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Aktivitäten am Bunker illegal

. Er sei "schockiert" gewesen, als er von dem planungsrechtlichen Dilemma erfahren habe, sagte Heiko Gersdorf in der Beratung der Falkenhagener Gemeindevertreter. Der sportliche junge Mann aus Frankfurt (Oder) ist der Pächter des größten Teils des Bunkergeländes im Wald. Seit etwa einem halben Jahr bemüht sich Gersdorf, Inhaber der Firma Kronos Paintball mit Sitz in Frankfurt (Oder), um den Ausbau und die Vermarktung des bis 1992 militärisch genutzten Areals. Er habe in dem halben Jahr "schon allerhand auf dem Gelände gemacht und mehr als 2300 zufriedene Kunden" gehabt, erklärte der Pächter den Falkenhagener Gemeindevertretern. Und nun das!

Das Bauordnungsamt des Landkreises ist auf die Sport- und Freizeit-Aktivitäten auf dem Areal aufmerksam geworden und hat festgestellt: Diese sind illegal! Denn planungsrechtlich handelt es sich nach wie vor um eine militärisch genutzte Fläche. Eine Umnutzung ist nie beantragt worden.

"In unserem Flächennutzungsplan ist das Gebiet ein weißer Fleck", erklärte Falkenhagens Bürgermeister Bernhard Fandrich in der Beratung der Abgeordneten zu der Problematik. Als der Plan erstellt wurde, waren die sowjetischen Truppen, die hier ihren Führungsbunker hatten, längst abgezogen. Doch weder die bundeseigene Verwertungsgesellschaft BVVG, die das Areal 1992 übernahm, noch der private Eigentümer, der es 2002 erwarb, beantragten die Umnutzung.

"Der Bunker und das Gelände sind jahrelang touristisch und sportlich genutzt worden und niemand hat sich daran gestört. Und jetzt, wo ich investieren will, kommt der Schlamassel ans Licht", beklagt Heiko Gersdorf. Er verweist unter anderem auf die jahrelangen Führungen durch den Bunker.

Der "Schlamassel" ist ein ordnungsbehördliches Verfahren, das das Bauordnungsamt des Kreises eingeleitet hat. Eigentlich gegen den Eigentümer des Areals, den Verein für deutsch-russische Freundschaft mit Sitz in Berlin. In dem Verfahren geht es um die Nutzungsänderung vom militärischen in ein Sportgelände.

Die Behörde hat dem Eigentümer bzw. Nutzer des Bunkergeländes bis zum Jahresende Frist gesetzt, ein Konzept für die Entwicklung des Geländes und "prüffähige Unterlagen" für einen nachträglichen Bauantrag einzureichen. In Letzterem dürfte das Hauptproblem liegen. Denn das Bunkergelände steht im Verdacht, mit Altlasten belastet zu sein. Das soll aus einem Gutachten hervor gehen, das der unteren Abfallbehörde des Landkreises vorliegt.

Wie sich das mit dem Vorhaben von Heiko Gersdorf verträgt, auf dem Gelände einen Freizeitpark für die ganze Familie aufzubauen, ist sicher erklärungsbedürftig.Bislang seien "zwei Plattformen fertig, so dass wir Events feiern können", hatte der Frankfurter Pächter im Gemeinderat erklärt und auch auf die fertiggestellte Paintballanlage und den wiederhergestellten Stromanschluss verwiesen. Wer im Internet unter "Bunker Falkenhagen" sucht, stößt auf den Satz: "Es entsteht dort derzeit ein Freizeitpark". Nur leider bislang ohne Baugenehmigung.

Die Falkenhagener Gemeindevertreter konnten Heiko Gersdorf nur dringend raten, sich mit dem Eigentümer in Verbindung zu setzen. Denn nur der könne die Umnutzung beantragen - oder dem Pächter Vollmacht in der Angelegenheit erteilen. "Vielleicht erreichen Sie den Herrn ja leichter als wir", meinte Bürgermeister Bernhard Fandrich dazu noch.

Der Seitenhieb bezog sich auf die Tatsache, dass die Amtsverwaltung Seelow-Land seit Monaten vergebens versucht, den Geschäftsführer des Vereins für deutsch-russische Freundschaft zu erreichen. Der ist übrigens identisch mit dem insolventen Voreigentümer des Bunkergeländes - der bei der Gemeinde in der Kreide steht. Deshalb verweigert diese auch bis heute den Verzicht auf ihr Vorkaufsrecht, womit der Kaufvertrag aus dem Vorjahr nicht rechtskräftig sein dürfte.

Fakt ist: Wenn der Eigentümer bzw. Pächter des Bunkergeländes die für die Genehmigung der Nutzungsänderung bzw. die Baugenehmigung nötigen Unterlagen nicht beibringen können, werden die Behörden die weitere Nutzung des Areals untersagen. Dann wäre der Traum vom Freizeitpark mit Kletterwald und Bunker-Erlebnis-Hotel beizeiten ausgeträumt - und der Poker um das Gelände würde wohl erneut beginnen.

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