Bernau/Trampe . Die Berufsorientierungstournee des "Netzwerks Zukunft. Schule und Wirtschaft" ist gestern in Trampe gestartet worden. Angefangen bei der Firma Jolitz werden sich Lehrer und Berufsberater über die heutigen Anforderungen an künftige Lehrlinge informieren.
Der Anstoß für die Tournee liegt schon ein paar Jahre zurück. Es war eine Studie des brandenburgischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie von 2003. Sie habe Brandenburg prophezeit, dass es das Potenzial für rund 200 000 Stellen gebe, allerdings nur, wenn es gelinge, eine Abwanderung des fähigen und talentierten Nachwuchses zu verhindern, erläuterte Landrat Bodo Ihrke Sinn und Zweck der Veranstaltung. Entscheidend sei die Frage, "wie kommt man von der Schule in den Beruf hinein", so Ihrke.
Elke Otto, Außenstellenleiterin des "Netzwerks Zukunft. Schule und Wirtschaft" wies darauf hin, dass es zum einen unbesetzte Lehrstellen gebe, die Handwerker aber zum anderen Probleme haben, geeigneten Nachwuchs zu bekommen. Mit der dritten Berufsorientierungstournee will man weiter am Thema dran bleiben. Diesmal stehen Firmen zum Thema "Rund ums Haus" im Mittelpunkt.
Zum Auftakt wurde die Heizungs- und Sanitärfirma von Renè Jolitz besucht, die sich insbesondere den erneuerbaren Energien verschrieben hat. Die Worte des Firmenchefs machten schnell deutlich, welche Herausforderung vor den Lehrern, Berufsberatern, aber auch Eltern stehen, damit die Schüler einmal motivierte Lehrlinge werden.
Was in der 90er Jahren im Osten an Heizungen eingebaut wurde, sei längst nicht mehr der Stand der Technik. Selbst Brennwerttechnik werde bald überholt sein. Der neue Trend seien unter anderem Wärmepumpen und Solartechnik, aber auch Pellet- und Scheitholzkessel, um nur einige Beispiele zu nennen. Um die verschiedenen Energiequellen richtig zu schalten, müssen die Lehrlinge auch die Beherrschung der Regeltechnik erlernen, skizzierte er. Angesichts des Leistungsdrucks der Firmen könnten sich die Gesellen nur begrenzt den Lehrlingen widmen. Deshalb sollten die Azubis von sich aus entsprechend motiviert sein, um sich aktiv Wissen und Fähigkeiten anzueignen. "Die Lehrlinge müssen auch wollen", sagte Jolitz.
Was alles ein Schornsteinfeger wissen muss, umriss Bezirksschornsteinfeger Lutz Irrling. So war zu erfahren, dass die traditionelle Arbeit auf dem Dach in städtischen Gebieten nur noch zehn Prozent und in ländlichen Gebieten etwa rund 30 Prozent des Arbeitspensums umfasse. Viel mehr hätten die Schornsteinfeger Kontrollfunktionen im Hinblick auf die Einhaltung der Brandschutzordnung, von Immissionsvorschriften und anderen mehr.
Am Gespräch beteiligten sich auch Lehrlinge, so dass Lehrer und Berufsberater die verschiedenen Sichten kennenlernten. Das kann sie in die Lage versetzen, ähnlich wie ein Trainer, die Schüler auf die Lehrlingszeit vorzubereiten.
So mit umfangreichen Informationen zu den Berufsbilder in den Richtungen Heizung und Sanitär sowie Schornsteinfeger ausgestattet, ging es nach der Mittagspause zur Firma Repower, die Windräder herstellt.
Die nächste Station wird am 4. November das Überbetriebliche Ausbildungszentrum (ÜAZ) Wriezen sein. Am 18. November sind die Firmen Bach Metallzäune und Glawion Metallbau Schorfheide dran. Dabei sind außerdem die Elektroanlagen Zepernick GmbH, die Firmen Schapler Fensterbau Bernau, Drei Schilde, bitocolor und KIS Landschaftsgestaltung (alle Eberswalde). Den Abschluss gestalten die Tischlerei Killermann Schorfheide und die Handwerkerschaft Eberswalde.
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