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Steffen Göttmann 13.07.2014 22:21 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Bussard streift Köpfe der Gäste

Bad Freienwalde (MOZ) Spannende Einblicke in die Arbeit eines Falkners haben die Besucher am Sonnabendabend im Haus der Naturpflege bekommen. Der Verein hatte zum dritten Mal zu einem Sommerabendfest eingeladen, das vor allem von Familien gerne angenommen wird.

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Unterhaltsam: Die Gäste beim Sommerabendfest des Hauses der Naturpflege lauschten gespannt Falkner Marko Loerke aus Zehdenick. Einzig Wüstenbussard Ahab ließ er im Garten über den Köpfen der Zuschauer fliegen

© MOZ

Für seine Greifvögel ist Marko Loerke Vater, Ehepartner und Futterlieferant zugleich. "Ich bin seit 33 Jahren Falkner und nur einmal ist mir ein Falke abgehauen", sagte der Zehdenicker, der am Sonnabend zum zweiten Mal vor allem die jüngeren Zuschauer im Garten des Hauses der Naturpflege begeisterte. Loerke zeigte anschaulich und humorvoll, wie er mit den Vögeln arbeitet und sie zur Jagd ausbildet. Dazu holte er er immer wieder Kinder aus dem Publikum, stellte ihnen Fragen zu Greifvögeln oder ließ sie an seinen Aktionen teilhaben. Shannon setzte er den Wanderfalken auf den schützenden Handschuh.

60 bis 70 Interessierte waren der Einladung des Hauses der Naturpflege gefolgt. Während westlich von Bad Freienwalde Gewitter mit starken Regengüssen niedergingen, blieb es in der Kurstadt trocken, sodass die Gäste den Abend genießen konnten. Der vom Verein angekündigte preisgekrönte Film "Fledermäuse - warte, bis es dunkel" wurde verschoben, weil es am Abend noch zu hell sei, um den Film unter freiem Himmel zu zeigen", sagte Vereinsvorsitzende Sybille Knospe.

Einzig Wüstenbussard Ahab durfte im Tiefflug die Köpfe der Zuschauer streifen. Steinadler-Frau Tilla hätten die Besucher gerne dabei zugesehen, aber der Falkner erklärte, warum dies gefährlich werden könnten. Steinadler und Falken reagierten auf Bewegung , sie sehen alles im Umkreis von zwei Kilometern. "Wenn sich der Adler durch die Thermik nach oben schraubt, kann es gefährlich werden für Nachbars Lumpi", erklärte Loerke, Füchse und Rehe gehörten zum Beuteschema des Steinadlers, sodass auch Haustiere wie kleine und mittelgroße Hunde sowie Katzen Opfer werden könnte, Ferner brachte er den Wanderfalken "Momo", den Geierfalken "Sancho" sowie erneut Schneeeule "Schneepi" mit, die ihren Kopf um 270 Grad in beide Richtungen drehen kann-.

Loerke ist selbstständiger Falkner und nimmt Auftragsjagden an, wo nicht geschossen darf: Er jagt Tauben in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof, Stare auf Erdbeerfeldern, Wildkaninchen im Überseehafen von Rotterdam und Vögel, die an den Startbahnen der Flughäfen Unfälle verursachen können. "Die Beute ist meist gering, es geht darum, die Tiere zu vertreiben", sagte Loerke.

"Der Adler hat mich am meisten beeindruckt", sagte Lukas (10) Die weiße Schneeeule hatte es dagegen Paul angetan. "Ich habe so eine schon mal im Eberswalder Zoo gesehen", sagt der Fünfjährige keck. Kristin fand es erstaunlich, wie reaktionsschnell Greifvögel sind. Weil sie Fragen beantwortet hat, durfte sie eine Adlerfeder mit nach Hause nehmen. Ein seltenes Geschenk. Denn Adler seien wertvoll und werden sehr alt. Für seine Tilla zahlte der Falkner vor 25 Jahren 24 000 Mark. Damals war sie fünf Tage alt. Eine Ornithologin hätte sich bei dem Vortrag mehr fliegende Greifvögel gewünscht.

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