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Mathias Hausding 18.05.2017 07:10 Uhr

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Skandal um Brandenburger Mathe-Abi weitet sich aus

Potsdam (MOZ) Eine Fragerunde während der Sitzung des Landtags hat am Mittwoch neue Details zum Skandal um das Brandenburger Mathe-Abi ans Licht gebracht und zudem neue Probleme aufgeworfen, vor denen Schüler nun stehen. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) räumte auf Anfrage der CDU zunächst ein, dass sich nicht nur Schüler und Eltern, sondern auch Lehrer darüber beschwert hätten, dass in der Abi-Klausur Dinge Thema waren, die vielerorts zuvor nicht im Unterricht behandelt worden sind.

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Klärungsbedarf: Am 12. Juni dürfen viele Schüler die Mathe-Klausur wiederholen.

© dpa

Unklar sei ihm, wie es dazu kommen konnte, schließlich hätten märkische Lehrer die Aufgaben am Landesschulinstitut Lisum entwickelt. "Insgesamt haben sich das vorher drei verschiedene Fachgremien angeschaut", betonte der Minister. "Dass Brandenburger Lehrer jene Aufgabe zu den Logarithmusfunktionen schreiben und testen, auf der anderen Seite aber märkische Lehrer sagen, dass diese Aufgabe für die Schüler nicht machbar war, verstehe ich nicht." Bis zum 2. Juni sollen nun auf Initiative Baaskes zwei Professoren der Uni Potsdam diesen Widerspruch aufklären.

Die Experten sollen darüber hinaus überraschenderweise auch ganz Grundsätzliches untersuchen, ob nämlich der Brandenburger Rahmenlehrplan überhaupt den Vorgaben der Kultusministerkonferenz entspricht und ob den märkischen Schülern womöglich mit Blick auf die Prüfungsergebnisse ein Nachteil dadurch entstanden ist, dass sie nur vier Wochenstunden Mathe hatten statt fünf wie in anderen Ländern.

Vor allem Letzteres ist brisant, haben doch Schüler und Lehrer in den vergangenen Tagen genau diesen Vorwurf erhoben. Was allerdings konkret daraus folgen würde, wenn die angerufenen Experten am 2. Juni ebenfalls zu diesem Schluss kommen sollten, ließ der Minister offen. Problematisch dürfte in dem Zusammenhang auch sein, dass sich die Schüler bis zum 22. Mai erklären sollen, ob sie die Prüfung wie vom Ministerium angeboten nachschreiben wollen. Sie wissen ja bis zu dem Zeitpunkt nicht, zu welchem Votum die Potsdamer Professoren kommen.

Und es droht weiteres Ungemach. Wie der CDU-Abgeordnete Gordon Hoffmann berichtete, hätten sich bei ihm verzweifelte Schüler darüber beschwert, dass der fragliche Stoff zu den Logarithmusfunktionen bei ihnen nicht oder nur unzureichend behandelt worden sei, die Schule gegenüber dem Ministerium aber etwas anderes erklärt habe und in der Konsequenz den Jugendlichen die Chance auf eine Wiederholung verweigert werde.

Auch bei dieser Zeitung hatten sich Eltern mit dieser Beschwerde gemeldet. Hoffmann kritisierte, dass die Schulen trotz ungeklärter Schuldfrage quasi genötigt worden seien, eine Selbstanzeige zu stellen, dass sie nämlich den Stoff nicht behandelt haben. "Ich habe Zweifel, ob das ein faires, transparentes und rechtssicheres Verfahren ist", erklärte der CDU-Abgeordnete.

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