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Andreas Wendt 16.07.2017 21:30 Uhr - Aktualisiert 17.07.2017 01:08 Uhr

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"Wir haben aus der Flut gelernt"

Eisenhüttenstadt (MOZ) Als "wunderbare Erfahrung von Solidarität und Mitmenschlichkeit" hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonnabend in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) das Oderhochwasser von 1997 gewürdigt. Die Flut hatte allein im Landkreis Oder-Spree Schäden in Höhe von 150 Millionen DM verursacht.

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An der Oder: Ministerpräsident Dietmar Woidke, Landrat Rolf Lindemann und Umweltminister Jörg Vogelsänger

© MOZ

Auf einer Gedenkveranstaltung betonte Woidke, die Helfer hätten bis zur völligen Erschöpfung dafür gekämpft, Häuser und Höfe von vielen Tausend Menschen zu retten. Obwohl Hilfe aus ganz Deutschland, Polen und Tschechien kam, hätten die betroffenen Menschen unter Schock gestanden angesichts des Ausmaßes der Zerstörung. "Obwohl die Oder-Flut 20 Jahre zurückliegt, sind die Bilder noch sehr präsent: die vollgelaufene Ziltendorfer Niederung, die überschwemmte Ernst-Thälmann-Siedlung, die geflutete Ortschaft Aurith, die im Wasser stehenden Häuser im Fürstenberger Kietz", sagte Woidke. Die Siedlungen hätten gerade noch rechtzeitig evakuiert werden können. "Sirenen heulten, Busse fuhren vor, Einwohner wurden zum Einsteigen gedrängt, die Dörfer wurden abgeriegelt."

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20 Jahre Oderflut

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Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich nach einer Gedenkveranstaltung zu "20 Jahre Oderflut" auf Spurensuche von Ratzdorf entlang des Oder-Deichs der Neuzeller Niederung begeben. © MOZ / Andreas Wendt

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Die Opfer der Flut hätten Angst um ihr Hab und Gut gehabt, sagte der frühere Oder-Spree-Landrat Jürgen Schröter. "Ich habe gemerkt, wie schwer es den Menschen gefallen ist, ihre Häuser zu verlassen.

Beide würdigten den Einsatz der Bundeswehr unter dem Kommando von General Hans-Peter von Kirchbach, der Woidke zufolge ein Zeichen der Hoffnung war und bis heute in Brandenburg nachwirkt. 30 000 Soldaten hatten damals die 20 000 zivilen Kräfte unterstützt und Schlimmeres verhindert. "Erst später dämmerte es uns, dass wir zwar in diesem Moment ermessliche Vermögenswerte verloren hatten, dass dieser Verlust aber durch ein beispielloses Zusammenstehen der Brandenburger, ja der Menschen in Deutschland, in den Schatten gestellt wurde", sagte Rolf Lindemann, Landrat in Oder-Spree. Die Flut, erinnerte Lindemann an eine Aussage von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), habe mit dazu beigetragen aus der "Deutschen Einheit" die "Einheit der Deutschen" im Kopf und in den Herzen zu machen.

Inzwischen sind laut Landesregierung fast 290 Millionen Euro in den Hochwasserschutz der Oder investiert worden. 162 der 185 Kilometer Deiche entlang der Oder seien saniert. Derzeit läuft auf einem drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Ratzdorf und Eisenhüttenstadt der letzte Teil der Deichrückverlegung an der Neuzeller Niederung. Insgesamt werden die Arbeiten zur Sicherung der Hauptdeiche bis 2023 abgeschlossen sein. Das Projekt Ziltendorfer Niederung wird nach Einschätzung von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) noch mindestens zehn Jahre auf sich warten lassen. Zunächst werde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Vogelsänger verwies am Sonnabend auch auf Widerstand aus der Bevölkerung: "Da geht es um Eigentumsfragen - es sind Besitzer von Bungalows oder auch Flächen der Agrargenossenschaft betroffen", sagte Vogelsänger. Die Flutungspolder in der Ziltendorfer und Neuzeller Niederung könnten nach Informationen der Staatskanzlei 43 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen, was im Falle eines erneuten Jahrhunderthochwassers an der Oder den Pegel um 50 Zentimeter senken würde. "Wir haben aus dem Hochwasser wichtige Lehren gezogen, haben erheblich in den Deichbau investiert und geben den Flüssen mehr Raum", fasste Ministerpräsident Dietmar Woidke zusammen. (Mit Adleraugen)

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