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Im Juni wurde der kleine Müncheberger Ortsteil von einem schweren Unwetter heimgesucht. Den Höhepunkt erlebte der Ort am 1. Juli. Mit den Schäden haben die Jahnsfelder bis heute zu kämpfen.
Den 1. Juli dieses Jahres werden die Einwohner so schnell nicht vergessen. Im Juni hatte es mehrmals heftige Regengüsse in der gesamten Region gegeben. An jenem Mittwoch aber erlebte der Ort einen noch nie da gewesenen Wolkenbruch. Bis zu 140 Liter stürzten pro Stunde auf einen Quadratmeter nieder. Obwohl der Ort nur wenige befestigte große Flächen hat, konnte der Boden diese Massen nicht aufnehmen. Das Schöpfwerk versagte den Dienst, durchs ganze Dorf schoss das Wasser. Mehr als 100 Helfer verschiedener Feuerwehren versuchten, der Wassermassen Herr zu werden. Kühe des Öko-Betriebes mussten Tage auf einer Erhöhung ausharren, auf die sie sich geflüchtet hatten. Jahnsfelde hatte plötzlich einen riesigen See.
Das Unwetter ist schon wieder vergessen, die Folgen indes beschäftigen nicht nur den Ortsbeirat. Auf dessen Sitzung informierte Ortsvorsteher Bernd Gohlke, dass keiner der Schäden bisher behoben wurde. Viele Bürger hätten sich in den letzten Wochen an ihn gewandt, um die Beseitigung einzufordern. Besonders betroffen ist der Schlosspark. Er ist für die Jahnsfelder nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch wichtiges Bindeglied zwischen den Siedlungsbereichen. Die Wege wurden zum Teil komplett ausgespült. Unmittelbar nach dem Naturereignis hatte der Wirtschaftshof der Stadt die schlimmsten Löcher mit Sand gefüllt, um das zwei Tage später angesetzte Parkfest durchführen zu können.
Doch das reicht nicht, war sich der Ortsbeirat einig. Bernd Gohlke hatte in den letzten Wochen schon mehrfach Gespräche und auch Begehungen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung vor Ort, um auf die drängendsten Probleme aufmerksam zu machen. Der Ortsbeirat erstellte jetzt eine Prioritätenliste, die kurz- und langfristige Maßnahmen enthält. Ganz vorn rangiert das Wegesystem im Park. Man einigte sich, dass die Wege nicht unbedingt alle komplett erneuert werden müssen. Vielmehr sind die großen Schadstellen fachgerecht zu sanieren. Da der Park unter Denkmalschutz steht, ist nur das Einbringen von wassergebundenem Spezialmaterial erlaubt, machte Gerd Seume deutlich.
Als zweiten Punkt auf der Liste einigte sich der Ortsbeirat auf die Erneuerung des Durchlasses Richtung Landgaststätte. Hier soll mit Feldsteinen eine offene Mulde angelegt werden.
Der dritte Punkt betrifft den Kreuzungsbereich am Rande des Parks zum Sportplatz. "Der war vorher schon schwer passierbar, jetzt geht gar nichts mehr", befand Karin Fiedler. Da jeder hier entlang muss, wenn er zum Friedhof will, sei das vor allem für ältere Bürger eine Gefahrenquelle. Für ebenso nötig wurde die Reparatur am Ortsverbindungsweg nach Obersdorf angesehen. Hier könnte Schlacke Abhilfe schaffen.
Als längerfristig zu lösendes Problem sieht der Ortsbeirat die Sanierung des Grabensystems am Eichplatz. Hier kommt alles Wasser der B 1 an. Es kann seit längerem nicht mehr schnell genug abgeleitet werden. Eine offene Mulde soll Abhilfe schaffen.
Klar sei, dass die Probleme nicht von Heute auf Morgen lösbar sind, machte Bernd Gohlke klar. "Aber jetzt beginnt die Haushaltsdiskussion für 2010. Einiges muss aufgenommen werden, weil die Schäden sonst größer werden." Die Jahnsfelder warten jetzt auf eine Reaktion aus der Stadtverwaltung. Es müsse abgestimmt werden, wann was erledigt werden kann. Für alle Punkte sind erhebliche Mittel nötig.
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