Eberswalde . Es ist das Ende einer 130 Jahre währenden Erfolgsgeschichte. So lange brannten die Glühbirnen und wiesen der Industrialisierung den Weg. Nun hat die EU beschlossen, die Glühlampen schrittweise mit einem Produktionsverbot zu belegen. Stufe Eins tritt am 1. September in Kraft.
"Dann werden die Glühlampen, die laut EU-Komission nicht mehr produziert werden dürfen abverkauft. In unserem Markt wird es dafür eine Sonderverkaufsfläche geben", sagt Ines Mählig. Vielfach hat die Fachverkäuferin im Eberswalder Toom-Baumarkt Verunsicherung bei den Kunden festgestellt. "Deshalb gibt es bei uns eine Kundeninfo an den Leuchtmittel-Regalen", so die Verkäuferin. Das stufenweise Ende betrifft Glühlampen, Halogenlampen, Energiesparlampen. Deshalb kommt es vor, dass Kunden sich mit Einkaufswagen voller Glühlampen an die Kassen begeben. "Das sind dann vor allem Leuchtmittel mit großen Wattagen von 70 oder 100 Watt. Aber auch kleinere Glühlampen für Kronleuchter zum Beispiel werden häufiger als sonst gekauft", sagt Ines Mählig.
Allerdings rät die Verbraucherzentrale Barnim von Hamsterkäufen ab. "Energiesparlampen sind in allen Belangen die bessere Wahl", so Energieberater Peter Maaß von der Verbraucherzentrale Barnim. "Klassische Glühbirnen wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um. Energiesparlampen sparen Energie, halten länger und entlasten so die Haushaltskasse." Bis zum Jahr 2020 sollen durch die neue Verordnung soviel Energie sparen, wie 11 Millionen Haushalte in einem Jahr verbrauchen - 39 Terwattstunden. Auch ließen sich im selben Zeitraum mehr als 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. "Glühlampen zu hamstern ist also gar nicht nötig. Es belastet nur die Umwelt und die Haushaltskasse", resümiert Peter Maaß.
Aber obwohl Glühlampen sehr viel mehr Wärme als Licht produzieren, werden sie vor allem deshalb gerne eingesetzt, da ihr Licht dem der Sonne sehr nahe kommt. Dies ist bei Energiesparlampen nicht der Fall: "Das Licht ist unangenehmer und kalt. Als Ersatz für die Glühbirne in Gebrauchslampen sollten Energiesparlampen weißes, warmes Licht ausstrahlen", findet Bodo Liedtke von der Firma Spezialgeräte- und Leuchtenbau aus Finow. "Außerdem wird das Licht verzögert, bis es seine volle Strahlung erreicht hat." Deshalb hofft der Lichtexperte - und mit ihm viele Verbraucher - auf die Weiterentwicklung der Leuchtmittel.
"Der Verbrauch der alten Glühlampen ist aber einfach zu hoch und die Lichtausbeute zu niedrig", resümiert Ines Mählig. "Und wenn es neue energieeffiziente Techniken gibt, dann sollte wir Verbraucher diese auch nutzen." So sehen dies nach MOZ-Recherchen ein großer Teil der Eberswalder. Aber natürlich gibt es auch weiterhin viele Besitzer nostalgischer Lampen, die sich noch nach dem Glühen des Wolframfaden sehnen.
Für folgende Glühlampen gilt ab dem 1. September ein Verkaufsverbot: alle Glühlampen, die 100 oder mehr Watt haben sowie alle mattierten Lampen, die nicht die Energieeffizienzklasse A besitzen. Hintergrund ist, das die EU in den nächsten vier Jahren die Glühbirnen gänzlich abschaffen will, da diese zu viel Strom verbrauchen würden. Im nächsten Jahr sollen dann Lampen bis 75 Watt vom Markt genommen. 2012 soll es dann keine klassische Glühbirne mehr zu kaufen geben, so dass nur noch Energiesparlampen in den Regalen vorzufinden sein werden. Das erste Land mit einem totalen Verbot der Glühlampen bis 2010 war Australien im Jahr 2007.
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