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Andreas Wendt 20.04.2017 20:15 Uhr

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7000 Schnellfahrer auf einen Streich

Potsdam (MOZ) Beim dritten europaweiten Blitzer-Marathon ist die Zahl der Verstöße durch Brandenburger Autofahrer fast genauso hoch wie im Jahr zuvor: 7015 Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb von 24 Stunden ahndete die Polizei bis zum Donnerstagmorgen. ADAC und Politiker kritisierten die Kontrollen.

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Knapp 500 Euro Strafe, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte im Flensburger Verkehrssünderregister kommen auf den 53-jährigen Kia-Fahrer zu, der quasi als unrühmlicher Sieger aus dem 24-stündigen Blitzer-Marathon der Brandenburger Polizei hervorgegangen ist: Vor einer Schule in Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) beschleunigte er seinen Pkw auf 115 km/h - erlaubt waren lediglich 50.

Exakt 7015 Autofahrer, 13 weniger als im Vorjahr, tappten von Mittwoch- bis Donnerstagmorgen trotz öffentlichkeitswirksamer Ankündigung durch das Polizeipräsidium in Potsdam in die mehr als 200 Radarfallen. "An normalen Tagen haben wir fast doppelt so viele Geschwindigkeitsverstöße", sagt dessen Sprecher Mario Heinemann. Allein über Facebook und Twitter habe die Brandenburger Polizei 50 000 Nutzer erreicht - und mit ihren Polizisten auf der Straße 184 283 Fahrzeuge kontrolliert. "Viele Menschen haben am Mittwoch und Donnerstag über dieses Thema gesprochen", wertet Heinemann die Aktion als Erfolg. Den Vorwurf der Abzocke weist er von sich. "Die Kollegen haben sich nicht versteckt, die glänzten wie ein Weihnachtsbaum", sagt er.

Beim ADAC sieht man die Aktion kritischer. "Die massenhafte Ahndung geringfügiger Überschreitungen im Berufsverkehr füllt zwar die Staatskassen, trägt jedoch nur wenig zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei", kommentiert der Automobilclub und rät den Behörden, lieber nachts, an Wochenenden und auf Motorradstrecken auf Raser Jagd zu machen.

Wie viel Geld das Land durch den Blitzer-Marathon einnimmt, kann im Polizeipräsidium niemand sagen. "Die Einnahmen werden nicht registriert", sagt der Polizeisprecher. Die Summen lägen überwiegend unter 35 Euro, also im Verwarngeldbereich. Bei rund 7000 Verkehrssündern wären dies weniger als 250 000 Euro. Allein 35 Unfalltote durch überhöhte Geschwindigkeit im vergangenen Jahr würden die flächendeckenden 24-Stunden-Kontrollen jedoch rechtfertigen, sagt Heinemann.

Für den verkehrspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Genilke, stellt sich die Frage nach dem Sinn des "jährlichen Zelebrierens" eines Blitzer-Marathons. "Es ist gut, wenn der Verfolgungsdruck auf Raser erhöht wird, aber dieser Druck kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden", kritisiert er. Andere Bundesländer hätten sich auf Grund des hohen Personalaufwands von der europaweiten Aktion verabschiedet. In Brandenburg waren 493 Beamte im Einsatz. (Kommentar Seite 2; Seite 13)

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