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Vize in Königs Wusterhausen soll Flüchtlinge rassistisch beleidigt haben / Vorwürfe abgestritten

Bürgermeister zeigt Stellvertreter an

Jörn Perlick von der CDU Dahme-Spreewald
Jörn Perlick von der CDU Dahme-Spreewald © Foto: CDU Dahme-Spreewald
Christopher Braemer / 11.11.2017, 06:13 Uhr
Königs Wusterhausen (MOZ) Es sind keine leichten Vorwürfe, die gegen den Vize-Bürgermeister von Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald), Jörn Perlick (CDU), erhoben werden. In einer Dienstberatung im Februar 2015 soll der 51-Jährige Flüchtlinge mehrfach rassistisch beschimpft haben. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, in der die Stadt jetzt auf entsprechende Medienberichte reagierte.

Ein Mitarbeiter, der an der Konferenz teilgenommen hatte, habe den Vorfall dem neuen Rathauschef Swen Ennullat (Freie Wähler KW) gleich nach dessen Amtsantritt am 18. Oktober gemeldet. Ennullat habe daraufhin seinen Stellvertreter bei der Staatsanwaltschaft Cottbus und der Kommunalaufsicht Potsdam angezeigt, heißt es in der Stellungnahme der Stadt weiter.

In der Dienstberatung ging es um die Unterbringung von Asylbewerbern in Flüchtlingsheimen. Dazu soll Perlick der eidesstattlichen Erklärung des Mitarbeiters zufolge konkret gesagt haben: "Die Bimbos sollen da bleiben, wo sie hingehören: im Wald. In die Kernstadt gehören die Bimbos nicht."

Der Mitarbeiter, der der Konferenz im Februar 2015 zusammen mit Perlick beiwohnte, soll das Fehlverhalten seines Vorgesetzten auch dem damaligen Bürgermeister Lutz Franzke (63, SPD) noch am selben Tag mitgeteilt haben. Franzke habe die Vorwürfe ignoriert - auch nachdem der Mitarbeiter später noch einmal nachgehakt habe.

Perlick selbst streitet die Vorwürfe ab. "Das habe ich niemals gesagt", sagte er gegenüber der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Der CDU-Fraktionschef von Königs Wusterhausen, Peter Dreher, witterte gegenüber dem Blatt eine Retourkutsche. Ex-Bürgermeister Franzke zeigte sich ebenfalls skeptisch: "Wir sollten uns nicht auf dieses Niveau begeben. Erst mal muss geklärt werden, ob eine solche Äußerung überhaupt getätigt wurde."

Bürgermeister Ennullat war von 2013 bis 2014 Fachbereichsleiter für Soziales. Er wurde gekündigt, nachdem er im Zuge eines Kita-Neubaus Anzeige gegen Ex-Bürgermeister Franzke und Kämmerer Perlick wegen Untreue erstattet hatte. Die Ermittlungen dazu laufen noch.

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