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12.08.2017 11:46 Uhr

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Jugendschutzgesetz - Behörden stellen wenig Verstöße fest

Potsdam (DPA) Insbesondere bei Großveranstaltungen, sonst eher sporadisch haben Brandenburgs Kommunalbehörden ein Auge auf den Ausschank und Verkauf von Alkohol an Jugendliche. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz stellen sie nur selten fest. Das hat mehrere Gründe.

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Kommunale Behörden in Brandenburg stellen laut einer Umfrage kaum noch Verstöße gegen das Jugenschutzgesetz fest.

© dpa

Kommunale Behörden in Brandenburg stellen laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur kaum noch Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fest. "Ganz überwiegend halten sich die Betreiber von Verkaufsstellen und gastronomischen Einrichtungen an die Jugendschutzvorschriften", sagte etwa der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann. Die Zahl der bekannt gewordenen Verstöße bewege sich seit Jahren ungefähr auf gleichem Niveau.

Auch könne er derzeit nicht beobachten, dass bei festgestellten Verstößen ein tendenziell jüngeres Klientel betroffen ist als noch vor fünf Jahren. "Vorfälle wie 'Komasaufen' sind in den letzten fünf Jahren in unserem Zuständigkeitsbereich nicht bekannt geworden."

In Potsdam werden nach Angaben der Stadtverwaltung immer wieder Kontrollen durch den Inspektionsaußendienst oder die AG Gewerbeangelegenheiten vorgenommen. "Der Behörde sind keine Beschwerden oder Hinweise bekannt, welche darauf schließen lassen könnten, dass der Alkoholkonsum von Jugendlichen in den letzten Jahren angestiegen sein könnte", sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow.

In Frankfurt (Oder) sind das Ordnungs-, Gewerbe- und Jugendamt für die Kontrolle des Alkoholausschanks zuständig. "Eine Abfrage bei allen drei Ämtern hat keine Auffälligkeiten in jüngster Zeit aufgezeigt", sagt Stadtsprecher Martin Lebrenz. Sowohl was den Ausschank in gastronomischen Einrichtungen als auch den Verkauf im Einzelhandel betrifft, würden keine Anzeigen vorliegen. Dies schließe aber nicht aus, dass es trotzdem zu verbotenen Verkäufen komme oder sich Minderjährige über Volljährige Alkohol besorgten.

"Wahrscheinlich kommt nur ein Bruchteil der Verstöße zur Anzeige, da Kontrollmaßnahmen nur eingeschränkt möglich sind", sagte auch Jan Gloßmann. In Cottbus wird nach seinen Worten schwerpunktmäßig bei Großveranstaltungen kontrolliert. "Gezielte Kontrollen in Ladengeschäften sind jedoch nur schwer möglich", betonte der Sprecher.

Nach dem Eindruck von Lebrenz haben Gastronomen und Händler mittlerweile ein geschultes Auge für Jugendliche beim Alkoholkauf. "Sowohl in großen Märkten als auch in kleineren Läden wird immer wieder nach dem Ausweis gefragt, wenn die Verkäufer das Alter der Kunden nicht einschätzen können", berichtete der Sprecher.

Wenn Händler Jugendlichen trotz Verbots Alkohol verkaufen, gehen sie ein nicht unerhebliches Risiko ein. Denn das kann nach Auskunft von Jan Brunzlow mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro geahndet werden - falls der unerlaubte Verkauf nachgewiesen werden kann.

Moderne Kassensysteme erinnern die Verkäufer mittlerweile daran, beim Scannen von Alkohol auf dem Fließband genauer auf das Alter der Kunden zu schauen. "Dann ertönt ein akustisches Signal", erklärt der Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen.

Folgt man dem Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) in Brandenburg, Olaf Lücke, spielt das Thema Alkoholausschank an Minderjährige für die Gastronomen im Land kaum eine Rolle. Ohnehin sei bei Jugendlichen in Brandenburg ein Rückgang des Alkoholkonsums zu beobachten. Lücke verweist auf die jüngsten Ergebnisse einer anonymen Befragung unter 11 000 Jugendlichen, die vom Potsdamer Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde. Demnach ist regelmäßiger Alkoholkonsum unter Jugendlichen in den vergangenen zwölf Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Tranken 2005 noch 34 Prozent der Schüler regelmäßig - also mindestens einmal die Woche - waren es der Umfrage zufolge 2017 nur noch 15 Prozent.

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