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Drei Millionen für drei Theater

Szene aus dem neuesten Musical der Uckermärkischen Bühnen: "Grimm!" ist ein Musical-Märchen für Erwachsene und für junge Leute. Zum wiederholten Male setzt das Schwedter Theater auf die Zusammenarbeit mit Polen, hier mit der Musical-Hochschule Danzig.
Szene aus dem neuesten Musical der Uckermärkischen Bühnen: "Grimm!" ist ein Musical-Märchen für Erwachsene und für junge Leute. Zum wiederholten Male setzt das Schwedter Theater auf die Zusammenarbeit mit Polen, hier mit der Musical-Hochschule Danzig. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 06.10.2017, 07:10 Uhr
Schwedt (MOZ) Das Theater Vorpommern Greifswald, die Oper Stettin und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt bauen ein Theaternetzwerk auf. Durch gemeinsames Marketing und technische Verbesserungen sollen mehr Zuschauer gewonnen werden. 3,3 Millionen Euro fließen bis 2020 in dieses Vorhaben.

Die drei Theater wollen ihre Grenzlage in etwas Positives umkehren. "Wir sehen die einmalige Chance, unsere Arbeit zu qualifizieren und mehr Zuschauer, vor allem im Kinder- und Jugendbereich, zu gewinnen", erläutert der Schwedter Intendant Reinhard Simon den Kerngedanken des Netzwerkes.

Es gehe um das Binden von Zuschauern, deren Sehgewohnheiten sich in den vergangenen Jahren stark geändert haben, so der Intendant. "Wir werden in einer gemeinsamen Marketinggruppe eine abgestimmte Werbung machen. Es wird ein gemeinsames Logo geschaffen mit gemeinsamem Internetauftritt und eigener App."

Die Uckermärkischen Bühnen arbeiten seit vier Jahren daran, mit diesem Netzwerk zu beginnen. Sie haben sich in Greifswald und Stettin Partner gesucht und erfolgreich um EU-Förderung beworben. "Wir haben nicht nur unsere drei Städte im Rücken, sondern auch die Länder Brandenburg und Mecklenburg/Vorpommern sowie die polnische Wojewodschaft Westpommern", erklärt Simon.

3,3 Millionen Euro sollen bis 2020 in dieses Netzwerk fließen. Es sieht erhebliche technische Verbesserungen in Schwedt, Greifswald und Stettin vor. 85 Prozent dieser Summe fördert das EU-Programm Interreg. Der Rest kommt als Eigenanteil aus den drei Bühnenhäusern.

Durch das Netzwerk werden an unterschiedlichen Standorten zweisprachige Angebote für das Publikum möglich. Deutsch-polnische Theatertage sollen stattfinden. Der Schwedter Schauspieldirektor André Nicke erläutert genauer, was in dem neuen Musen-Dreieck Stettin, Schwedt, Greifswald geschehen soll: "An allen drei Standorten schaffen wir Lösungen zum Übertiteln in der jeweiligen Nachbarsprache. Spielpläne und Personaleinsatz werden abgestimmt. Es gibt gemeinsame Produktionen und Gastspiele mit grenzüberschreitenden Themen." Die Uckermärkischen Bühnen zum Beispiel wollen 2018 erstmals mit der Oper Stettin gemeinsam das traditionelle Schwedter Weihnachtsmärchen produzieren. Es heißt "Die Schöne und das Biest".

Horst Kuppich ist stellvertretender Intendant des Theaters Vorpommern, das große Spielstätten in Greifswald, Stralsund und Putbus hat. "Unser Netzwerk kann es schaffen, dass ein Austausch auf hohem technischen Niveau stattfindet und der dabei noch Zeit spart. Große romantische Opern wie zum Beispiel ,Tannhäuser' könnten auch nach Schwedt kommen. Über dieses Projekt wollen wir Mittel für Beleuchtung und Ton in unsere Häuser Putbus und Stralsund stecken."

Die Oper Stettin hat seit 2015 durch technische Erneuerungen Weltniveau, wie Intendant Jacek Jekiel sagt. "Unsere Achilles-Ferse ist die Technik für open-air-Veranstaltungen. Dort wollen wir investieren." Das Schwedter Theater will Fördermittel in eine doppelte Drehbühne und in neue LED-Technik fließen lassen.

Anna Mieczkowska vom Marschallamt Westpommern hat mehrfach mit deutsch-polnischen Projekten zu tun. Sie lobt: "Das Theaternetzwerk wird nicht von Oben nach Unten verordnet, sondern kommt von den Institutionen selbst."

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