Stephan Weidenbach . 1
Ein Prost auf die Wiedervereinigung: B³rgermeister J³rgen Henze (Neuenhagen), Peter Werler (Iffezheim), Stephan Weidenbach (Gr³nwald) und Klaus Ahrens (Hoppegarten, v. l.) sto▀en nach dem offiziellen Teil der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit an.
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Als Gastgeber im Hoppegartener Gemeindesaal war es Bürgermeister Klaus Ahrens (CDU), der als Erster und mit großer Freude an die friedliche Revolution vor 20 Jahren in der DDR erinnerte. Damals habe es den Ruf nach freien Wahlen gegeben, doch Demokratie müsse auch gelebt werden. Dazu sei erst am Sonntag zuvor Gelegenheit gewesen, erklärte Ahrens und begrüßte die wieder gewählten Landtagsabgeordneten Renate Adolph (Linke), Dierk Homeyer (CDU) und "Neuling" Michael Jungclaus (Grüne).
Bereits kurz vor der sogenannten Wende in der DDR, so Ahrens weiter, habe der damalige Iffezheimer Bürgermeister Otto Wimpel erste Kontakte zur Rennbahn in Hoppegarten gesucht. Diese seien dann schnell in alle Bereiche der Gemeinden, insbesondere der Vereine ausgebaut worden. "Ohne die Aufbauunterstützung aus den alten Ländern wäre vieles schwieriger gewesen", sagte Ahrens und verwies auf stets wissbegierige Iffezheimer. Diese hätten einen bei geselligen Runden einst kaum zum Trinken kommen lassen, wie es Volker Schulz, einer seiner Vorgänger, einmal formuliert habe. Es gebe etliche Anekdoten, denen man eigentlich noch einmal nachgehen müsse. Dazu zähle, dass bei einer Besichtigung im einstigen Stasi-Objekt in Hoppegarten ein Nachttopf gen Iffezheim verschwunden sein soll.
Sehr persönliche Worte fand Neuenhagens Bürgermeister Jürgen Henze (parteilos), der erzählte, dass er am 3. Oktober 1989 seinen Reservistendienst als Fahrer in Marxwalde versehen musste: "Das waren aufbrodelnde Tage. Es gab kein Telefon, keinen Urlaub. Wir hatten alle ein ungutes Gefühl." Als die Grenze offen gewesen sei, habe sein Sohn vor einem Ausflug nach Westberlin Angst um seine Haustiere gehabt: "Wir mussten ihm erklären, dass Ausflug nicht mit Ausreise gleichzusetzen war."
Von der deutschen Einheit profitieren aus seiner Sicht bis heute beide Seiten: "Die Grünwalder interessieren sich unter anderem dafür, wie bei uns die Kinderbetreuung funktioniert. Wir haben nach wie vor Nachholbedarf in der Wirtschaftsförderung und auch beim Thema bürgerschaftliches Engagement. Wir haben noch viel auszutauschen." Schwachstellen sollten gemeinsam angepackt werden: "Nur so sind wir stark."
, 2. Bürgermeister von Grünwald, versprach, dass man zum Neuenhagener Oktoberfest - eine Idee aus jenen Anfangstagen 1989/90 - weiterhin eine Blaskapelle schicken werde. Er erinnerte daran, dass viele Westdeutsche anfangs nur Zuschauer gewesen seien: "Ich bin jedes Mal beeindruckt, wenn ich hierher komme. Wir haben allen Grund, gemeinsam zu feiern."
Ähnlich sah dies auch der Iffezheimer Bürgermeister Peter Werler (CDU). Die Deutsche Einheit sei jedoch keine Selbstverständlichkeit, auch mangele es im Vergleich etwa zu den Franzosen noch an einem gewissen Nationalstolz. Überdies sei die innere Einheit bisher nicht erreicht: "Nichts ist so gut, dass es nicht besser gemacht werden kann (...) Solidarität gibt es aber nicht zum Nulltarif." Er empfinde die Einheit als Gewinn und persönliche Bereicherung, zumal es zwischen Menschen, die sich in Gesprächen oder gemeinsamen Aktivitäten näher kommen, selten Probleme gebe.
Nach der Feierstunde zog es viele der Gäste noch auf die benachbarte Rennbahn.
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