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Heimatkreis Züllichau-Schwiebus feiert in Gildenhall sein Jahrestreffen

25.07.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 25.07.2011, 06:13
gildenhall () Gildenhall (crs) – ür Deirdre Russack ist keine Weg zu weit, um ihre Verbundenheit zu ihren Vorfahren zu zeigen. Aus dem fernen Australien kam siezum Treffen des Heimatkreises Züllichau-Schwiebus nach Gildenhall.

Die junge Frau ließ sich auch von niemanden die Bereitschaft nehmen, selbst ans Mikrofon zu gehen. Auf deutsch drückte sie dort aus, wie groß ihr Interesse an den Ahnen ist. „Sie sind vor 150 Jahren aus Züllichau nach Australien ausgewandert“, erzählte sie.

Erwin Bockhorn-von der Bank machen solche Aussagen Mut. Als Jahrgang 1947 gehört er schon zu den Nachgeborenen – denen, die schon fern der alten Heimat der Familie geboren wurden. Der Kreis Züllichau-Schwiebus fiel 1945 an Polen. Heute heißen die einstigen Kreisstädte Sulechów und Swiebodzin. Regelmäßig kommen polnische Vertreter von dort auch zum Jahrestreffen des Heimatkreises, das gestern zum 21. Mal in Gildenhall stattgefunden hat. Für Bockhorn-von der Bank ist der Besuch das richtige Zeichen. Denn, wie er in seiner Festrede betonte, ein wichtiges Ziel ist und bleibe, Geschichte mit Zukunft zu verbinden. Städtepartnerschaften, Reisen, die von engagierten Leuten auf die Bein gestellt werden, und das Engagement lokaler Museen wie in Fürstenwalde und Zielona Gora können dazu einen Gutteil beisteuern.

Dem Teilnehmerkreis des Jahrestreffens war deutlich anzumerken, dass nur wenige da waren, die nach dem Krieg geboren worden sind. Heimatkreisleiter Siegfried Reimann kann sich aber noch glücklich schätzen, dass es noch 4 000 „aktive Adressen“ gibt. Andere Heimatkreise sind längst aufgelöst. „Die Jugend fehlt natürlich“, sagt er. Aber es gebe immer mehr, die sich auf die Suche nach den Wurzeln der Eltern begeben, sagt er mit Blick zum Beispiel auf den 50-jährigen Klaus Irmler, der sich von der Tatsache, dass deren einstige Heimat nun polnisch ist, nicht abschrecken ließ, sich auf die Spuren seiner Ahnen zu begeben. Gerade solche Aktivitäten halten auch den Heimatkreis lebendig, weiß Reimann.

Diesbezüglich macht ihm auch Mut, dass mit Deirdre Russack sogar eine Australierin den Weg nach Gildenhall bewältigt hat. Sollte sie im nächsten Jahr wiederkommen, wird es für sie ein – bei der Strecke allerdings unwesentliches – Stück kürzer: dann wird im Neuruppiner Stadtgarten gefeiert.

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