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Ehrung für die stillen Helden

Falkenseer Bürgerpreis: Insgesamt 32 Persönlichkeiten wurden nominiert.
Falkenseer Bürgerpreis: Insgesamt 32 Persönlichkeiten wurden nominiert. © Foto: Passow
Silvia Passow / 02.12.2017, 15:41 Uhr
Falkensee (MOZ) Vielleicht sind sie gar nicht immer so leise. Manchmal treten sie auch laut und deutlich für ihre Sache, ihre Anliegen ein. Still sind sie, wenn es um sie persönlich geht, um ihre Leistungen, ihren Verdienst. In Falkensee wurden am Freitag die Bürgerpreise verliehen.

Die Helden des Alltags verrichten ihr Werk auf leisen Sohlen. Männer und Frauen, Jüngere und älterer Falkenseer. Einige stellen sich seit vielen Jahren, manche gar seit Jahrzehnten, in den Dienst der Gemeinschaft. Ihre Tätigkeitsfelder sind ganz unterschiedlich. Sie helfen, sie erinnern, sie geben Zuneigung, eine Stimme, sie bewegen, sie motivieren. Eines haben sie gemeinsam, sie sind Lichtträger. Erhellen die Dunkelheit, vertreiben die Schatten, geben Hoffnung.

Zweiundvierzig dieser Falkenseer waren für den Bürgerpreis 2017 nominiert. Ihnen allen gebührt der Dank, der Respekt, die Wertschätzung, so Bürgermeister Heiko Müller in seiner Rede. Fünf der Nominierten sollten die Auszeichnung für das Jahr 2017 erhalten. Vorweg, sechs sind es geworden. Die Jury, bestehend aus dem Bürgermeister Heiko Müller, Michael Ziesecke, Marlies Schnabel, Gabriele Helbig, Karl Hoffmann, Pfarrerin Gisela Dittmer und Barbara Richstein hatten bei der Auswahl keine leichte Entscheidung zu treffen. Was in ihren Vorstellungen der Nominierten auch hör-, und sichtbar wird. Jede einzelne Laudatio zeugt von tiefer Anerkennung für die erbrachten Leistungen.

Ausgezeichnet mit dem Falkenseer Bürgerpreis wurden in diesem Jahr: Claus-Jürgen Wizisla. Der 86jährige Pfarrer im Ruhestand erhielt den Preis für sein unermüdliches und ehrenamtliches Wirken in seiner Kirchengemeinde. Außerdem für die Gründung der "Gesprächsabende über Leben und Glauben. Er übernimmt, wenn Not an Mann oder Frau, noch immer die Leitung von Gottesdiensten und gehört zur Redaktion des "Kirchenboten". Zehn Jahre lang leitete er eine überkonfessionelle Ehe,- und Lebensberatungsstelle.

Ausgezeichnet wurde auch Luzie Gehrmann für ihre Arbeit zur Demokratieförderung, besonders im Bereich der politischen Teilhabe für Jugendliche. Die jüngste Preisträgerin hatte eine zentrale Rolle bei der Gründung der Gruppe "Jugend für Asyl". Die politisch aktive Gehrmann setzte sich auch stark für U-18-Wahlen an Schulen ein.

Erika Knöppler erhielt den Preis für ihre zentrale Rolle bei der Gründung und weiteren Arbeit der Agenda 21. Sie leitete die Umweltgruppe, betreute Projekte wie, "1000 Bäume für Falkensee". Sie gestaltete zwei Pflanzenbörsen und war maßgeblich bei der Schaffung des "Gartens der Vielfalt" aktiv. Mit Erfolg plante sie den ersten Weltumwelttag für Falkensee. Mit ihrem Motto: "Wir Menschen sind hier auf der Erde nur zu Besuch", konnte sie auch viele junge Menschen für den Umweltschutz begeistern.

Hubert Kaufhold konnte seinen Preis nicht persönlich in Empfang nehmen. Sein langjähriges Engagement für Menschen mit geistiger Behinderung und seine Unterstützung bei der Gründung und Belebung der Lebenshilfe Falkensee e.V. wurde mit dem Preis gewürdigt. Hubert gehört zu den Gründungsvätern der Lebenshilfe, sein unermüdlicher Einsatz wird bis heute dort geschätzt. Außerdem leitete er im Förderverein der Allgemeinen Förderschule Falkensee eine Sportgruppe.

Sven Steller erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz beim SV Falkensee- Finkenkrug e.V., dessen 1'ster Vorsitzender er auch ist.

Mit einem Sonderpreis wurde Erhard Stenzel ausgezeichnet. Stenzel war aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime. Als Zeitzeuge ist er unermüdlich im Einsatz, leistet Aufklärungsarbeit gegen das Vergessen von Terror und Krieg. Er hält jährlich Gedenkreden für die Opfer der NS-Diktatur. Außerdem setzt er sich für die Gedenkstätte im Geschichtspark ein, für ein würdiges Gedenken an die Opfer.

Der Falkenseer Bürgerpreis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. Im Vorfeld waren alle Falkenseer/innen aufgerufen, Nominierungen abzugeben. Fünf Preise sind vorgesehen. Bereits 2014 gab es schon einmal einen Sonderpreis. Zum Sonderpreis für Erhard Stenzel sagt Heiko Müller: "Vergessen ist manchmal einfacher, als erinnern."

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