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Jörg Schreiber 11.01.2017 18:15 Uhr

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Widerstand gegen ungleiche Netzentgelte wächst

Potsdam/Berlin (MOZ) Die hohen Stromnetzentgelte im Osten Deutschlands erregen die Gemüter. Mehrere Länder kritisierten den Rückzieher von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der auf eine zunächst geplante bundesweite Angleichung der Netzgebühren nun doch verzichten will. "Damit würden gerade die Länder bestraft, die - wie Brandenburg - beim Ausbau der erneuerbaren Energien führend sind", erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Es müsse eine faire Lastenverteilung geben, denn die Energiewende sei eine nationale Aufgabe.

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Streit um bundeseinheitliche Netzentgelte.

© Thomas Berger

"Es kann nicht so bleiben, dass diejenigen Länder höhere Kosten zu tragen haben, die beim Umstieg auf die erneuerbaren Energien vorangehen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Ähnlich äußerte sich Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU).

Der ostdeutsche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mahnt seit langem, die Kosten für die Energiewende in Deutschland gerechter zu verteilen. Auch die E.DIS AG, die in weiten Teilen Brandenburgs die Stromnetze unterhält, setzt sich für bundeseinheitliche Netzentgelte ein. Damit würden die stark steigenden regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten teilweise ausgeglichen, erklärte E.DIS-Sprecher Horst Jordan. Profitieren würden die hier ansässigen Kunden. "Wir sind daher sehr überrascht, dass der geplante Gesetzentwurf nun wohl ohne diesen wichtigen Passus in das Bundeskabinett eingebracht werden soll."

Brandenburg hat die höchsten Netzgebühren. Ursache ist neben der großen Fläche bei vergleichsweise geringer Bevölkerungsdichte der sehr hohe Anteil von Strom aus Solar- und Windkraftanlagen. Im gesamten Netzgebiet der E.DIS werde durch Grünstrom das 1,4-fache dessen erzeugt, was die Kunden verbrauchen. 2017 erhöhten sich die Netzentgelte in der Region gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 18 bis 30 Prozent.

Applaus für Gabriels Rückzieher kommt dagegen aus Nordrhein-Westfalen, wo die Netzkosten niedrig sind - und im Mai gewählt wird. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) lobte die "verursachungsgerechte Zuordnung der Netzkosten". Denn die ostdeutschen Regionen profitierten vom Ausbau der erneuerbaren Energien, so Duin.

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