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Ina Matthes 23.05.2014 19:00 Uhr

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Neue Bilder vom Everest

Schönefeld (MOZ) Der erste Motorsegler der Welt, der über den Mount Everest flog, ist in Strausberg (Märkisch-Oderland) gebaut worden. Auf der Luftfahrtmesse ILA hat die Crew erstmals Ergebnisse ihrer Expedition zum höchsten Berg der Welt vorgestellt.

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Mountain-Wave-Expedition fliegt mit zwei Motorseglern aus Strausberg über den Himalaya. Dabei wurde unter anderm der Mount Everest in 3D kartiert.

© Mountain Wave Project

Reiner Stemme hat das Flugzeug konstruiert, mit dem das Team der Mountain-Wave-Expedition zum Jahresanfang über die Hänge des Mount Everest segelte. "Ich finde das großartig", sagte der Unternehmer auf der ILA in Berlin begeistert. "Ich bin so glücklich, dass alle gesund nach Hause gekommen sind."

Mit den Flügen im Himalaya hat das Team um den Berliner Meteorologen und Piloten René Heise Grenzen für Mensch und Technik ausgelotet. Bis zu 9000 Meter hoch glitten die beiden Stemme-Flieger über das Hochgebirge bei Außentemperaturen um minus 35 Grad. Die Strausberger Flugzeuge haben die Belastungsprobe bestanden. "Wir hatten in der ganzen Zeit kein größeres technisches Problem", lobte Heise.

Bei der Expedition ging es nicht nur um einen Segelflug-Rekord. Das Team erforschte sogenannte Gebirgswellen. Sie treten auf, wenn Wind auf Gebirgskämme trifft und Luftteilchen in Schwingung versetzt. Verkehrsmaschinen können dadurch in gefährliche Turbulenzen geraten. Erfahrene Segelflieger dagegen nutzen sie, um sich in große Höhen tragen zu lassen.

Bei ihren Flügen haben die Piloten unter anderem einen Sensor getestet, der die Sauerstoffkonzentration im Blut misst und bei Unterversorgung warnt. Bekommen Flieger zu wenig Sauerstoff, sinkt die Konzentration und sie machen Fehler. Seit 1875 nur eines von vier Crew-Mitgliedern einen Ballonaufstieg auf 8790 Meter überlebte, weiß man, dass Flüge in solche Höhen lebensgefährlich sind. Heute nutzen Flieger zwar moderne Sauerstoffgeräte, aber trotzdem können Probleme auftreten, erläuterte Flugmedizinerin Carla Ledderhos. Piloten der Luftwaffe beispielsweise würden darauf trainiert, Anzeichen für einen Mangel zu bemerken. Doch es gebe kein Gerät, das sie überwacht. Die Expedition hat ein solches jetzt erfolgreich getestet.

Außerdem haben die Flieger die Everest-Region in 3D kartiert. Die Bilder wurden mit einer Kamera aufgenommen, die am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) entwickelt wurden. Die sehr genauen Luftbilder könnten helfen, Lawinenunglücke wie das vom April zu verhindern, bei dem 13 Menschen am Everest starben. "Wir haben jetzt gezeigt, das unsere Technik funktioniert", sagt Jörg Brauchle vom DLR. Mit solchen Kameras lassen sich Hochgebirge stetig überwachen, um festzustellen, wo Hänge ins Rutschen geraten oder Gletscherseen überzulaufen drohen. Das hat im Himalaya immer wieder zu Schlammlawinen geführt, die Dörfer begruben.

Von den Bildern der Expedition haben auch Besucher der ILA am Wochenende etwas. Das DLR zeigt in Halle 4 Videos der Expedition. Besucher können sich per Joystick durch ein 3D-Modell des Everest klicken, in die zerklüfteten Hänge eintauchen und den Gipfel erklimmen.

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