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Verbindung gehört nicht zu den acht favorisierten Korridoren des Landes

Die Ostbahn bleibt auf der Strecke

© Foto: Privatarchiv
Ulrich Thiessen / 06.10.2017, 19:47 Uhr
Potsdam (MOZ) Berlin und Brandenburg wollen mit der Bahn über den Investitionen ins Schienennetz verhandeln. Acht sogenannte Korridore wurden dazu benannt. Die Ostbahn fehlt dabei komplett, was zu Unverständnis und Verärgerung führt.

"Die Leerstelle ist mir gleich aufgefallen", sagt Hans Leister, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Offenbar rechne die Landesregierung immer noch damit, dass die Bevölkerungszahlen sinken und sich die Verkehrsprobleme so von selbst lösen, wird der Bahnexperte bitter. Dabei gilt die Verbindung zwischen Lichtenberg über Strausberg und Müncheberg bis in polnische Kostrzyn (Küstrin) laut der Kreisverwaltung Märkisch-Oderland als die erfolgreichste Regionalbahnstrecke in Brandenburg. Die Züge mit Pendlern und am Wochenende mit Ausflüglern sind jetzt schon oft bis zum Rand gefüllt. Immer wieder kommt es vor, dass Fahrgäste mit Rädern nicht befördert werden können.

"Wenn man über Investitionen in die Bahn-Infrastruktur verhandelt, muss die Ostbahn dazugehören", fordert Leistner. Die Strecke müsse zweigleisig ausgebaut werden, schon mit Blick darauf, dass auch irgendwann Fernzüge aus Polen nach Berlin hier verkehren könnten. Noch wichtiger ist laut Leistner allerdings die Elektrifizierung der Strecke. Dieselloks seien nun mal Auslaufmodelle, mit denen man nicht die Zukunft einer Strecke sichern könne.

"Mich ärgert das sehr", sagt Ute Barkusky, Bürgermeisterin der Stadt Müncheberg. Immer wieder habe sie in Potsdam für den Ausbau der Strecke geworben und jetzt scheint sie hinten runter zu fallen. Ihre Stadt habe Zuzug zu verzeichnen. Außerdem sehe der Landesentwicklungsplan eine Siedlungsentwicklung entlang der Bahnlinien vor. Dann müsse man auch die Infrastruktur stärken.

Zurzeit strapaziert die Ostbahn die Nerven ihrer Nutzer. Immer wieder sind wegen Bauarbeiten Busse im Einsatz. In Rehfelde entsteht ein Begegnungsgleis auf der eingleisigen Strecke, in Strausberg werden die Systeme von S-Bahn und Regionalbahn entflochten, um die Störungsanfälligkeit zu beheben. Ende nächsten Jahres soll die Ostbahn am neu umgebauten Ostkreuz enden, also bessere Umsteigemöglichkeiten in die Innenstadt von Berlin bieten.

Das Potsdamer Verkehrsministerium erklärte auf Nachfrage, dass die Strecke zur Oder nicht in die Arbeitsgruppe mit Berlin und der Bahn aufgenommen wurde, weil dort nur "die aussichtsreichen Investitionen" besprochen werden sollen. Das Land habe sich bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes für die Elektrifizierung der Ostbahn eingesetzt. Leider sei man damit im Bundesverkehrsministerium nicht durchgedrungen. Deshalb seien keine weiteren Maßnahmen an der Strecke vorgesehen.

Der aktuelle Stundentakt wird momentan in Potsdam für ausreichend gehalten. Ab 2020 wird die Strecke neu ausgeschrieben, dann könnten größere Fahrzeuge ab 2024 bestellt werden. Eine Verdichtung des Taktes scheine momentan nicht nötig. Allerdings, so der Sprecher des Ministeriums, werde dies unmittelbar vor der Ausschreibung noch überprüft.

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/ostbahn

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