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Alleen im Land werden immer dünner

Seelow . Wolfgang Mädlow, Geschäftsführer des Naturschutzbundes (NABU) Brandenburg, sieht den Bestand der Alleen in Brandenburg in Gefahr. Auch in Märkisch-Oderland wurden mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Deshalb ruft der NABU auf, sich an der Volksinitiative "Rettet Brandenburgs Alleen" zu beteiligen.

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Brandenburg habe seinen guten Ruf als Primus in Sachen Umwelt- und Naturschutz verloren. Das wollen die Umweltverbände wie BUND und NABU mit einem "Schwarzbuch Umweltpolitik" verdeutlichen. Es ist jetzt im Münchener oekom-Verlag erschienen. Die Naturschutzverbände kritisieren darin die Verkehrspolitik am Beispiel von Eberswalde, die Klima- und Landschaftszerstörung am Beispiel der Braunkohleverstromung, den Abschied vom "Alleenwunderland" und vieles mehr.

In punkto Alleenschutz stehe auch Märkisch-Oderland schlecht da, macht Wolfgang Mädlow, Geschäftsführer des NABU Brandenburg deutlich. Die Alleen würden immer stärker ausgelichtet. Lediglich 2005 waren im Landkreis mehr Bäume nachgepflanzt als gefällt worden. 2007 wurden zum Beispiel an Landes- und Bundesstraßen 508 Alleebäume gefällt und nur 466 gepflanzt. "Wir fordern, dass im Verhältnis 1:1 nachgepflanzt wird", verweist Mädlow auf die Volksinitiative "Rettet die Alleebäume".

Darin wird die Landsregierung aufgefordert, ihre 2007 beschlossene Konzeption zur Entwicklung von Alleen" außer Kraft zu setzen und statt dessen wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehöre die Nachpflanzung spätestens ein Jahr nach der Fällung und die Veröffentlichung der Zahlen der Fällungen und Pflanzungen. Für 2008 geht der NABU davon aus, dass landesweit 9000 gefällten Bäumen nur 5000 Nachpflanzungen gegenüberstehen. Statt einer Nachpflanzung im Verhältnis von 1:1 will Brandenburg jährlich eine konstante Zahl von 5000 Bäumen pflanzen.

Der NABU geht davon aus, dass die Umsetzung der Landesalleenkonzeption zu einem Verlust von etwa 100 000 Alleebäumen führt. Für einen Erfolg der Volksinitiative zur Alleenrettung werden innerhalb eines Jahres 20 000 Unterschriften benötigt. Unterschreiben darf jeder volljährige Brandenburger.

Ein weiteres Problem bestehe in Brandenburg darin, dass die Nachpflanzungen derzeit aus dem selben Topf finanziert werden, der auch für sonstige Straßenunterhaltung vorgesehen ist. Müssen mehr Bäume gefällt und Schlaglöcher ausgebessert werden, dann ist weniger Geld für neue Bäume vorhanden. Das wird in benachbarten Bundesländern anders gehandhabt.

Wolfgang Mädlow verweist auf gute Erfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe man "Alleenfonds" eingerichtet, in die die Firmen und Institutionen, die Bäume fällen und nicht gleich nachpflanzen können, Geld einzahlen müssen. Das muss verwendet werden, um die Alleen zu erhalten. Diese Fonds seien bereits so gut ausgestattet, dass selbst Kommunen, die bekanntlich über weniger Geld zur Baumpflege und Erhaltung von Alleen an ihren Straßen verfügen, darauf zugreifen können.

Volksinitiative "Rettet Brandenburgs Alleen", im Internet unter www.rettet-brandenburgs-alleen.de, Telefon 0331 201 5570, Mail: info@rettet-brandenburgs-alleen.de

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