaften Anfragen von Fahrgästen brach die Internet-Seite der BVG zusammen, bestätigte ein Sprecher am Abend. Geschlossen wurde auch die Internationale Gartenbauausstellung in Berlin-Marzahn. Im Zoo und im Tierpark zogen sich Elefanten, Zebras und Giraffen schon am Vormittag von allein in die Stallungen zurück, sagte Direktor Andreas Knieriem.

Noch schwerere Schäden richtete der Sturm im Norden Deutschlands an. In Hamburg wurde eine Frau von einem umgestürzten Baum erschlagen. Weitere Tote gab es in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

In Beeskow werden die Sturmschäden beseitigt.
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Sturmtief wütet in der Region

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