Müllrose (MOZ) Die Stadt Müllrose will ihre Zustimmung zum Gestattungsvertrag für die seismischen Untersuchungen in ein Nein umwandeln. Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung beschloss jetzt, dass ein entsprechender Beschluss aufgehoben werden soll.
Christian Haase von der Firma Celtique Energie GmbH, die die Untersuchungen im Schlaubetal organisieren will, war im November zufrieden. "Der Beschluss zum Gestattungsvertrag wurde einstimmig gefasst", berichtet er, der damals die Abstimmung in Rathaus persönlich verfolgte, noch heute.
Die Firma Celtique Energie verfügt über die Genehmigung des Landesamtes für Bergbau im Erlaubnisfeld "Pillgram" Erdöl- und Erdgas-Vorkommen zu erkunden. Doch schon damals war das Vorhaben auch in Müllrose umstritten. So wurden Bedenken angemeldet, dass die gewonnenen Daten weitergegeben und später einmal für die CCS-Technologie verwandt werden. Diese Bedenken "werden nunmehr durch den Paragraph 3 des Gestattungsvertrags ausgeschlossen und durch einen festgesetzten pauschalierten Schadensersatz von einer Million Euro ausgeräumt", hieß es im Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom November.
Doch inzwischen hat sich das Blatt komplett gewendet, immer mehr Kommunen in der Oderregion erklären, dass sie die seismischen Untersuchungen ablehnen. Begründet wird das Nein unter anderem mit der Sorge, dass bei der Erdölförderung CO2 eingesetzt wird; aber auch eine Ölgewinnung ohne Kohlendioxid wird abgelehnt, man wolle keine Bohrtürme und Öl-Industrie im Schlaubetal haben, so die Forderung vieler Einwohner.
In Müllrose wurde jetzt die erste Stufe bei der Umwandlung der Zustimmung in ein Nein genommen; der Hauptausschuss beschloss, dass die Zustimmung zum Gestattungsvertrag aufgehoben werden soll. Gleichzeitig wird der Firma die Nutzung von Flächen, Straßen und Wegen der Gemeinde für die Messungen untersagt. Die endgültige Entscheidung wird die Stadtverordnetenversammlung treffen.
Christian Haase, Manager von Celtique Energie, sagte dazu gestern auf MOZ-Anfrage, dass die Firma Geld in die Vorbereitung des Projekts investiert habe. Da der Vertrag zwischen der Stadt und Celtique nicht unterschrieben wurde, müsse man das Müllroser Nein so zur Kenntnis nehmen. Dennoch wolle man weiter um eine Zustimmung für die Untersuchungen in der Region werben; zumal das Projekt auch vom Landeswirtschaftsministerium politisch unterstützt werde, so Christian Haase.
Ministeriums-Pressesprecher Steffen Streu bestätigte dies gestern auf Anfrage. Das Land unterstützte die geplanten seismischen Untersuchungen. Wenn sich allerdings die Kommunen verweigern, so habe man nicht viele Möglichkeiten. Die Landesregierung könne die Forschungen politisch befürworten, aber sich letztlich nicht anordnen, erläuterte Steffen Streu.
Zufrieden war nach dem Beschluss Müllroses Bürgermeister Ingomar Friebel. Die Entscheidung zur Aufhebung sei einstimmig gefallen, freute er sich. Die Firma Celtique Energie müsse die Absage akzeptieren, zwar wollte man einen Vertrag eingehen, aber das Dokument sei eben nicht unterschrieben worden, so der Bürgermeister. Das zentrale Argument für ihn bei diesem Rückzieher sei, dass man keine Garantie habe, dass die gewonnenen Daten nicht doch später einmal bei anderen Projekten, namentlich bei der CCS-Technologie, eingesetzt werden.
Doch Christian Haase will nicht aufgeben, heute wird er erneut in der Oderregion um Zustimmung werben. Er und Hans-Georg Thiem vom Landesbergbauamt werden heute um 19 Uhr beim Amtsausschuss des Amtes Brieskow-Finkenheerd im Dorfgemeinschaftshaus in Vogelsang das Projekt in öffentlicher Sitzung vorstellen.
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Neueste Kommentare
21.05.2012 18:42:37 Bianka
Ob er Recht hat oder nicht...
21.05.2012 18:08:40 Skeptiker
Wenn er recht har, hat er recht!
21.05.2012 18:05:38 Martin Hampel
Sprachkompetenz
21.05.2012 18:02:48 Ulrike
Unfaßbar....
21.05.2012 17:53:06 Lothar
Wahrheit