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10.07.2012 20:49 Uhr

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Betagte Hausbesetzer protestierten bei Filmpremiere in Berlin

Berlin (dpa) Die betagten Hausbesetzer von Berlin-Pankow haben am Dienstagabend die Nähe von Filmstars gesucht, um die Öffentlichkeit auf die drohende Schließung des Seniorenklubs "Stille Straße" aufmerksam zu machen. Klein aber fein wirkte die Aktion: Vier der rüstigen Rentner aus Niederschönhausen hielten vor der Premiere des Films "Bis zum Horizont, dann links!" im Kino in der Kulturbrauerei im Stadtteil Prenzlauer Berg entschlossen ihre Plakate hoch. Schauspieler Ralf Wolter und Regisseur Bernd Böhlich unterschrieben dann auch auf einem Plakat der Frauen mit der Aufschrift "Der Erhalt der Begegnungsstätte Stille Straße 10 ist für uns Senioren lebenswichtig".

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Hausbesetzerinnen aus Berlin-Pankow demonstrieren gegen die drohende Schließung ihres Seniorenklubs "Stille Straße" während einer einer Kinopremiere.

© dpa

Der Film um eine Revolte von Seniorenheim-Bewohnern sei "die perfekte Gelegenheit", um auf die Situation von älteren Menschen hinzuweisen, sagten die Rentnerinnen. Zur Premiere in der Kulturbrauerei waren unter anderem die Hauptdarsteller Angelica Domröse und Otto Sander gekommen.

Auf eine Entscheidung über die Zukunft der Begegnungsstätte müssen die Hausbesetzer derweil wohl noch einige Zeit warten. Die Sommerpause der Bezirksverwaltung sei erst Anfang August zu Ende, die nächste Sitzung des Bezirksvorstands für Ende August geplant, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister, Jens-Holger Kirchner (Grüne). Bis dahin werde aller Voraussicht nach keine Entscheidung über den Erhalt des Treffs fallen.

Damit herrscht eine Pattsituation zwischen Protestlern und Bezirk. Die Senioren bekundeten auch am Tag elf der Hausbesetzung ihren ungebrochenen Willen, durchzuhalten. "Natürlich bleiben wir", sagte die Vorstandsvorsitzende der Begegnungsstätte, Doris Syrbe, am Dienstag. "Wir machen weiter, bis wir ein positives Ergebnis haben." Die Senioren hatten den Freizeitklub am 29. Juni aus Protest gegen die Schließungspläne des Bezirks besetzt.

Im Durchschnitt acht Rentner zwischen 70 und 75 Jahren übernachten Syrbe zufolge seitdem regelmäßig auf Campingliegen in der alten Stadtvilla. Tagsüber würden sie von 40 bis 50 Senioren unterstützt. Die Aktion verlaufe friedlich: "Wir wollen ja nicht randalieren, nur besetzen", sagte Syrbe.

Angst vor einer Räumung durch die Polizei müssen die Rentner nicht haben. "Wir werden den Protest nicht mit Härte beantworten", sagte Kirchner. Möglich wäre, dass ein freier Träger den Seniorentreff in Erbpacht weiter erhält. Das sei aber bislang nur eine Idee.

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