Bad Saarow .
Christoph 49, der Rettungshubschrauber aus Bad Saarow, könnte, wenn es einen Notfall gebe, ohne weiteres ins polnische Grenzgebiet fliegen. Dies liegt in seinem Einsatzradius von 50 Kilometern.Dort könnte das Rettungsteam Hilfe leisten. Aber: Es gibt keine rechtliche Grundlagen dafür. "Wir erfüllen eine hoheitliche Aufgabe", sagt Dr. Siegfried Lederer. "In Polen gilt das aber nicht", so Lederer. Vor allem der Versicherungsschutz fehlt für die Retter.
Der erfahrene Notarzt und Leiter der Rettungsstelle im Helios-Klinikum in Bad Saarow kennt aus seiner jahrelangen Praxis die Konsequenzen. Christoph 49 muss zum Beispiel nach Küstrin fliegen, um am dortigen Grenzübergang einen Patienten in Empfang zu nehmen, der mit dem Krankenwagen aus Polen kommt. "Das ist wenig sinnvoll." Gut in Erinnerung ist ihm auch noch ein schwerer Unfall im polnischen Grenzgebiet. Den deutschen Rettern waren die Hände gebunden. Schon damals waren die Forderungen laut, dass die grenzüberschreitende Notfallrettung endlich gesetzlich geregelt werden müsste. "Wir sind keinen Schritt weiter", sagte Lederer am Freitag in Bad Saarow. Mit einer deutsch-polnischen Sommerakademie in der Landesrettungsschule wollten Experten nun einen wichtigen Schritt tun. Immerhin: Deutliche Hoffnung konnte Gesundheits-Staatssekretär Winfrid Albe machen. Die Arbeit an einem Rahmenabkommen sei schon weit fortgeschritten. "Wir haben bereits viel geschaffen." Es gebe noch strittige Fragen, unter anderem bei der Kostenübernahme. Dass die deutsche und die polnische Seite von solch einer Vereinbarung profitieren, darüber waren sich alle Referenten einig. Siegfried Lederer erwähnte der MOZ gegenüber, dass auch die polnische Seite die Luftrettung ausbaut, theoretisch auch polnische Teams im deutschen Grenzraum zum Einsatz kommen könnten.
Karl-Heinz Grütte vom Gesundheitsministerium demonstrierte anhand von großen Unfällen mit vielen Verletzten - vom Bus- bis zum Bahnunglück - dass Rettungskräfte in einem Landkreis schnell an ihre Grenzen geraten würden. "Wir brauchen Hilfe auch aus anderen Ländern." Grütte erwähnte, dass es in den vergangenen zehn Jahren alleine 30 Schulbusunfälle gegeben habe, die glücklicherweise meistens glimpflich verliefen. Es könnte aber auch anders kommen.
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