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Ulrich Thiessen 14.09.2017 07:50 Uhr

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Wolfsjagd wie in Schweden

Potsdam (MOZ) "Wir möchten gern dahin, wo die Schweden heute schon sind", sagte Wolfgang Roick, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, zur Begründung, warum der Landwirtschaftsausschuss sich ausgerechnet Experten aus Skandinavien zur Anhörung eingeladen hatte.

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Grauer Räuber: Experten gehen davon aus, dass in Schweden derzeit etwa 350 Wölfe leben.

© picture alliance / dpa

Nach Schweden kam der graue Räuber Anfang der 80er über Finnland zurück. Langsam bauten sich die Bestände auf. 2009 erfolgte dann der Paradigmenwechsel, vom Schutz zur Regulierung der Bestände, erklärte Hanna Dittrich Södermann, Sachverständige für Raubtierfragen beim Schwedischen Zentralamt für Umweltschutz, am Dienstag in Potsdam. Ein langer, problembeladener und längst noch nicht abgeschlossener Prozess, schilderte sie.

Zurzeit leben in Schweden etwa 350 Wölfe. 270 bis 300 werden für die Erhaltung der Art als notwendig angesehen. Sie leben in einem Gebiet in Mittelschweden, nahe der Grenze zu Norwegen. In Nordschweden werden die Wölfe nicht geduldet. Sie würden dort die Rentierzucht der samischen Minderheit gefährden. Außerdem gibt es in dieser Region die meisten Bären und Luchse. In Südschweden soll es keine Wölfe geben, weil dort die Weidetierhaltung groß ist und die Gebiete relativ dicht besiedelt sind.

Das Fangen und Umsiedeln von Wölfen hat laut der Expertin keinen Erfolg gebracht. Eine wegen ihres rötlichen Fells Rotkäppchen genannte Wölfin hatte es zu einiger Berühmtheit gebracht. Sie wurde vier Mal vom Norden in den Süden umgesiedelt und kehrte immer wieder zurück.

Die Schweden setzen deshalb auf Schutzjagd - immer dann, wenn ein Wolf zur Gefahr für Mensch oder Weidetiere wird. Elf Tiere werden durchschnittlich im Jahr aus diesen Gründen geschossen. Darüber hinaus gibt es die Lizenzjagd. Sie dient der Regulierung der Bestände. In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 17 Tiere geschossen.

Michael Schneider, Sachverständiger für Raubtierfragen in der Provinz Västerbotten, betonte, dass ein umfangreiches System des Monitorings aufgebaut wurde, einschließlich der Abgabe toter Wölfe bei der Polizei und der Untersuchung durch eine zentrale Behörde. Die Entscheidung zur Entnahme von Wölfen wird so weit wie möglich auf den unteren Ebenen gefällt.

Sakari Mykrä vom finnischen Jagdverband verwies in einer schriftlichen Stellungnahme darauf, dass in seinem Land der Bestand der Wölfe erst gefährdet war, als die Jagd zur Regulierung eingestellt beziehungsweise erschwert wurde. Das Vertrauen der Bevölkerung sei verloren gegangen und ein unkontrolliertes illegales Töten der Tiere habe eingesetzt.

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