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Andreas Wendt 11.01.2017 19:42 Uhr

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Kliniken kranken an Keimen

Potsdam (MOZ) Ein Viertel aller Kliniken in Deutschland vernachlässigt einem Bericht des ARD-Magazins "Plusminus" zufolge die Hygiene. Schätzungen gehen von bis zu einer Million Infektionen jährlich aus, die zum Tod von nahezu 30 000 Patienten führen. Auch Brandenburg hat Defizite.

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Kritik an Kliniken: Bei der Hygiene fehlt es an Fachkräften.

© dpa

Der jüngste Todesfall stammt aus Nordrhein-Westfalen: In Lippstadt ist am 2. Januar ein Neugeborenes an einer Keiminfektion gestorben, zwei weitere Babys sind mit dem Bakterium infiziert, sagte ein Sprecher der dortigen Klinik.

Die Stiftung Patientenschutz erneuert nach der Veröffentlichung des Hygienezustandsberichts ihre Forderung nach einem generellen Eingangsscreening bei der Patientenaufnahme. "Wir laufen den Keimen hinterher. Dabei ist ein sofortiges, aktives Aufspüren dieser Keime dringend notwendig", betonte am Mittwoch Vorstand Eugen Brysch.

In den Helios-Kliniken sei dies bereits Standard, erklärte ein Sprecher des Brandenburger Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Patienten mit hohem Risikopotenzial würden bei der Aufnahme auf bestimmte Erreger getestet. "Das Problem ist, dass es wie in vielen Bereichen auch bei der Hygiene an Fachkräften fehlt", sagte Sprecher Gabriel Hesse. An Kliniken mit mehr als 400 Betten sind Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zufolge ein Krankenhaushygieniker, eine Fachkraft, ein mit dem Thema beauftragter Arzt und eine hygienebeauftragte Pflegekraft vorgeschrieben, doch das Aufstocken des Personals kommt der Analyse von "Plusminus" zufolge nur schleppend voran. Demnach fehlen in Brandenburg 19 Prozent aller gesetzlich vorgeschriebenen Hygienekräfte.

Die Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB) beteuert, das Thema Hygiene im Blick zu haben. Durch Fortbildung habe sich die Zahl der Beauftragten um bis zu 30 Prozent erhöht, sagt LKB-Geschäftsführer Jens-Uwe Schreck. "Man kann aber die erforderliche Zahl beim Inkrafttreten der Verordnung nicht mit einem Fingerschnipsen erreichen", stellt Schreck klar. Dennoch würden in allen Kliniken die Anforderungen an die Hygiene eingehalten, beteuert er.

Die Untersuchung der ARD auf Basis von Krankenhausqualitätsberichten aus dem Jahr 2014 kommt für Brandenburg zu einem anderen Ergebnis: So erfüllen unter anderem das Forßmann-Klinikum in Eberswalde, die Ruppiner Kliniken und selbst das Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam die gesetzlichen Mindestkriterien nicht. Das Klinikum Eberswalde verweist auf die überalterten Daten, die nicht die aktuelle Situation widerspiegeln würden. Zum damaligen Zeitpunkt sei die Hygiene noch durch eine externe Fachkraft überwacht worden. Seit Mai 2015 habe die Klinik einen Chefarzt für Krankenhaushygiene. Auch das Bergmann-Klinikum kritisiert falsche Angaben in der Untersuchung.

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