. Anstandsregeln, wie man sie als Kind gelernt hat, sind im Augenblick passé. "Zu vermeiden ist das Niesen und Husten in die Hand. Günstiger ist es, in den Ärmel zu niesen": Im Paul-Wunderlich-Haus kommen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung an keiner Etagentür vorbei, ohne derlei Verhaltenshinweise zu lesen. Bereits im Juli war bei einem Behördenmitarbeiter das neue Grippevirus A/H1N1, am besten bekannt als Schweine- grippe, bestätigt worden.
Der Reiserückkehrer aus dem Urlaub auf Mallorca zeigte keine Krankheitszeichen, der Nachweis ergab sich aus der La- boruntersuchung. Der Mann wurde eine zeitlang vorsorglich zu Hause isoliert. Die verbliebenen Mitarbeiter wurden unter anderem per E-Mail aufgeklärt. Sie dürfen sich weiterhin zur Begrüßung umarmen oder die Hand geben, sollten aber auf strenge Händehygiene achten.
Mittlerweile ist die Zahl der bestätigten Fälle der neuen Influenza im Barnim seit April auf 15 angewachsen. Die meisten Fälle kamen im August dazu. "Das ist überwiegend auf die Heimreisewelle von Urlaubern zurückzuführen", sagt Heike Zander, stellvertretende Amtsärztin im Kreis. Demgegenüber stehen 68 nicht bestätigte gemeldete Verdachtsfälle. Wegen der milden Verläufe empfehle das Robert-Koch-Institut in Berlin nicht mehr wie anfangs die diagnostische Mühle für jede Erkältungskrankheit. Nur noch in besonderen Fällen, etwa bei Säuglingen unter 14 Monaten.
"Wir reagieren sehr sensibel", sagt Dörte Schmidt, Kitaleiterin im "Gestiefelten Kater" in Eberswalde. Vor allem unter Sechsjährige mit Krankheitssymptomen müssten ein ärztliches Attest mitbringen. "Bei 120 Kindern haben wir hier schon ein gewisses Potenzial."
Gedanken über Vorsichtsmaßnahmen machen sich aber viele öffentliche Einrichtungen und Unternehmen. Würde die Schweinegrippe in den Eberswalder Fleisch- und Wurst um sich greifen, wäre das für den Betrieb eine Katastrophe, sagt Sebastian Kühn, einer der drei Geschäftsführer. Handelspartner wie Aldi, Lidl & Co. würden sich vermutlich dauerhaft Ersatzwaren an anderer Stelle beschaffen, wenn der Betrieb nicht liefern kann. "Der Vorteil ist für uns, dass wir sowieso strengen Hygienevorschriften unterliegen", sagt Kühn. So würden die meisten Mitarbeiter in der Produktion ohnehin mit Mundschutz und Händedesinfektion arbeiten.
"Was wir in der Geschäftsleitung erwägen, ist aber, was wir vorbeugend tun können" - sprich: die Impfung. "Unser Betriebsarzt könnte die Impfungen im Fall der Fälle durchführen." Den Impfstoff hat der Betrieb noch nicht organisiert , auch weil die finanziellen Wege noch unklar sind. "Sobald das soweit ist, informieren wir die Mitarbeiter über den Betriebsrat."
Ein Einkaufsmobil für Senioren Literatur frei Haus Ab 1. März startet neues Projekt in Eisenhüttenstadt / Jeweils donnerstags werden verschiedene Ziele... mehr
Neuer Laden entsteht im Nahversorgungszentrum an der Werneuchener Ortsdurchfahrt Die gute Nachricht: An der Freienwalder Straße in Werneuchen entsteht... mehr
Wie das Modell Schlecker scheiterte Von Johannes Wagemann, dpa (Mit Bild) Die Schlecker-Katastrophe zeigt, dass einfach und vermeintlich billig kein Selbstläufer... mehr

Neueste Kommentare
21.05.2012 19:39:37 Bianka
Wie wär`s mit weniger Tiere ?
21.05.2012 19:38:02 Marco Habeck
die Flächen sind zu klein
21.05.2012 19:31:37 Andreas Schröder
Amtssprache
21.05.2012 19:26:56 Der Sohn
Danke den Helfern
21.05.2012 19:19:48 sabine
zu: "salonretter"