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Pausenlos im Einsatz

Harriet Stürmer / 06.10.2017, 18:53 Uhr - Aktualisiert 06.10.2017, 19:30
Frankfurt (Oder) (MOZ) Während Brandenburgs Feuerwehrleute auch an Tag 1 nach "Xavier" alle Hände voll zu tun hatten, um die Schäden des Sturmtiefs zu beseitigen, kehrte in den fünf Leitstellen des Landes langsam wieder Alltag ein. Dort hatten zwischen Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag Tausende Notfallmeldungen für zum Teil chaotische Zustände gesorgt.

Umgestürzte Bäume auf Straßen und Schienen, unzählige abgefallene Äste: Sturmtief "Xavier" hat insbesondere Brandenburgs Feuerwehrleute am Freitag weiter auf Trab gehalten. Bereits am Donnerstag waren die Kameraden zu mehr als 5100 witterungsbedingten Einsätzen ausgerückt, wie das Innenministerium mitteilte. In den fünf Leitstellen standen die Telefone ab dem Nachmittag nicht mehr still.

Zwölf Notrufleitungen gibt es in der Leitstelle Oderland - zuständig für die Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree und die Stadt Frankfurt. Es habe ununterbrochen geklingelt, berichtete Leiter Carsten Greim am Freitag. Normalerweise bearbeiten fünf Disponenten die eingehenden Notfälle. Am Donnerstag musste die Mannschaft auf neun aufgestockt werden. "Zwischen 16 Uhr und heute 10 Uhr wurden unsere Kameraden zu mehr als 600 witterungsbedingten Einsätzen gerufen", sagte Greim. Die Zahl der eingegangenen Notrufe liege weitaus höher.

Angesichts dieser Menge war die Leitstelle zeitweise überlastet. Zum Teil hätten Anrufe wegen vergleichsweise geringen Schäden die Arbeit behindert, sagte Greim. "Die 112 ist die Nummer für lebensbedrohliche Notfälle", betonte er und räumte gleichzeitig ein: "Um den Funk konnten wir uns schon gar nicht mehr kümmern." Deshalb sei der Funkverkehr im besonders schwer betroffenen Märkisch-Oderland von den drei Kommunen Vogelsdorf, Müncheberg und Bad Freienwalde geführt worden. Die Feuerwehren wickelten ihre Einsätze zum Teil selbstständig ab.

Auch im Norden des Landes wurden viele Einsätze von den Feuerwehren selbstständig abgearbeitet, wenn Notrufe direkt an die Feuerwachen gerichtet wurden. Nichtsdestotrotz hatten aber auch die Kollegen in der Leitstelle Nordost - zuständig für den Barnim, die Uckermark und Oberhavel - ununterbrochen zu tun. Mehr als 1000 Einsatzstellen wurden dort gemeldet, sagte Leiter Sven Kobelt. Die Leitstelle sei voll besetzt gewesen, dafür habe man Kollegen aus der Freizeit holen müssen, alle hätten Überstunden gemacht - "eine extreme Belastung", wie Kobelt betonte. "Wir sind immer noch dabei, die Notrufe abzuarbeiten."

Für jede Menge Arbeit sorgte "Xavier" auch bei der Brandenburger Polizei. Die Beamten bewältigten rund 800 witterungsbedingte Einsätze. Am Donnerstag waren zwischen 14 Uhr und Mitternacht rund 5300 Notrufe bei der Leitstelle der Polizei eingegangen - an normalen Tagen sind es etwa 1000, wie es beim Innenministerium heißt.

In Beeskow werden die Sturmschäden beseitigt.
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Sturmtief wütet in der Region

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Piefke Saga 07.10.2017 - 12:36:14

Feuerwehr, Polizei, Rettungskräfte, alle, die schwer Hand anlegten: Note 1 +

DBahn, S-Bahn, betreffend Kundenbetreuung: Note 6 - / leider gibt keine schlechtere Note. Es zeigte sich wieder einmal, dass BERlin nichts auf die Reihe bekommt. Nein, das ist keine Kritik an den Leuten, die im Dauereinsatz körperlich schwer „schufteten“, gar Kopf und Kragen riskierten. Meine Kritik geht an das Management, an die, die für den Kundenservice führend zuständig sind. Insbesondere der Informationsfluss der Bahnen an ihre Kunden, er ist eine einzige und riesige Katastrophe. Nur mal das, was ich alleine selber erlebte ... Donnerstag, Berlin Mitte, ich verlasse das Büro eine Stunde früher, da im Internet die Nachricht auftauchte, dass die DBahn in ganz Norddeutschland den Bahnbetrieb einstellte. „Schnell nach Hause!“, so dachte ich. Komme gegen 16:20 h am Potsdamer Bahnhof an. Kaum angekommen, nach fünf Minuten zeigt die Anzeige auf den Bahnsteigen der Regio-Züge plötzlich, dass die Bahn den Zugbetrieb komplett eingestellt hat. OK, ich latsche rüber zur S-Bahn und lese auf deren Bahnsteiganzeigen, dass die S-Bahn auch den Betrieb eingestellt hat. Soweit, so gut, aber was folgen könnte !, geschweige denn, was kommen wird, Letzteres kann keiner wissen, Ersteres sollten eigentlich erfahrene Kundenbetreuer längst spüren, wenn nicht gar wissen, nämlich, dann kommt nichts mehr für die Kunden, für viele Stunden. Nun, ich gehe wieder zu den Regio-Bereich zurück und checke, ob man Infos lesen kann. Aber, nichts, gar nichts kann man sehen oder lesen, nur, es werden immer mehr Leute, die gestrandet sind. Kein Bahn-Personal zu sehen, nicht einmal Sicherheitskräfte. Dort, wo man früher Bahnpersonal sehen, geschweige denn finden konnte, niemand da, alles zu, geschlossen. Es folgt eine Ansage, die für mich so etwas wie ein Indiz, wie eine Spitze eines Eisberges einer katastrophal versagenden Kundenbetreuung ist. Ein Wort, ein einziges Wort kann mehr sagen, als man ahnen kann, aber befürchten muss. Ich meine das Wort „soeben“. Gegen etwa 16:45 h hieß es aus den Lautsprechern " bla bla bla ... wurde soeben der Zugbetrieb eingestellt!" Dieses eine Wort „soeben“ hatte es in sich, denn über Stunden kam immer wieder die gleiche Ansage ... " bla bla bla ... wurde soeben der Zugbetrieb eingestellt!" Als ich nach drei Stunden den Potsdamer verließ, immer noch die gleiche Ansage, vielleicht hörte man sie noch bis Mitternacht. ... oder bis Freitag, hört man sie noch bis heute? " bla bla bla ... wurde soeben der Zugbetrieb eingestellt!" Weil man hoffte, dass sich vielleicht bei der S-Bahn was tut, immerhin, Anhalterbahnhof bis Nordbahnhof ging dann plötzlich, und weil auch hoffte, dass sich bei den Regios was tut, läuft man immer wieder mal zwischen S- und DBahn hin und her. Einen vom momentanen Standort im Potsdamer Platz unabhängigen optischen Informationsaustausch zischen beiden Systemen, den gibt es nicht. Ergo, man läuft hin und her. Irgendwelche zusätzliche Infos aus den Lautsprechern? Nichts, gar nichts. Außer ... " bla bla bla ... wurde soeben der Zugbetrieb eingestellt!" War es gegen 18:00 h ? Plötzlich ändert sich die Anzeige für die Regio-Züge ... unten, mit Laufschrift die Info, dass der Zugbetrieb eingestellt wurde, darüber fünf oder sechs Linienzüge mit Hinweis, rechts, 90 Minuten Verspätung, außer eine, die hatte 70 Minuten Verspätung. Wartete man lange genug, dann rutschte eine Linie nach der anderen nach oben weg, unten folgten nachfolgende, alle mit Hinweis 90 Minuten Verspätung, eine mit 70 Minuten. Nur, für was zum Teufel soll diese (Falsch-) Information gut sein? Wie geschrieben, unten steht "Zugbetrieb eingestellt", darüber stehen Züge mit Infos betreffend der Verspätung. … und man konnte es sehen, dass sich immer mehr Leute unter/vor die Anzeigen stellten, mit der Hoffnung, dass sich vielleicht doch was tut. Aber, nichts änderte sich, nichts tat sich, ein typisch BERliner Schwarzes Infoloch.. Nach drei Stunden warten auf dem Potsdamer fuhr ich mit der U-Bahn wieder zurück ins Büro, kaufte mir zwischendurch eine Pizza und was zum Trinken, stellte mich darauf ein, dass ich im Büro übernachten muss. … wenigstens das Fußballspiel konnte ich gucken :-) Ich übernachtete im Büro, schlief auf dem Boden, eine dünne Matte brachte nicht viel oder ich hängte irgendwie im schräg gestellten Bürostuhl und versuchten zu schlafen. Freitag, morgens gegen sechs, wenigstens Kaffee konnte ich mir machen Eine Weile später, die tägliche Arbeitszeit beginnt. Weggehen, nach Hause, bringt nichts, die Züge fahren immer noch nicht und ich bin ausgerechnet an diesem Tag alleine im Büro. Schicksal. Ich checkte im Laufe des Tages immer wieder mal, wie die Situation mit der S-Bahn und den Regios ist. Gegen Mittag kann man lesen, dass die S25 vom Potsdamer bis Schönholz fährt. Vom S-Bahn Schönholz bis Hohen Neuendorf gibt es einen SEV und ab Hohen Neuendorf bis Oranienburg fährt die S1 wieder. OK, ich verlasse 15 Uhr das Büro, ab zum Potsdamer. Während der Fahrt gibt es mehr als einmal die Durchsage in der S25, dass es einen SEV zwischen Schönholz und Hohen Neuendorf gibt und, dass die S1 zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg fährt. Es hieß, Fahrgäste nach Oranienburg sollen bitte den SEV nehmen, der vor dem Bahnhofsgebäude Schönholz warten wird. OK, ich komme an und verlasse die S25 in Schönholz, gehe zu besagter Haltestelle. Dort warteten bereits Leute und Leute aus meinem Zug stellten sich dazu. Und so standen wir und warteten und warteten und warteten, kein SEV-Bus kam. Es regnete immer wieder mal zwischendurch, das Wartehäuschen ist natürlich viel zu klein. Nach einer Stunde immer noch kein Bus, die Reihen lichten sich. Gleich nach der Haltestelle ist eine Fußgängerampel und wenn die für den Verkehr auf Rot steht, gehen manche Leute einfach auf die Straße und fragen „OHV-Vorbeifahrende“, ob sie mitfahren dürfen. Plötzlich kommt einer, keine Ahnung wer das war, die Art und Weise wie er sich gab konnte man denken, er gehört zur Bahn und erzählt den Leuten, dass überhaupt kein SEV kommen wird, dass die Durchsage im Zug falsch ist. OK, weit über eine Stunde stehe ich schon hier, kein SEV-Bus war und ist zu sehen und ich denke, das stimmt wohl. Ich mache mich auf die Beine, gehe ein paar Häuser weiter und versuche ein Taxi zu ordern. Mist, das Akku hält nicht mehr lange. Ich kann ein Taxi fragen ob es frei ist. Der Fahrer sagt nein und ich frage ihn, ob er mir eine Taxinummer empfehlen kann. Er gibt mir eine und ich rufe an. Es dauert und dauert und plötzlich nimmt doch einer den Anruf an. Ich kann ein Taxi bestellen und ich warte. … und warte und warte … keines kommt, dafür kommt eine SMS mit der Info, dass alle Taxi busy sind, ich soll später noch einmal anrufen. Tja, wann ist später? Und, dann kommt doch tatsächlich ein leeres Taxi aus einer Seitenstraße heraus. Er muss warten und ich frage ihn, ob er frei ist. ER IST FREI! und ich stürze mich ins Taxi. Ich sage ihm, dass ich nach Hohen Neuendorf muss und ich frage ihn, wie viel es denn kosten würde, wenn er gleich bis Oranienburg durchfährt. Tja, ich fuhr dann bis Oranienburg durch, einfach schon deshalb, weil ich einfach und endgültig die Schnauze voll hatte und ich nur noch nach Hause wollte. Es war nicht billig, aber ich bin zu Hause angekommen, nach 37 Stunden. … und mir fällt wieder ein Lied ein … Berlin, Berlin, du Stadt der …… Riesensch....e, korrigiere, der Riesenpleite.

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