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Mathias Hausding 13.09.2017 06:45 Uhr

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Streit um vorübergehenden Ausbaustopp für die Windkraft

Potsdam (MOZ) Im Norden Brandenburgs gibt es im Zuge des Bundestagswahlkampfs neuen Streit um die Windkraft. Ein Unternehmer aus der Branche hält der CDU Wirtschaftsfeindlichkeit vor. Voller Verärgerung hat er einen Offenen Brief an Jens Koeppen geschickt, in dem er sich über den Bundestagsabgeordneten beschwert. Auch Koeppens Antwort hat es in sich.

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Ausbaupause? Die Errichtung neuer Windparks, hier nahe Sieversdorf (Oder-Spree), stößt oft auf Kritik.

© picture alliance / Patrick Pleul

Der 54-Jährige will sich am 24. September erneut das Direktmandat für die Uckermark und Teile des Barnims holen. Ganz oben auf seiner Agenda steht dabei ein Ausbau-Moratorium für die Windenergie in Brandenburg.

Andreas Ehrenhofer, Geschäftsführer der Teut Windprojekte GmbH mit Sitz in Lindow bei Neuruppin, wirft dem CDU-Politiker vor, "in polemischen Untiefen Wählerstimmen von Fünf-Prozent-Parteien zu fischen". Das Unverständnis ist bei Ehrenhofer groß, weil er fest davon überzeugt ist, dass Koeppen es "eigentlich besser weiß". Schließlich sei er ein "Mann der Wirtschaft".

Die Windkraft gebe "gerade in der Uckermark vielen Beschäftigten und deren Familien eine Zukunft". Die Wertschöpfung für Brandenburg sei enorm. Außerdem habe die CDU das Pariser Klimaabkommen unterschrieben. Daraus müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Koeppen möge nicht auf "Schreihälse" hören, die die Windkraft ablehnen. Auch solle er seine Forderung nach einer 10H-Regel zurücknehmen. Sie sieht vor, dass Windräder zehnmal so weit von Siedlungen entfernt sein müssen, wie sie hoch sind. Bei einem 200 Meter hohen Rad heißt das 2000 Meter Abstand. Dann würden kaum Flächen für neue Windräder übrig bleiben. Folge wäre "das komplette Erliegen des Ausbaus der Windenergie" und das Aus für viele Jobs, warnt der Unternehmer.

Jens Koeppen, im Bundestag Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie, beharrt in seinem vierseitigen Antwortbrief darauf, dass es kein "weiter so" geben dürfe. Man habe "zu viele Anlagen, die viel zu dicht an der Siedlungsbebauung errichtet wurden". Gleichzeitig gebe es "zu wenig Leitungen, um den Strom in die Haushalte zu transportieren". Ein reiner Zubau von Anlagen nütze nicht dem Klimaschutz, "sondern nur den Investoren".

Ein vorübergehender Ausbaustopp sei auch deshalb nötig, weil in der Zeit über Wege hin zu einer besseren Akzeptanz der Anlagen nachgedacht werden könnte, schreibt Koeppen. Die regionalen Planungsgemeinschaften dürften "nicht alles der Errichtung zusätzlicher Windenergieanlagen unterordnen", fordert Koeppen. Dem Unternehmer persönlich empfiehlt er, Kritiker nicht als "Schreihälse" zu deklassieren, sondern lieber den Dialog mit den Bürgern zu suchen.

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