Frankfurt (Oder) . Auf der früheren preußischen Ostbahn von Berlin über Kostrzyn (Küstrin) und Gorzow (Landsberg) nach Zentralpolen soll ab Dezember kein grenzüberschreitender Fernzug mehr verkehren. Die polnische Staatsbahn PKP habe entschieden, die erst Ende 2008 in Betrieb genommene Nachtzugverbindung Berlin-Warschau ab dem Fahrplanwechsel über die elektrifizierte Strecke via Poznan (Posen) zu führen, sagte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzow (IGOB), Karl-Heinz Boßan. Damit werde die Region entlang der Ostbahn abgehängt.
Wenn der Zug tatsächlich nicht mehr über die Ostbahn fahren sollte, müsse man Ersatzlösungen finden, forderte Boßan. Möglich wäre etwa ein D-Zug, der die Region mit Berlin und Warschau verbindet, ohne aber an der Grenze zu enden. Dazu müssten sich Bahnunternehmen und Regionalvertreter zusammensetzen und überlegen, wie man ein Produkt gestaltet, das der Region helfe. "Einseitige Entscheidungen einer handelnden Partei", ohne die Verantwortlichen der Region einzubeziehen, seien nicht mehr zeitgemäß. "Aber auch die Region muss sich verantwortlich fühlen für die Strecke", sagte Boßan. Marketingstrategien, Werbung für den Zug und Tourismuskonzepte seien wichtig.
Der nach dem polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko (1819-1872) benannte Zug sei heute trotz mangelnder Werbung zu 60 Prozent ausgelastet, sagte Boßan. Auch viele deutsche Geschäftsleute, die in der polnischen Hauptstadt schon vormittags Gespräche führen wollen, würden diesen Nachtzug nutzen. "Für die Berliner, die nach Warschau fahren, ist die Streckenführung egal, aber für die Region - die der Zug nicht mehr durchfahren wird - ist es nicht egal", sagte Boßan. In einem zusammenwachsenden Europa müsse es durchgehende Zugverbindungen auch auf der Ostbahn geben.
Die einst von Berlin über Landsberg bis Königsberg führende Ostbahn hatte nach Festlegung der Oder-Neiße-Grenze an Bedeutung verloren. Heute verkehren hier nur Regionalbahnen, wobei in der Grenzstadt Kostrzyn umgestiegen werden muss. Die 2006 als Vereinigung europäischen Rechts auf Initiative der Grenzwojewodschaft Lebuser Land und des Brandenburger Infrastrukturministeriums gegründete IGOB macht sich für eine Wiederbelebung der Strecke stark und hatte sich auch für die Einrichtung des Zugs "Stanislaw Moniuszko" engagiert. Dieser Zug fährt nicht nur nach Warschau, sondern führt auch Kurswagen nach Gdynia, Kaliningrad und Krakow.
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Preetz
22.05.2012 13:23:04 Michael
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22.05.2012 13:16:33 BBurger
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das wurde der Großtei der deutschen Autobahnen auch...
22.05.2012 13:10:07 Einer aus der Stadt
Gier ist gut. Gier ist richtig. Gier ist gesund. Auch die Gier nach einem Sta...