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Feuerwehren im Altkreis beseitigen nach Sturm Schäden / Leitstelle ausgefallen

Im Dauereinsatz

Mit vereinten Kräften: Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Freienwalde ziehen mit Hilfe einer Seilwinde den zersägten Baum von der Fahrbahn. Der ist am Donnerstag in der Gesundbrunnenstraße auf die Fahrbahn gestürzt.
Mit vereinten Kräften: Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Freienwalde ziehen mit Hilfe einer Seilwinde den zersägten Baum von der Fahrbahn. Der ist am Donnerstag in der Gesundbrunnenstraße auf die Fahrbahn gestürzt. © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke, Steffen Göttmann / 06.10.2017, 19:45 Uhr - Aktualisiert 06.10.2017, 21:59
Bad Freienwalde (MOZ) Heftige Sturmböen, entwurzelte Bäume, beschädigte Autos - auch im Altkreis Bad Freienwalde hat am Donnerstagabend Sturmtief "Xavier" gewütet. Die freiwilligen Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um die Schäden zu beseitigen.

Es ist später Donnerstagnachmittag. Plötzlich stürmt es. Äste fallen auf Straßen und Gehwege. Kurzzeitig schwankt der Strom. Zwei Stunden fegt Sturmtief "Xavier" über die Region. Als die Freiwillige Feuerwehr Bad Freienwalde in die Gesundbrunnenstraße ausrückt, hat sich der Sturm bereits gelegt. Am Fontaneplatz liegt einer der riesigen Bäume quer über die Straße - entwurzelt. Mit Kettensägen machen sich die Männer ans Werk, um den Stamm zu teilen und die Reste mit einer Seilwinde von der Fahrbahn zu ziehen. "In Märkisch-Oderland herrscht Ausnahmezustand", sagt René Erdmann, Stadtbrandmeister in Bad Freienwalde. Die Leitstelle in Frankfurt sei ausgefallen. Für den Altkreis Bad Freienwalde hat der Einsatzleitwagen (ELW) der Kurstadtfeuerwehr, besetzt mit Christian Höfs, Marco Knoll und Tim Ruchotzke, die Koordinierung der Einsätze übernommen, berichtet er und zieht die Stirn kraus. Kurz vorher waren die Einsatzkräfte am Platz hinter dem einstigen Finanzamt. Dort steht das Festzelt. Es ist für das Oktoberfest am Sonnabend aufgestellt und zum Teil dekoriert. Doch "Xavier" hat darauf keine Rücksicht genommen. "Zwei Meter hoch stand der Wind im Zelt", so René Erdmann, während wenige Meter weiter von ihm die Kettensägen schnurren. Marco Roggow ist mit dabei. "Das habe ich so entschieden. Mit unseren Kettensägen kommen wir hier nicht weiter", erklärt René Erdmann und verweist zudem auf die Erfahrung des städtischen Forstarbeiters. Zudem habe gerade dieser Schaden Vorrang. Die Gesundbrunnenstraße müsse für Rettungswagen, die in die Fachklinik gerufen werden, frei sein.

Während des Abends werden die Einsatzkräfte unter anderem in die Berliner Straße gerufen. Dort liegen große Äste auf der Fahrbahn. Schlimmer sieht es in Altranft aus. Auf der KAP-Straße stürzt ein Baum auf einen Pkw. Es wird niemand verletzt. Größere Schadenslagen gibt es in Bralitz in der Oderberger Straße. Zwischen 65 und 70 Einsätze fahren die Feuerwehren der Stadt. Gegen 1 Uhr nimmt die Leitstelle ihren Betrieb wieder auf. Die Sitz-Bereitschaft wird aufgehoben. Um 2.30 Uhr sind die letzten Einsatzkräfte zu Hause.

Auch die Feuerwehren von Falkenberg-Höhe sind von 17.30 bis 1 Uhr unterwegs, teilt Amtsbrandmeister Robert Müller mit. Die Feuerwehr Dannenberg allerdings muss in Wölsickendorf bis 4 Uhr ausharren. Sie sichert ein abgerissenes Stromkabel und muss auf Mitarbeiter des Versorgers E.dis warten. Insgesamt räumen die Feuerwehrleute 50 Bäume von den Straßen. Schwerpunkte sind die Alleen wie die B 158 oder die Landesstraße zwischen Beiersdorf und Freudenberg. Allein sieben Bäume müssen auf der B 158 zwischen Steinbeck und Leuenberg geräumt werden. Autofahrer benötigen für die Fahrt von Bad Freienwalde nach Werneuchen zwei bis drei Stunden.

Nicht viel anders sieht es in Wriezen aus. Dort rückt die Ortsfeuerwehr zwischen 16.30 und 1.20 Uhr 34-mal aus. Wie Hannes Möller von der Feuerwehr informiert, müssen unter anderem zwei Bäume beseitigt werden, die auf Pkw gestürzt sind. Ein Baum kracht auf ein Haus, einer auf Schienen und ein weiterer zerstört eine Stromleitung. Die 21 Feuerwehrmänner und -frauen geben alles. Stadtbrandmeister Thomas Keil ist am Freitag noch mit der Nachbereitung der Einsätze auch in den anderen Ortsteilen befasst. Die Straße zwischen Haselberg und Steinbeck sei eine zeitlang dicht gewesen, in Marienberg der Strom ausgefallen, an anderen Stellen Telefonleitungen in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ähnliches berichtet Henri Mandke, Amtsbrandmeister von Barnim-Oderbruch. Alle 13 Ortswehren seien zwischen 18 und 22 Uhr im Einsatz gewesen. "Die eine oder andere auch früher beziehungsweise länger", sagt Mandke. Insgesamt waren 103 Feuerwehrleute draußen. Stromausfälle habe es in Altlewin, Neutrebbin, Neulewin und Herrnhof gegeben.

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